Schiffsprozession an Fronleichnam: Große Verbundenheit auf dem Rursee

Fronleichnam mit Schiffsprozession gefeiert : Große Verbundenheit auf dem Rursee

Ganz im Zeichen enger Verbundenheit stand die gemeinsame Feier des Fronleichnamsfestes am Rursee der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Simmerath.

Die Schiffsprozession und ein gemeinsamer Gottesdienst bildeten dabei die Höhepunkte. Zum zweiten Mal feierte die GdG Simmerath das das Hochfest des Leibes und Blutes Christi als gemeinsame Veranstaltung, nachdem die Fronleichnams­tradition in den einzelnen Pfarren vom Aufwand her immer schwieriger aufrecht zu erhalten war.

Aber auch wenn es nun nur noch eine zentrale Fronleichnamsfeier in der GdG Simmerah gibt, hat das Fest nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Dies dokumentierte sich auch in der großen Teilnehmerzahl am vergangenen Donnerstag. Die Schiffsprozession am Rursee als solche gibt es bereits seit knapp 30 Jahren. Sie geht zurück auf eine Initiative des damaligen Rurberger Ortspfarrers Thomas Zensus.

Gemeinschaftsgefühl stärken

„Es ist zwar schade, dass in den Dörfern nicht mehr gefeiert wird, aber die jetzt gefundene neue Form bietet auch die Chance, das Gemeinschaftsgefühl in der GdG zu stärken“, sagte GdG-Leiter Pfarrer Michael Stoffels. „So hat das Fest auch eine Zukunft“, ergänzte er.

Beten und Singen vor dem Antoniushof: Vor dem herrlichen Rurseepanorama wurde der Festgottesdienst gehalten. Foto: Peter Stollenwerk

Die Verbundenheit dokumentierte sich aber auch noch auf andere Weise. Die beiden von Einruhr aus startenden Oberseeschiffe „St. Nikolaus“ und „Seensucht“ waren fest miteinander vertäut und glitten im Verbund über den Trinkwassersee. Dieses besondere Fahrerlebnis ist nur den Fahrgästen bei der Schiffsprozession vorbehalten, deren Kosten übrigens die GdG trägt.

 Schon in aller Frühe, kurz nach sieben Uhr, bewegte sich die Prozession von der Pfarrkirche Einruhr aus in Richtung Anlegestelle. Rund 150 Gläubige nahmen auf den beiden Schiffen Platz. Kurze Zeit später legte in Woffelsbach das Rurseeschiff „Stella Maris“ ab und nahm mit rund 60 Prozessionsteilnehmern Kurs auf Rurberg. Auf allen Schiffen wurden Texte aus der Heiligen Schrift vorgetragen. Und der Vergleich von Pastor Stoffels, dass Jesus für den Menschen in bestimmten Situationen auch als Rettungsanker dienen könne, hatte im Zusammenhang mit der Schiffsprozession gleich eine doppelte Bedeutung.

Begleitet wurde die Stella Maris von drei Booten der DLRG. Vertreter der Schützenbruderschaften, die Feuerwehr, die Rurseeklänge Woffelsbach, die Heimbach-Bruderschaft Rollesbroich, die Kevelaer-Bruderschaft Simmerath und zahlreiche Erstkommunionkinder waren ebenfalls gekommen, um gemeinsam ein frohes und frühes Fest des Glaubens bei angenehmem Sommerwetter zu feiern. Singend und betend zogen die Prozessionen von beiden Anlegestellen aus dann gemeinsam in Richtung Rurseezentrum. Der Gesang der Gläubigen legte sich über die morgendliche Stille der Rurseenplatte, wo das Leben gerade erwachte.

Hauptzelebrant Bischof Aloys Jousten, Bischof em. aus Lüttich, trug während der Schiffsprozession die Monstranz. Foto: Peter Stollenwerk

Pontifikalamt gefeiert

Festlich hergerichtet war der Antoniushof, wo Bischof Aloys Jousten, Bischof em. aus Lüttich und langjähriger treuer Begleiter der Schiffsprozession am Rursee, gemeinsam mit Pfarrer Michael Stoffels und Gemeindereferent Sven Riehn das Pontifikalamt feierte. Auf dem Vorplatz mitten in grüner Natur hatten rund 250 Gläubige Platz gefunden, und im Saal des Antoniushofes hatte noch einmal die gleiche Anzahl Menschen Platz genommen. In der Mitte auf einer Bühne war der Altar platziert, und die Schar der Gottesdienstbesucher vor dem Rurseepanorama bot ein einprägsames Bild.

Hauptzelebrant Aloys Jousten begrüßte vor allem die große Anzahl Kinder aus der GdG Simmerath und betonte, „dass uns das Fest des Glaubens heute alle verbindet“.

Nach der Festmesse machten sich dann drei Sakramentsprozessionen auf den Weg. Eine Fußprozession bewegte sich zur Pfarrkirche Rurberg, die Rurseeschiffsprozession endete in der Woffelsbacher Wendeluniskapelle, und für die Gläubigen auf den beiden Oberseeschiffen war in der Pfarrkirche Einruhr Endstation.

An der Anlegestelle in Einruhr, wo eilends die beiden Oberseeschiffe entknotet wurden, warteten unterdessen bereits die erste Tagesgäste, die einfach nur einen ganz normalen Feiertag in der Eifel genießen wollten.