Roetgen: Sperrmüllmengen in Roetgen gehen massiv zurück

Roetgen: Sperrmüllmengen in Roetgen gehen massiv zurück

Seinen jährlichen Besuch stattete AWA-Abfallberater Georg Kleinen jetzt dem Roetgener Umweltausschuss ab, um die Abfallbilanz 2008 vorzulegen.

Zum 1. Januar 2008 war die Gemeinde Roetgen dem Zweckverband Regioentsorgung beigetreten. Das hatte unter anderem zu einer Änderung bei der Abfuhr des Sperrmülls sowie zur Einführung der Blauen Tonne geführt.

Die 8258 Roetgener Bürger - das sind 78 mehr als im Vorjahr - haben 2008 insgesamt 2375 Tonnen Müll produziert, ein Rückgang von 160 Tonnen gegenüber 2007. Pro Einwohner entspricht dies 287,6 kg (-22,3 kg).

Obwohl die Menge des Hausmülls mit 110,3 kg leicht gestiegen ist, liegt sie immer noch deutlich unter dem Kreisdurchschnitt von 133,9 kg.

Absoluter Spitzenreiter im Kreis waren die Roetgener bisher hingegen bei den Sperrmüllmengen. 45,7 kg stellte 2007 jeder Einwohner bei den insgesamt vier Abfuhrterminen an die Straße. 2008 wurden nur noch 15,2 kg zur individuellen Abholung angemeldet, ein Ergebnis, über das sich der Abfallberater hoch erfreut zeigte.

Die Frage von Wolfgang Schruff (CDU), ob dies zu vermehrtem „wilden Müll” geführt habe, konnte Bürgermeister Manfred Eis mit einem „eindeutigen Nein” beantworten. Bei der Frage nach den Ursachen eines so deutlichen Rückgangs fiel zwar auch wieder das Stichwort Mülltourismus, der durch das neue System ausgetrocknet worden sei, doch diese Annahme wird von den Zahlen der Nachbarkommunen nicht gestützt. Früher sei vieles an die Straße gestellt worden, was nicht zum Sperrmüll gehört, meinte Georg Kleinen.

Christa Heners (Grüne) vermutete, dass sich jetzt vermehrt Sperrmüll in den Kellern sammle, was irgendwann wieder zu einer Erhöhung der Zahlen führen werde.

Bei den Pro-Kopf-Zahlen für die Wertstoffe ist die Tendenz uneinheitlich. Während bei den Leichtstoffen (Gelber Sack) entgegen dem Kreistrend ein Rückgang von 2,3 kg auf 34,3 kg zu verzeichnen ist, liegen die Roetgener beim Altpapier wieder ganz weit vorn. Die Einführung der Blauen Tone hat hier wohl zu einer nochmaligen Steigerung des im Kreisvergleich schon vorher sehr guten Ergebnisses geführt. 99 kg pro Person wurden eingesammelt, das sind 6,7 kg mehr als im Vorjahr und fast 22 kg mehr als im Kreisdurchschnitt.

Ihre Spitzenposition im Kreis haben die Roetgener auch bei der Abgabe von Schadstoffen gefestigt. Mit 1,51 kg (+ 0,17 kg) trugen sie so viele zu den Sammelstellen wie in keiner anderen Kommune. Der Kreisdurchschnitt liegt bei 0,67 kg. Zudem brachte jeder Bürger 5,2 kg Grünabfälle zu den Sammelstellen. Eine Biotonne gibt es derzeit in Roetgen noch nicht.

Nicht ganz zufrieden zeigten sich Ausschussmitglieder mit den Modalitäten für die Sperrgutabfuhr. Hier wurden zu lange Wartezeiten nach der Anmeldung beklagt. Als zu umständlich kritisierte Dr. Georg Dittmer (FDP) die Anforderung von Berechtigungskarten für den Bezug von Gelben Säcken.

Das sei in der Tat ein Ärgernis, erklärte Kleinen, verwies jedoch darauf, dass die Abfuhr der Leichtstoffe nicht über die Regioentsorgung, sondern privatwirtschaftlich erfolge.

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