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Dorfleben: Strauch feiert wieder Erntedank mit originellen Ideen

Dorfleben : Strauch feiert wieder Erntedank mit originellen Ideen

Vereine, Nachbarschaftsgruppen und Cliquen übertreffen sich wieder gegenseitig beim traditionellen Umzug. Auch der Energiekrise wird getrotzt.

Das ganze Dorf war auf den Beinen, als sich am Sonntag der traditionelle Erntedankzug aufstellte, um seinen Weg durch den Ort zu nehmen. Die Monschauer und die Kölner Straße wurden abgesperrt, und viel Volk versammelte sich an der Kirche, um einen guten Platz auf das Geschehen zu erhaschen.

Man war neugierig, wie wohl in diesem Jahr die Motive des Erntedanks umgesetzt würden; und man wurde nicht enttäuscht: Da hatten sich Vereine, Nachbarschaftsgruppen und Cliquen wieder gegenseitig mit originellen Ideen übertroffen und mit viel Liebe zum Detail, mit Witz und Fantasie die unterschiedlichsten Motive dargestellt.

Vorneweg wurde ein mit Heide geschmücktes Wägelchen gezogen, das eine sorgsam aus Hunderten Ähren geflochtene Erntekrone trug. Das Straucher Trommler- und Pfeiferkorps spielte Marschmusik, und schwungvolle Weisen ließen die Aktiven der Blasmusikvereinigung hören. Auch die Trommler und Pfeifer aus Rollesbroich sorgten für musikalische Begleitung.

 Straucher Winzer verschenkten Kostproben ihrer edlen Tropfen.
Straucher Winzer verschenkten Kostproben ihrer edlen Tropfen. Foto: Anneliese Lauscher

„Ist das Frühjahr mild, der Herbst den Korb mit Nüssen füllt“, verkündete eine gut gelaunte Schar; auf dem Anhänger eines Traktors war ein Nussbaum aufgestellt worden, mehrere Sorten Nüsse wurden angeboten, denn „sie halten fit“. Gleich dahinter zogen kleine und große Gärtner durch die Straßen. „Gießen, gießen, gießen, damit die Pflanzen sprießen!“ lautete ihr Motto nach dem trockenen Sommer. Kinder auf blumengeschmückten Kettcars, Männer und Frauen in grünen Schürzen und mit Gießkannen kämpften erfolgreich gegen die Trockenheit; den Blumen auf ihrem Wagen ging es gut, denn ein großes, bunt bemaltes Wasserfass schien für genügend Nachschub zu sorgen.

Nach dem Grundsatz „Was du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen“ boten Winzerinnen und Winzer Kostproben aus ihren Kellern an, drei Generationen waren munter unterwegs, auf dem prächtigen Wagen sah man Weinlaub und Trauben. Der Energiekrise trotzten Straucher auf originelle Weise, sie machten Holz selbst und hatten alles dabei: mehrere Äxte, dicke Holzscheite und Anstochholz, Pellets und Flüssiges für die Pause.

Einige Gärtner fahren auf „natur-getunten Carts“.
Einige Gärtner fahren auf „natur-getunten Carts“. Foto: Anneliese Lauscher

Echte Hühner gackerten auf einem Wagen, und dem Hahnenkönig Hermann wurde noch einmal große Ehre erwiesen. Man hatte ihm einen luxuriösen Stall gebaut, er durfte mit seiner Claudia auf einem Frontlader thronen, ihn umringten die Fans in ihren gelben T-Shirts.

Zum Schluss tauchten die Raben auf: Männer und Frauen ganz in Schwarz, mit Hüten und gelben Schnäbeln, sammelten eifrig die Reste.

Der Hahnenkönig thronte auf einem üppig geschmückten Frontlader.
Der Hahnenkönig thronte auf einem üppig geschmückten Frontlader. Foto: Anneliese Lauscher

Der lange, vergnügte Zug endete erst nach über einer Stunde; dann wurde es eng im Pfarrheim und dem zusätzlich aufgestellten Zelt. Jubel herrschte, als die Jury ihre Bewertung verkündete: Die Hahnenköniggruppe und die Raben hatten gewonnen.