Konzen: Spannende Spurensuche und das Dorf aus der Luft

Konzen: Spannende Spurensuche und das Dorf aus der Luft

Mit gestochen scharfen Szenen und interessanten Blickfängen seines Heimatortes „von oben“, aufgenommen von einer Drohne im Flug, eröffnete der Konzener Heimatverein Sonntagabend seine traditionelle Film- und Bilderschau mit stets regem Dialog.

Im Saal Achim und Elke begrüßte Vorsitzender Manfred Huppertz zu dieser beliebten Informationsveranstaltung rund 70 Gäste, auch solche aus Nachbarorten.

Sie sahen zunächst Patrik Perteks Streifen; er hat seine Kamera-Impressionen mit einer Drohne gesammelt und zur zwölfminütigen, anschaulichen Bildfolge vereint. In der Bevölkerung wurde die Anschaffung dieses Flugobjekts zurückhaltend beurteilt. Die präzise Wiedergabe der Bilder zeigte Bürgerhäuser, Gärten, Höfe und Fachwerk-Innenleben detailgetreu und im unbestechlichen Fokus.

Geschichte des Gotteshauses

Huppertz stellte klar, dass zum Erwerb und Betrieb einer Drohne bis zu deren Gewicht von maximal sechs Kilogramm keine Fluglizenz erforderlich sei, lediglich bestünden behördliche Sicherheitsauflagen. Fazit der Beobachtung aus der Luft mit magischem Auge: Konzen hat viele gute Seiten!

Am 15. November soll Konzens Pfarrkirche, dem heiligen Pankratius geweiht, nach aufwendigem Umbau fertiggestellt sein und ihrer Bestimmung übergeben werden. Dieses Datum prägte die Versammlung wesentlich. Der Vorsitzende ließ vor den Augen der Erschienenen Entstehung und Entwicklung des Gotteshauses bis zu seiner derzeitigen Renovierungsphase Revue passieren und machte anhand von Foto-Dokumenten und alten Ansichtskarten die architektonischen Veränderungen des Sakralbaus deutlich.

Konzener Familien

Ein weiteres Kapitel im Bilderbogen des Abends: die dokumentierte Saga der Konzener Familien Kreitz/Palm. Die Spurensuche des Abends nach Identität des Dorfes setzte sich mit Huppertz´ Hinweis fort, einige historisch wertvolle Bildbände würden im Rahmen der Versammlung zum Verkauf angeboten. Es handele sich unter anderem um antiquarische Publikationen von Hans Steinröx.

Sabine Jacobs referierte anhand anschaulicher Momentaufnahmen vom jüngsten Kindertag des Heimatvereins. Jung-Konzen war zu Gast beim Wasserverband Eifel/Rur, hatte Spaß in Gemeinschaft und lernte viel. Der Name des Unternehmens war Programm: die abgehandelten Themen drehten sich um Wünschelruten, Wasseradern im Konzener Wald und um dessen üppig sprudelndes System von Bachläufen.

An deren Ufern leisteten Biberfamilien als Baumfäller ganze Arbeit. Eine Unterrichtsstunde im Fach Biologie, wie sie authentischer und naturnäher nicht hätte sein können! Dann erzählten Eifeler Fachwerkhäuser Geschichten, von sich und ihren Bewohnern. Erinnerungen an frühere Generationen (Call/Kreitz, Jansen, 1926) wurden wach und im Publikum kommentiert: „Das ist doch…?!“

Eifrige Nordeifeler Kevelaer-Pilger machten sich gleich scharenweise, im Prozessionsschritt und in Sonntagstracht, auf den Weg zur Gottesmutter am Niederrhein („Solche Aufnahmen bewahrte fast jeder Haushalt in Schuhkartons auf“, Huppertz). Ein Kuriosum aus der Zeit um den Ersten Weltkrieg: Postkarten („Gruß aus Konzen“) wurden auf der bebilderten Frontseite mit besten Wünschen an ihre Empfänger statt auf der Rückseite beschriftet.

Es folgten Ein- und Ausblicke auf stille Eifelwinkel und -gassen, denkmalgeschützte Gebäudezeilen, romantische Nordeifelansichten. Etwa aus Monschaus Ortsteil Roetgen, im Mittelpunkt die rur-städtische Brauerei, das Kircheninnere von Sankt Pankratius, Vennpartien, Richelsley und Urfttalsperre (die Kaiser Wilhelm höchstpersönlich 1905 besuchte). Viele Aufnahmen wurden koloriert. Die Aukirche zeigte sich turmlos, Heimbach glänzte einladend-gastfreundlich, Imgenbroich stand mit der Präsentation des herausgeputzten Kaisersaals und der Winterschule nicht nach.

Schmerzhafte Erinnerung

Schmerzhaft für Konzener Seelen, die Verwüstung ihrer heimischen Pfarrkirche im Zweiten Weltkrieg auf Großleinwand ansehen zu müssen. Das Gotteshaus — eine ausgebrannte Ruine. Doch zugleich ein Symbol für Gottvertrauen und Mut zum Wiederaufbau: die Skulptur von Petrus dem Fels überstand das Bombeninferno unversehrt.

1954 erfolgte die Austeilung der Ersten Heiligen Kommunion nach der Zerstörung. „Unser Ehrenmal“ meinte Manfred Huppertz nach einmal mehr packenden Konzener Reflexionen, „ist in schlechtem Zustand. Es muss einstweilen noch an seinem Platz bleiben. Langfristig wird jedoch ein neuer Standort gesucht.“ Das populäre Quiz „Dalli quick“ beschloss den lebhaften Informationsabend.

(M. S.)