Sonniger und warmer September 2018 in der Nordeifel

Eifeler Wetter-Rückblick : Sonniger und warmer September in der Nordeifel

Der Hitze- und Dürre-Sommer 2018 fand erst im letzten Septemberdrittel ein rasches Ende. Die Serie der warmen und trockenen Monate begann aber schon im April.

Seit Beginn der Temperaturmessungen im Raum Monschau war im Zeitraum vom 1. April bis zum 30. September kein Jahr so warm. Sogar die älteren Stationen Aachen (seit 1829) und De Bilt in den Niederlanden (seit 1706) konnten keinen wärmeren Zeitraum vorweisen.

Bis zum 22. September blieb es sommerlich warm und sehr trocken. Den Übergang zum Herbst brachte schließlich Sturmtief „Fabienne“ am 23. mit einer Umstellung der Wetterlage auf NW und starken Stauniederschlägen.

Die Durchschnittstemperatur lag im September bei 12,1° in Kalterherberg, 12,7° in Mützenich, 13,3° in Höfen, 14,3° in Roetgen, 14,8° in Schmidt und 15,3° in Aachen-Orsbach. Im Vergleich zu den Mittelwerten von 1981-2010 betrugen die Abweichungen +1,0° in Roetgen, +0,9° in Schmidt und +0,4° in Höfen.

Kurz vor Beginn der herbstlichen Witterung wurden am 18. September noch einmal fast badetaugliche Temperaturen gemessen (z.T. bei starken Eifelföhn bis Windstärke 8):

26,8° in Monschau-Mützenich, 27,0° in Höfen, 27,3° am Windpark Schöneseiffen, 28,2° in Kalterherberg, 30,1° in Roetgen und Schmidt sowie 31° im Raum Aachen.

Diese kurze Hitzeperiode kam nah an die Rekordwerte der Nordeifelstationen und des Aachener Raumes für Mitte September heran. Hier die Spitzenwerte für September: 13.9.2016 Aachen 32,4° und am 13.9.1947 in Aachen 33,0°.

Bis zum 20. September wurden noch einmal einer bis zwei Sommertage in den Hochlagen beobachtet und sogar ein Tropentag. In den Niederungen waren es fünf bis acht Sommertage. Die Zahl der Sommertage im Jahr 2018 stieg damit im Kreis Aachen auf die höchsten Summen seit 1947: Raum Aachen (Hörn) bisher 80 Sommertage, Höfen 53 und im Kalterherberg 41.

Im letzten Monatsdrittel wurden die Nächte frischer und in den Mulden und Flusstälern gab es erste Luftfröste bis -2,7° (Kalterherberg) und Bodenfröste bis -7°. Am 29. und 30. reichten die Bodenfröste sogar bis herunter nach Stolberg.

Seit April 2018 macht die Sonne aufgrund des hohen Luftdrucks ständig Überstunden, so auch im vergangenen Monat. In der Statistik der sonnigsten September seit 1945 lag 2018 in Aachen auf Platz acht. Rekordhalter bleibt der September 1959 mit 268 Stunden in Aachen. Hier einige Summen von denen nicht nur unsere Solaranlagen profitierten: Schöneseiffen 217 Stunden, Kalterherberg 199, Schmidt und Aachen-Orsbach 196, sowie Monschau Schulzentrum 177 Stunden. Die positiven Abweichungen vom Mittelwert lagen zwischen 110 bis 120 Prozent.

Beinahe wäre der September der nächste zu trockene Monat geworden, aber Sturmtief Fabienne brachte am 23. den ersten flächendeckenden Stauregen. Innerhalb von 24 Stunden fielen 30-40 l/qm, am Windpark Schmidt 44 l/qm und in Roetgen sogar 49 l/qm. Am Nachmittag des 5. September gab es noch einmal gewittrige Schauer die von der belgischen Grenze nach Rheinland-Pfalz zogen. In Schöneseiffen wurden dabei 30 l/qm in nur zwei Stunden abgelesen. Die Monatssummen lagen entsprechend der Unwetter 10 bis 30 Prozent über den Langzeitwerten, örtlich aber auch darunter, wie z.B. in Aachen. Hier einige Summen: Schöneseiffen 99 l/qm, Roetgen 82 l, Kalterherberg 79 l, Schmidt 76 l, Höfen 74 l, Perlenbachtalsperre 69 l, Mützenich 62 l und Aachen-Orsbach 50 l/qm.

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