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Simmerath: Sommermarkt mit Lücken

Simmerath : Sommermarkt mit Lücken

Mit dem Simmerather Frühjahrsmarkt 2004 kam auch der Sommer. Bei steigenden Temperaturen hatte der Besuch des Marktes am Sonntag und Montag die Qualität eines Sommerausfluges.

Am Sonntagmittag erreichte Besucherzahl kurzzeitig ihren Spitzenwert. Viele wollten wohl den Nachmittag noch zu anderen Freizeitaktivitäten nutzen, und deshalb gab es auch immer wieder Lücken im Besucherstrom, was andererseits ein ellbogenfreies Schlendern durch die Marktgassen erlaubte.

Dass der Besucherandrang überschaubar war, liegt natürlich in der Natur des Frühjahrsmarktes, wo sich die Besucher auf den langen Tag verteilen, aber auch die Konkurrenz anderer Märkte und Spektakel in der Region machte sich bemerkbar.

Gelungener Auftakt

Die Verkäuferin an der Wurstbude verbringt mit ihrer Kolleginnen einen gemütlichen Nachmittag. „Die Leute überlegen heute genau, wo sie hinfahren, dabei spielen auch die hohen Spritpreise eine Rolle”, erklärt sie sich die Zurückhaltung der Kundschaft.

Gelungen war der Marktauftakt am Samstagabend. Die Premiere des Frühstartes mit der Coverband „Rain City Rollers” auf der Open Air-Bühne an der Hauptstraße erwies sich vor Hunderten Gästen als Hit.

Schon früh am Sonntagmorgen bezogen dann die Markthändler Position zwischen Rathaus und Kirche. Gerade die klassischen Marktartikel wie Textilien und Kurzwaren sind aber immer schwerer an die Kundschaft zu bringen, ganz im Gegensatz zu Eis und kühlen Getränken, die jeweils heiß begehrt waren.

Auch Bananen-Fred, der die Körbe zum Obst gleich mit lieferte, musste sich abmühen, um das Geschäft in Schwung zu halten. „Ich werde irre - alles für einen Zehner” pries er die „letzten Sortimente vor der Autobahn” an.

„Hochintelligentes Publikum!”

Anlass, den Marktbummel kurz zu unterbrechen, bieten natürlich die Marktneuheiten. Als der Verkäufer des „blauen Wundertuchs”, das wie von Zauberhand Spiegelflächen streifenfrei säuberte, ein kurzes Tief hatte und die Kundschaft sich zwar seine Sprüche anhörte, aber dann wieder abdrehte, hörte man ihn unüberhörbar in den Schnurrbart knurren: „Hochintelligentes Publikum!”

Für Staunen und Spaß sorgte auch der wandernde Wurm. Der weit gereiste Markthändler aus Norddeutschland erläuterte ohne Unterlass den drei Euro teuren Familienspaß: „Immer wieder muss ich erklären, dass das kein echter Wurm ist, und das im Rheinland, wo doch angeblich die Humoristen leben.”

Mit deftigen Sprüchen kurbelte auch einige Meter weiter der Salami-Verkäufer das Geschäft an. „Die Frau droht mit Geld!”, freute er sich und versprach „ein halbes Schwein für 10 Euro.”

So wurde für die Besucher der Marktbesuch zu einem kurzweiligen Vergnügen, wozu auch die B-Jugend des TuS Schmidt beitrug. Die Mannschaft war soeben Meister geworden, und feierte den Titel mit einem ausgiebigen Zug zu den Getränkeständen.