Querbeat heizt den Fans beim Rursee-Rock ordentlich ein

Rurseefest 2019 : Rursee-Rock verzeichnet Rekordbesuch

Nein, die achte Auflage des beliebten Rurseerocks begann nicht verspätet, es wurde wohl nur gewartet, bis die letzten Regenschauer abgezogen waren.

Einheizen musste die Bonner Brass-Pop-Band Querbeat den knapp 3500 Gästen, die zur achten Auflage des Rursee-Rocks gekommen waren, beileibe nicht, auch wenn es kurz vor Beginn der Veranstaltung am Abend nach der Eröffnung des 54. Rursee-Festes einen kräftigen Regenschauer gegeben hatte. Doch das Publikum war schon ordentlich aufgewärmt, als die die 13-köpfige Gruppe gegen 22 Uhr die Bühne betrat.

Für einen gelungenen Stimmungstest hatten die beiden Vorbands „Wildfire“ aus Düren sowie „Captain Disco“ aus dem Ruhrgebiet gesorgt. Auch wenn „Wildfire etwas später startete, überzeugten sie das Publikum mit ihren zeitlosen Tönen aus dem Indie-Rock-Pop umso schneller. „Wir sind schon etwas nervös, denn der Auftritt heute ist für uns das bisher größte Konzert überhaupt“, gaben die vier Musiker vor Beginn ihres rund 30-Minütigen Auftritts zu.

Nach einer kurzen Umbaupause wurde die zweite Vorband, „Captain Disco“ aus dem Ruhrgebiet, mit einer La Ola-Welle begrüßt. Die vierköpfige Band war bereits zum dritten Mal im Rahmen des Rurseerocks mit von der Partie und wusste nicht nur mit ihren poppigen Gitarrentönen zu überzeugen. Nach 60 Minuten ernteten sie daher reichlich Applaus, und alles war bereitet für den Höhepunkt des Abends. Spätestens zu diesem Zeitpunkt kamen die letzten Gäste zur Seebühne, die vorher noch auf der Uferpromenade waren, um an den zahlreich geöffneten Marktständen entlang zu schlendern.

Die Band Querbeat, die ihre musikalische Ausbildung am Beueler Kardinal-Frings-Gymnasium durchlaufen hat, startete stimmungsvoll in den Abend. Bereits zu Beginn gelang der erste Stimmungstest mit dem Kassenschlager „Nie mehr Fastelovend“ problemlos und sehr erfolgreich. Der bekannte Klassiker „Dä Plan“ sorgte für eine weitere Stimmungsexplosion, und auch ein Großteil der folgenden Songs wurde von rhythmischem Klatschen und enthusiastischem Mitsingen begleitet.

Zweifelsfreier Höhepunkt bei der achten Auflage des Rurseerocks: Die 13-köpfige Brasspop-Band Querbeat aus Bonn begeisterte die knapp 3500 Gäste mit gewohnt flotten und eingängigen Rhythmen. Foto: ZVA/Max Stollenwerk

„Es ist ein tolles Bild, so viele gut gelaunte Menschen hier beim Rurseerock zu sehen, und ich kann verraten, dass wir heute einen neuen Besucherrekord brechen werden“, sagte Sander Lutterbach, der Veranstaltungsleiter bei „Rursee in Flammen“, vor dem Auftritt. Es sei zwar viel Arbeit, das ganze Jahr mit der Planung und Organisation der Großveranstaltung „Rursee in Flammen“ beschäftigt zu sein, aber alles in allem „ist es eine große Freude und ich bin stolz auf unser großes Team aus ehrenamtlichen Helfern“. Man sei bisher gut durchgestartet, in der Vorbereitung sei alles nach Plan gelaufen. „Ich denke, dass wir heute mit Querbeat sicher den richtigen Riecher hatten und kann sagen, dass wir auch am Rurseerock 2020 schon dran sind“, so Lutterbach, der mit Blick auf das nächste Jahr aber noch nichts preisgeben wollte. Insgesamt habe sich der Rurseerock fest im Programm etabliert und habe einen hohen Stellenwert für das Rurseefest. Federführend für die Planung des Freitagabends ist bereits seit einigen Jahren Niklas Hilger verantwortlich, der als Veranstaltungstechniker ein Mann vom Fach ist.

Der kurzweilige Auftritt von Querbeat ging weiter mit einigen gekonnten Soli an Posaune, Trompete und den Drums. Im Publikum herrschte Bewegung, es wurden mehrfach Konfetti-Kanonen gezündet, es wurde geklatscht und gehüpft, zwischenzeitlich tauchten einige der Musiker sogar mitten im Publikum auf. Plötzlich befanden sich dann zwei große, mit Luft gefüllte Flamingos inmitten des Publikums, und es gab einen Ritt um die Wette zweier freiwilliger Mitstreiter auf den Flamingos. Mit dem Lied „Randale und Hurra“, wie auch die aktuelle Tour der Band heißt, endete nach rund anderthalb Stunden schließlich das Gastspiel von Querbeat am Rursee.

„Ich bin mit einigen Freunden hier und hoffe natürlich, dass das Wetter hält und freue mich auf ein tolles Konzert mit Querbeat, bin aber auch gespannt auf die beiden Vorbands“, sagte der 25-Jährige Christopher Vent, der extra aus Jülich zum Rursee gekommen war und zum ersten Mal Gast bei „Rursee in Flamme“n war. Er habe die Band bei der lachenden Köln-Arena zwar schon einmal live gesehen, freue sich aber auf die Performance „mit dem schönen Rursee-Panaroma“. Seine Erwartungen wurden mindestens erfüllt.

Deutlich über 3000 Besucher sorgten für Festival-Atmosphäre und einen neuen Besucherrekord beim Rurseerock im Rahmen des 54. Rurseefestes. Foto: ZVA/Max Stollenwerk

Es standen über drei Stunden Live-Musik von drei verschiedenen Bands auf dem Programm, die bei Besuchern aus nah und fern für beste Stimmung sorgten. Moderiert wurde der Abend von den Brüdern Klaus und Bernd Rollesbroich.

Insgesamt wurde das Konzept des Rursee-Rocks etwas umgestellt und neue Akzente gesetzt. War die Veranstaltung zunächst mehr eine Plattform für neue und unbekannte Bands, soll der Freitagabend mit und mit wachsen und größer gestaltet werden. Zwar ist der Aufwand für die Organisation und für Genehmigungen (beispielsweise müssen Sondergenehmigungen beantragt werden und Notausgänge gekennzeichnet werden) dann höher, doch die Mühen lohnen sich. So war im letzten Jahr die Kölner Kölsch-Rock und Karnevals-Band Kasalla zu Gast, in diesem Jahr nun die nicht weniger bekannte Gruppe Querbeat aus der ehemaligen Bundeshauptstadt.

Auch die Band „Wildfire“ aus Düren konnte mit ihrem Auftritt als Vorband beim Rurseerock überzeugen. Mit zeitlosem Indie-Rock-Pop zogen die vier Musiker das Publikum in ihren Bann. Foto: ZVA/Max Stollenwerk

Inzwischen ist dadurch auch der Freitagabend zu einem Publikumsmagneten im Rahmen des Rurseefestes geworden, das ohnehin als Aushängeschild für die Gemeinde Simmerath dient. Denn hier kommen nicht nur zahlreiche Gäste in die Nordeifel, sondern auch die Übernachtungszahlen schnellen in die Höhe. Zum Gelingen tragen hier, neben dem 14-Köpfigen Organisations-Team, jährlich rund 260 ehrenamtliche Helfer bei.

Während der Veranstaltung konnte man aber durchaus den Eindruck gewinnen, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat. Denn es entstand ein gemeinsames, friedliches Fest mit bester Stimmung an einem lauen Sommerabend, mit dem Blick auf den Eiserbachsee als I-Tüpfelchen.

Es war schließlich bereits kurz vor Mitternacht, da endete die achte Auflage des Rursee-Rocks. Müde war zwar noch niemand, doch es herrschte Zufriedenheit und gute Laune am Rurseezentrum. Bei immer noch angenehmen Temperatuten verweilten viele der Besucher noch auf der Festwiese. Sie ließen die Eindrücke des Abends noch ein wenig wirken, auch wenn die Nacht bis zur Fortsetzung des Rursee-Festes mit dem Feuerwerk am Samstag für einige dadurch recht kurz wurde.

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