Leitung von Bagger beschädigt: Strauch muss mehrere Stunden ohne Strom leben

Leitung von Bagger beschädigt : Strauch muss mehrere Stunden ohne Strom leben

Am frühen Dienstagmorgen blieben viele Haushalte im gesamten Ortsteil Simmerath-Strauch im Dunkeln. Offenbar beschädigte ein Bagger eine Leitung auf einer Baustelle zur Glasfaser-Verlegung. Rund 1150 Anwohner mussten sich in Geuld üben.

„Das ist hier keine kleine Sache“, meinte ein Mitarbeiter der Regionetz und runzelte die Stirn, als er am Dienstagmorgen mit prüfendem Blick in eine Straßenbaustelle am Kreisverkehr in Strauch schaute. Hier, in etwa einem Meter Tiefe, liegt die Ursache dafür, dass der komplette Ort Strauch in der Nacht zum Dienstag stundenlang ohne Stromversorgung blieb.

Rund 1150 Bürger mussten sich in Geduld üben, ehe dann um neun Uhr alle gut 300 Haushalte wieder mit Strom versorgt waren. Ab circa 8 Uhr war schon wieder ein Drittel des Ortes am Netz, und bereits ab 5.30 Uhr waren die ersten Haushalte wieder mit Strom versorgt worden. Die

Versorgung wurde über insgesamt vier Notaggregate sichergestellt. Ein kapitaler Kabelschaden war die Ursache dafür, dass die Regionetz als zuständiger Netzbetreiber in der Region, rund ein Dutzend Mitarbeiter in die Nordeifel schicken musste, um das Problem zu beheben.

Bäckermeister Lukas Breuer musste sich als Folge des mehrstündigen Stromausfalls in Geduld üben. Foto: Peter Stollenwerk

Die Schadensmeldung über den Totalausfall, einschließlich der kompletten Straßenbeleuchtung, war dem Unternehmen um 3.16 Uhr gemeldet worden. Probleme mit der Stromversorgung des Ortes hatten sich bereits im Laufe des Montags abgezeichnet, wobei zunächst mit Hilfe von Zwischenlösungen das Netz stabilisiert werden konnte.

„Der Kabelschaden wurde bei Baggerarbeiten verursacht“, teilte am Dienstag Regionetz-Sprecherin Eva Wußing mit. Anschließend war der Netzbetreiber an der Baustelle aktiv geworden. „Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände“ sei dann ein weiterer Kabelschaden ausgelöst worden, der die Komplett-Störung zur Folge hatte. Bautrupps der der Deutschen Glasfaser sind aktuell dabei, das FTTH-Glasfasernetz im Ort zu verlegen. Im Bereich des Kreisverkehrs wurde dabei offenbar das Hauptkabel der örtlichen Stromversorgung durch einen Minibagger beschädigt.

Am Mittag wurde bereits eines der vier Aggregate abgebaut. Der Netzbetreiber geht davon aus, dass im Laufe des Dienstags die reguläre Stromversorgung wieder aufgenommen werden kann.

Auch viele Frühaufsteher, vor allem die Pendler, waren vom Stromausfall in Strauch betroffen, so auch die Traditionsbäckerei Breuer. Juniorchef Lukas Breuer und sein Mitarbeiter suchten sich bei Arbeitsbeginn um 3.30 Uhr mit Taschenlampen ihren Weg in die Backstube an der Monschauer Straße. Weder Ofen noch Teigkneter konnten in Betrieb genommen werden. Nach einem Anruf bei der Regionetz stand fest, dass sich der Arbeitsbeginn an diesem Dienstag deutlich nach hinten verschieben würde.

„Um 5.30 Uhr sprang dann der Ofen an, und wir konnten die Produktion aufnehmen. Dann haben wir Gas gegeben“, erzählt der 25-Jährige. Da ebenfalls um 5.30 Uhr auch das Geschäft öffnet, mussten die ersten Kunden vertröstet werden – frische Brötchen und andere Backwaren gab es diesmal erst ab sechs Uhr. „Da sind wir noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen“, lautet für Lukas Breuer die persönliche Bilanz des Stromausfalls.

(P.St.)
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