Simmerath: Simmeraths Gebührensätze: „Verlässlichkeit für die Bürger“

Simmerath: Simmeraths Gebührensätze: „Verlässlichkeit für die Bürger“

„Alles wird teurer“ lautet eine beliebte Losung, wenn es um die Bezahlbarkeit des Alltags geht. Für die Gebühren der Gemeinde Simmerath im kommenden Jahr gilt dieser Satz jedoch nicht: „Die Verwaltung ist der Auffassung, dass sich nahezu alle Gebührensätze der Gemeinde Simmerath derzeit in einem verträglichen Rahmen befinden.“

Das sagte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss. „Deshalb haben wir bei der Gebührenbedarfsberechnung den Spielraum dahingehend genutzt, Stabilität zu erreichen und somit Verlässlichkeit für den Bürger zu schaffen.“

Dieser befasste sich in der letzten Sitzung des Jahres mit allen Verbrauchsgebühren sowie dem Fremdenverkehrsbeitrag für 2017, der unverändert bei 16 Prozent verbleibt.

Angesichts der geringfügigen Veränderungen gab es im politischen Raum denn auch kaum Gesprächsbedarf oder Meinungsverschiedenheiten. Alle Gebührensätze wurden einstimmig dem Rat empfohlen — mit einer Ausnahme: „Aus der Tradition unserer Fraktion heraus“ lehnte Tom Gerards von der UWG, die sich einst aus einer Interessengemeinschaft Kanal/Entsorgung heraus aufbaute, die Höhe der Abwassergebühren ab.

Im Einzelnen wurden die folgenden neuen Sätze bestätigt.

Abwasser

Grundstücksentwässerungsanlagen gibt es auch in der Gemeinde Simmerath immer weniger. Nur noch 81 zu entleerende Anlagen (45 Kleinkläranlagen, 29 geschlossene Gruben und sieben sonstige Einzelanlagen) fließen in die Gebührenberechnung ein. Dadurch bedingt steigt die Gebühr leicht an und klettert mit 30,30 Euro je Kubikmeter Klärschlamm erstmals über die 30-Euro-Marke.

Beim Schmutzwasser kann der Kubikmeterpreis 2017 um 8 Cent von 4,51 auf 4,43 Euro gesenkt werden. „Das ist erfreulich, weil es die Gebühr ist, die dem Bürger am meisten ins Geld geht“, sagte Christoph Poschen (CDU) und war mit Gregor Harzheim (SPD) und Tom Gerards (UWG) einer Meinung: „Es ist aber eine leichte Senkung auf hohem Niveau.“ Die Grundgebühr von 120 Euro für einen Durchschnittshaushalt bleibt unverändert.

Die Niederschlagsgebühr bleibt mit 64 Cent je Quadratmeter angeschlossene Fläche sowie der Grundgebühr vo 15 Cent je Quadratmeter der insgesamt versiegelten Fläche ebenfalls auf den Sätzen von 2016.

Friedhof

Auch bei den Friedhofsgebühren blieben viele Sätze unverändert, so für die Nutzung der Leichenhalle bis zu drei Tagen (270 Euro), jeden zusätzlichen Nutzungstag (54 Euro) und für eine Samstagsbeerdigung (43 Euro). Leicht angehoben werden die Gebühren bei einer Erdbestattung für einen Verstorbenen ab dem 5. Lebensjahr (680 Euro/+30 Euro), für Kinder bis fünf Jahre (340/+15) und die Urnenbestattung (265/+5 Euro). Auch der Erwerb der Nutzungsrechte am Reihenerdgrab verteuerte sich leicht und kostet für 30 Jahre nun 1025 Euro (ab 5. Lebensjahr) bzw. 512 Euro bis 5. Lebensjahr). Das Nutzungsrecht für 40 Jahre an Wahlgräbern kostet künftig 1370 Euro (+10/Einzelwahlgrab) oder 2740 Euro (+10) für das Doppelwahlgrab.

Stärkere Veränderungen gab es nur bei den Gebühren für die Pflege von Gemeinschaftsgräbern, weil die Verwaltung hier die Bedarfsberechnung änderte oder korrigierte, wie der Bürgermeister erläuterte. Die Pflege des Gemeinschaftsgrabes kostet künftig bei einer Erdbestattung nur noch 1015 (bisher 1745) Euro, bei einer Urnenbestattung 500 statt bisher 1200 Euro. Teurer wird hingegen die Gebühr für die Pflege einer anonymen Grabstätte. Hier sind künftig 740 Euro statt 360 Euro bei einer Erdbestattung zu entrichten, 230 Euro (bisher 198) sind es bei einer Urnenbestattung.

Straßenreinigung

Die Sommerreinigung kostet in der Gemeinde Simmerath wie bisher 23 Cent je laufendem Meter Straßenfront.

Die Winterreinigung sinkt um 6 Cent von bisher 1,20 Euro auf demnächst 1,14 Euro je laufenden Meter Straßenfront.

Christoph Poschen wunderte sich dennoch, warum die Winterräumung „doch um einiges teurer als in Monschau“ sei, wo die Winter doch in den Nachbarkommunen sicherlich gleich hart seien. Bürgermeister Hermanns konnte hier nur mutmaßen: „Ich könnte mir vorstellen, dass dies mit einem größeren Straßennetz zu tun hat“, sagte Hermanns.

Abfall

Nachdem die Abfallgebühren drei Jahre hintereinander leicht rückläufig waren, hätten sie kalkulatorisch 2017 angehoben werden müssen, was die Gemeinde aber durch eine Verteilung der Überschüsse aus den letzten Jahren verhindert. Es ergeben sich somit folgende Sätze für die gängigsten Gefäßarten:

60l-Restmülltonne mit Reduzierung für Biotonne oder Eigenkompostierung bei 14-täglicher Leerung: 126,36 (bisher 126,24 Euro)

80l-Restmülltonne (wie vor): 162,00 (bisher 161,88) Euro.

120l-Restmülltonne (wie vor): 244,44 (bisher 244,08) Euro.

240l-Restmülltonne (wie vor): 465,36 (bisher 465,24) Euro.

120l-Biotonne: 39,60 (40,68) Euro.

Restmüllsack: 6,00 Euro (Stück/unverändert)

1100l-Container (wöchentliche Abfuhr): 3195,36 (3182) Euro.

(hes)