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Radfahrer schwer verletzt: Unfall auf Rurufer-Radweg befeuert Sicherheitsdebatte

Radfahrer schwer verletzt : Unfall auf Rurufer-Radweg befeuert Sicherheitsdebatte

Bei einem Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Auto ist ein Fahrradfahrer im Simmerather Ortsteil Woffelsbach am Sonntag schwer verletzt worden. Die Simmerather Grünen hatten vor solchen Gefahren erst kürzlich gewarnt.

Der Autofahrer war mit seinem Wagen kurz vor 11 Uhr entlang des Rursees auf dem Alois-Spoo-Weg in Fahrtrichtung „Wildenhof“ in Simmerath unterwegs. Wie die Polizei berichtete, wich er in einer Linkskurve einer Fußgängerin aus, die am rechten Rand der schmalen Straße stand. In der Kurve entgegen kam ihm jedoch ein Radfahrer, der ebenfalls mittig auf der Straße unterwegs war. Auto und Fahrrad stießen frontal zusammen. Dabei erlitt der Radfahrer schwere Verletzungen.

Ein angeforderter Rettungshubschrauber, der dafür im Schilsbachtal landete, brachte den 42-jährigen Niederländer in ein Krankenhaus. Bis die Rettungskräfte eingetroffen waren, leistete der 62-jährige Autofahrer aus Aachen erste Hilfe. Ein Notfallseelsorger kümmerte sich im Anschluss um ihn. Für die Dauer der Unfallaufnahme war die Unfallstelle voll gesperrt.

Der Unfall entfacht erneut die Diskussion um die Sicherheit auf der schmalen Straße, die sich Fahrradfahrer, Wanderer und Autofahrer teilen. Sie ist ein Teilstück des viel beworbenen Ruruferradwegs und an vielen Stellen so eng, dass ein Passieren des Gegenverkehrs nicht möglich ist.

„In Kurven sehr gefährlich“

Erst kürzlich hatte es daher im Verkehrsausschuss der Gemeinde Simmerath eine Diskussion um die Sicherheit gerade von Fahrradfahrern gegeben, nachdem der Fraktionsvorsitzende der Simmerather Grünen, Klaus Stockschlaeder, von eigenen Erfahrungen berichtet hatte. Anlass war das Vorhaben des Betreibers der Ferienanlage im Schilsbachtal, der für seine Feriengäste zusätzlichen Parkraum schaffen möchte.

Die Grünen lehnen das Vorhaben ab, weil es zusätzlichen Autoverkehr auf der schmalen Strecke schafft. „Wir sind da neulich noch einmal mit dem Fahrrad gefahren: Auf der Straße kommen einem Autos in einem Tempo entgegen, dass es vor allem in Kurven sehr gefährlich wird“, sagte Stockschlaeder im Juni. Die Grünen beantragten deshalb, dem Eigentümer das Anlegen weiterer Parkplätze nicht zu genehmigen, konnten sich aber mit ihrer ablehnenden Haltung nicht durchsetzen, obgleich die FDP die Sicherheitsbedenken geteilt hatte.

Für Klaus Stockschlaeder ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Im Planungsausschuss werde man das Thema demnächst erneut besprechen, sagte er am Montag. Das Thema Sicherheit von Fahrradfahrern müsse auch im Rahmen des lange angekündigten Verkehrskonzepts für die Gemeinde eine Rolle Spielen. „Die Situation auf dieser Straße ist einfach sehr gefährlich.“

(mar)