1. Lokales
  2. Eifel
  3. Simmerath

Rock, Pop, Folk und Filmmusik des Hauptorchesters und Schülerensembles

Herbstkonzert der Hans-Blasmusik in der Simmerather Kirche : Hans holt kalifornische Sonne in die Eifel

Mitten in der kalten Jahreszeit wurde am Samstag beim Herbstkonzert der Hansa-Blasmusik in der katholischen Pfarrkirche ein „Hauch von California“ spürbar. Sonne, Sand, große Kinohits und ein Touch Hollywood.

Das große Ensemble unter der Leitung von Dirk Schnitzler – Dirigentin Anke Bauer war krankheitsbedingt verhindert – versetzte die Besucher zurück in die gute, alte Zeit, ließ mit „California Dreamin’“ Erinnerungen an die legendären Musiker der Pop-Folk-Band „The Mamas and the Papas“ wach werden.

Moderator Berthold Wilden gab zu jedem Musikstück eine jurze Einführung. Warum Kalifornien im Mittelpunkt eines Konzertes? Die Idee von Dirigentin Anke Bauer wurde getreu dem Motto „Nach dem Konzert ist vor dem Konzert“ bereits kurz nach dem Konzert im Vorjahr geboren, wie Pressewart Manfred Abel erklärt. Bauer habe die erste Idee verfeinert, in Betracht kommende Stücke ausgesucht und sogar selbst einige Stücke bearbeitet, so dass sie für das Orchester und das diesjährige Konzert passen, so Abel. Erfreulich: Für jedes Stück gibt es einen einheimischen Sponsoren.

Schon der Blick ins Programmheft ließ erkennen: Das wird rockig, poppig und cineastisch. „California Dreamin“, die bekannte Hymne der Folk-Pop-Band „The Mamas and the Papas“ aus dem Jahre 1963, die lange in den Schubladen verschwunden war, dann von der Geschichte zu einem Welthit wurde, war ein Auftakt nach Maß, wie erster starker Beifall unterstrich. Harmonie, Einsatz, Engagement, der Klangkörper gab sich perfekt – es war gleich zu Beginn ein Highlight des Abends.

Super auch das Medley der amerikanischen Funk- und Alternative-Rockband „Red Hot Chili Peppers“, 1983 in Los Angeles gegründet, heute noch erfolgreich, mit ihren vier bekannten großen Hits „Californication“, „Dani-California“, „Otherside“ und „Can't Stop.“ Da wurden die Besucher zum Rocken animiert. Großartig vom „Hansa“-Ensemble intoniert, engagiert auch Dirigent Dirk Schnitzler, der dem Klangkörper seinen Stempel aufdrücken konnte.

Gleiches bei „Hotel California“ von „The Eagles“ aus dem Jahre 1976. Das Album rangierte in den Charts in den USA und Kanada auf Platz 1, zählt zu den meistverkauften Platten aller Zeiten. Auch in Simmerath ist es offensichtlich nicht in Vergessenheit geraten, ein Garant für Erfolgsmusik.

Bei so einem Konzert darf der niederländische Meister-Komponist Jacob de Haan natürlich nicht fehlen, von ihm wurden „Pasadena“ (nach einer kalifornischen Stadt benannt), durchsetzt mit Swing-Rhythmus und Latin-Rock, und auch „La Storia“ (dem italienischen Filmkomponisten Ennio Morricone gewidmet) zu Gehör gebracht. Großartig und harmonisch dargeboten, starker Beifall für das große Orchester, das den Geschmack der Besucher mit den beiden Kompositionen getroffen hatte.

Film-Time schließlich, gleich zu Beginn „Movie Blockbusters“ von Michael Brown, der in einem Medley einige Themen der größten Filmmusikkomponisten in diesem aufregenden Werk für Blasorchester bearbeitet hat: Spannend, fesselnd, dramatisch, wehmütig und auch ein wenig romantisch. In Simmerath jedenfalls ein „Knüller!“

Aufregend, intensiv, aber auch zart und ein wenig skurril, so der Stil von Hans Zimmer in dem effektiven Medley „Movie Milestones“, bestückt mit Melodien aus beliebten Filmen, so auch „Der König der Löwen“ und „Fluch der Karibik.“ Gefühlvoll dargeboten von der Hansa-Blasmusik, genüsslich anzuhören.

Passend zum Abschluss des Abends war „The Greatest Show“ aus dem Film „The Greatest Showman“ mit unvergessenen Songs aus einem der schönsten Musikfilme aller Zeiten: die Filmbiografie über den Zirkuspionier P. T. Barnum. Was für ein Konzertabschluss, der tobende Beifall ließ erkennen, das Publikum war von der Leistung des Orchesters vollauf begeistert.

Die Ouvertüre für das großartige California-Spektakel des großen Orchesters war zuvor der Auftritt des Schülerorchesters unter der Leitung von Julian Jansen. Auch hier gab es ein interessantes, ansprechendes Repertoire, das der Nachwuchs zu Gehör brachte. So „Rockspace for Young People“, eine rockig-groovige Nummer im Stile eines Popsongs. „Drivingtest“ hatte nichts mit der Übersetzung „Führerschein-Prüfung“ zu tun, im Mittelpunkt stand hier „echt gute Musik“ von Hand gemacht. Gleiches galt für die klassische Rock-Hymne „Crazy Train“, die erste große Single des britischen Heavy-Metal-Sängers Ozzy Ousbourne (1980). Hier dominierten erst einmal die Trompeten, wurden dann vom Rest des Orchesters ergänzt. Dirigent Julian Jansen hatten den Nachwuchs passend „auf den Punkt gebracht.“ Dafür gab es reichlich Applaus und natürlich zufriedene Mienen.

Die Besucher gingen zufrieden nach Hause, von den Akteuren wurde der große Erfolg im Probenraum der Hansa hernach gebührend gefeiert, war Gesprächsstoff und ein Grund zum Anstoßen.