Silent Rider: Verein gegen Motorradlärm organisiert sich in Simmerath

Kampagne „Silent Rider“ : Verein gegen Motorradlärm organisiert sich

Der Anfang ist gemacht: Silent Rider, die Initiative gegen Motorradlärm, ist nun ein eingetragener Verein mit professioneller Außendarstellung. Der neue Vorstand sowie die Internetseiten und ein Imagevideo wurden am Montagnachmittag im Simmerather Rathaus offiziell der Öffentlichkeit präsentiert.

„Zuerst war es nur ein loser Verbund von einer Handvoll Eifelgemeinden, die zwei Dinge gemeinsam haben: Sie sind Tourismuskommunen, und sie leiden bei gutem Wetter und vor allem am Wochenende unter teils unerträglichem Motorradlärm“, erinnerte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns an die Anfänge der Kampagne. Binnen kurzer Zeit sagten neun Bürgermeister von Kommunen, die an den Nationalpark Eifel angrenzen, ihre Unterstützung zu und bilden nun das Grundgerüst des Vereins und damit der Kampagne. „Wir sind die Zündung und hoffen, dass unsere Initiative nun Wellen schlägt – am besten bundesweit“, blickte Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch nach vorne.

Karl-Heinz Hermanns, der zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde, räumte ein: „Bundesweit gab und gibt es viele Aktionen und Aktivitäten von einzelnen Akteuren wie Polizei, Kommunen und Regionen, der Bevölkerung und auch von diversen Motorradvereinigungen, die aber bisher kaum eine Verbesserung der Situation erreicht haben. Dies möchten wir ändern“, so Hermanns. Ziel der Kampagne sei es daher, gemeinsam mit allen betroffenen Kommunen, Regionen und Zielgruppen auf die umfassende Problematik des Motorradlärms in vielen Teilen Deutschlands hinzuweisen. „Die Thematik soll damit in die breite Öffentlichkeit getragen und die Politik für die Wichtigkeit dieses umfassenden Problems sensibilisiert werden, um endlich eine Verbesserung für die vielen Menschen und Personengruppen zu erwirken.“

Dazu wurde ein Forderungskatalog aufgestellt, der sich an maßgebliche Stellen, an Ordnungsbehörden und Hersteller wendet. Unter anderem fordert der Verein darin leisere Motorräder durch Hersteller, ein Lärmschutzgesetz, drastischere Strafen für Manipulationen, neue Verfahren für Lärmmessungen und Zulassungen, mehr Geräuschmessungen, eine konkrete Definition von Geräuschgrenzwerten, Frontkennzeichen für Motorräder und eine allgemeine Halterhaftung.

Mit Nachdruck erklärte Karl-Heinz Hermanns, dass die Kampagne sich nicht gegen Motorradfahrer richte, sondern einzig gegen die kleine Zahl der „schwarzen Schafe“ darunter, die sich nicht um Tempolimits und Schalldämpfer scheren.

Der Verein hofft nun auf viele Unterstützer – Kommunen, Behörden und Privatpersonen, die sich über die Internetseite www.silent-rider.de informieren und dort auch Mitglied werden können.

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