Simmerath: Fußballer des SV Einruhr/Erkensruhr wieder in Kreisliga D

In Kreisliga D dabei : Die Fußballer des SV Einruhr/Erkensruhr melden sich zurück

Schlechte Nachricht für alle Wildschweine rund um Einruhr und Erkensruhr. Mit der mehr oder weniger ungestörten Ruhe ist es für die Vierbeiner rund um den Sportplatz in Erkensruhr ab Beginn der nächsten Fußballsaison nach fast sechs Jahren vorbei. Der 1966 gegründete SV Grün-Weiß Einruhr/Erkensruhr mischt wieder im Fußballgeschäft mit.

Die neu gegründete 1. Mannschaft des Vereins will zwar die Kreisliga D nicht aufmischen, aber man will sich in jedem Fall den Gegnern angriffslustig präsentieren, wozu Trainer Michael Stollenwerk am Samstag bei der Teampräsentation festhielt: „Wir freuen uns auf die kommende Saison und hoffen, die ein oder andere Überraschung möglich zu machen.“

Nächtliche Wildschwein-Attacke

Still ruhte der Sportplatz in Erkensruhr, der allein aufgrund seines Namens nicht nur in Sportkreisen einen nahezu legendären Ruf hatte. Während andere Vereine mit einem Sportpark aufwarten können, kann sich der SV Einruhr/Erkensruhr im Tal der Erkensruhr mit einer Arena präsentieren.

Von der fahrbaren Mini-Tribüne war bei der Kadervorstellung nichts zu sehen. Es besteht Hoffnung, dass man wieder vor einer Tribüne jubeln kann. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Nach einer schweren nächtlichen Attacke durch eine Rotte Wildschweine im September 2008, die dem Spielbetrieb in der Kreisliga C nur kurzfristig zusetzte, wurde der idyllisch gelegene Sportplatz dann fortan durch die SV-Fans in „Wildschweinarena“ umgetauft. Die ungewohnte Popularität nutzte wenig, als der Spielbetrieb dann vor rund sechs Jahren eingestellt werden musste.

Hoffnung auf Neuanfang

Mit der ungestörten Ruhe für die Waldbewohner ist es nun vorbei: Der Ball rollt wieder in der Wildschweinarena in Erkensruhr. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Ein trauriges Ereignis, bei dem alle Fans und Unterstützer ihre Mannschaft ein letztes Mal mit großer Euphorie anfeuerten und danach mit gebratenem Wildschwein und dem ein oder anderem leckeren Bier verabschiedeten. Neben vielen Erinnerungen blieb damals die zaghafte Hoffnung auf einen Neuanfang. Der größte Optimist in dieser Hinsicht war sicherlich Thomas Puzicha, der sich auch in der Ruhephase der Wildschweinarena um die brachliegende Spielstätte des Vereins kümmerte, wie Vorsitzender Helmut Heup hervorgehoben wissen will. „Thomas Puzicha hat sich all die Jahre weiter um den Platz gekümmert. Das kann man nicht hoch genug würdigen.“

Am Wochenende war nun der Neuanfang. „Wildschweinarena 2.0“ hieß es bei der Kadervorstellung der 1. Mannschaft, als die Wildschweinarena wieder ihre Tore öffnete. Das Ereignis hatte man mit einem Augenzwinkern als das „Comeback des Jahres“ bezeichnet, was sicherlich auch mit dazu beitrug, dass die Wildschweinarena aus allen Nähten platzte.

Monatelange Organisation

Für das leibliche Wohl war bei bestem Wetter bestens gesorgt worden, so dass es nicht wunderte, dass zu dem Erkensruhrer Sportevent rund 200 Besucher den Weg gefunden hatten.

Der Lust, im Tal der Erkensruhr wieder Fußball zu spielen, waren fünf Monate voller organisatorischer Arbeiten vorausgegangen. Nach anfänglicher Skepsis sowie zahlreichen Gesprächen, Telefonaten und E-Mails zwecks Kaderplanung wurde aus den Träumereien und Luftschlössern dann Realität. Bereits nach zwei Wochen hatte man wieder ein Fußballteam zusammen.

Vom Ergebnis her kann man sich nicht beklagen, da zum Kader weit über 20 Mann gehören. Neben acht Spielern, die bereits vor sechs Jahren dabei waren, stießen allein aus Dedenborn sechs weitere Kicker zum Team, sowie vier Nachwuchsspieler nebst vier Neukräften aus Einruhr. Kapitän des Teams ist im Übrigen Patrick Puzicha. Natürlich wollte man den Zuschauern bei der Neueröffnung der Wildschweinarena auch zeigen, was man fußballerisch so drauf hat. Das gelang bestens. Im Freundschaftsspiel gegen die SG Erfthöhen aus dem Kreis Euskirchen siegte man hochverdient mit 5:1. Das macht Lust auf mehr und lässt für die Qualifikation im Kreispokal beim Heimspiel am 4. August gegen DJK Westwacht Aachen hoffen. Natürlich müssen sich die Gegner des SV Einruhr/Erkensruhr nach wie vor auf die Besonderheiten der Wildschweinarena einstellen.

Besonderes Charisma

Zum Charme der Spielstätte gehört eben auch, dass dort zwar Umkleidecontainer vorhanden sind, aber man nach Spielende zum Duschen ins Schwimmbad in Einruhr fährt. Nach wie vor ist selbstverständlich für die Zuschauer auf dem Platz in Erkensruhr die sogenannte Wildschweintränke vorhanden, wo man seinen Durst stillen kann. Momentan müssen die Fans allerdings noch auf die fahrbare Mini-Tribüne verzichten, die in vergangenen Zeiten mit zum besonderen Charisma der Spielstätte gehörte. Hier scheinen aber bereits emsige Kräfte am Werk zu sein, so dass man sicher bald wieder von einem Tribünenplatz dem Spielgeschehen folgen kann.

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