Kommern: So wurde das Holz einst aus dem Wald geholt

Kommern: So wurde das Holz einst aus dem Wald geholt

„Marianne“, so bezeichnete man im Rheinland die Transportachsen, mit denen Starkholz aus dem Wald geschafft wurde. Auf der Veranstaltung „Verrücktes Holz“ des Waldpädagogikzentrums Eifel (WPZ) im LVR-Freilichtmuseum Kommern am 27. und 28. April kann man eine solche Marianne, frisch überholt, im Einsatz sehen.

Mit ihrer Hilfe ziehen schwere Kaltblutpferde oder Traktoren Holzstämme aus dem Wald. Anschließend werden die Stämme zur historischen Sägemühle geschleppt, die stündlich mit ihrem riesigen Wasserrad in Betrieb sein wird.

Zahlreiche Rheinische, Ardenner und Brabanter Kaltblüter stellen als Rückepferde ihre enorme Zugkraft auf dieser Traditionsveranstaltung im Freilichtmuseum unter Beweis. Erstmals sind neben dem Holzrücken und den traditionellen Winter- und Frühjahrsarbeiten im Wald auch spezielle Verarbeitungstechniken zu sehen.

Hierbei kommen unter anderem ein selbstfahrender Spalt- und Sägemaschinen-Oldtimer und ein wuchtiger Holztransporter aus dem Jahr 1951 zum Einsatz, der mit Trommelseilwinde beladen wird. Eindrucksvoll sind aber auch die Vorführungen vieler Waldarbeiten, die früher mit einfachem Gerät und mit Körperkraft und Geschick bewerkstelligt wurden: Waldarbeiter fällen Bäume und spalten Brennholz, zeigen dabei den Umgang mit Axt und historischer Hobelzahnsäge.

Zum vierten Mal wird auf der Großveranstaltung zudem sonntags um 15 Uhr die „Rheinische Holzhauermeisterschaft“ ausgetragen. Jeder erwachsene Museumsgast kann an dem Sägewettbewerb mit der bereitgestellten Hobelzahnsäge teilnehmen. Es winken Preise. Und natürlich erwartet die Besucherinnen und Besucher auch deftige Kost. Ohne Holzfällersteak vom im Museum gezüchteten Deutschen Weideschwein geht’s halt nicht.

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