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Neuer Coworking Space in Simmerath

Neuer Coworking Space : Alternative zum Homeoffice in Simmerath

Coworking Spaces boomen: Die flexiblen Bürogemeinschaften sprechen längst nicht mehr nur Kreative und andere Freiberufler an. Auch Unternehmen nutzen mittlerweile das flexible Angebot.

„Coworking … was?! Die Frage wird bald niemand mehr stellen.“ Simmeraths Bürgermeister Bernd Goffart wagt bei einem „Baustellenbier“ der cowork AG aus Aachen diese nicht allzu unrealistische Prognose. Zentral in der Robert-Koch-Straße zwischen Rathaus und der Eifelklinik St. Brigida gelegen, öffnet der Anbieter für flexible Bürolösungen aus Aachen unter dem Label Worqs noch im Oktober einen Coworking Space in Simmerath. Es ist bereits die zweite Niederlassung in der Nordeifel: In Roetgen ist Worqs bereits seit mehr als einem Jahr vertreten. Die Büroarbeitsplätze in den ehemaligen Räumen der Sparkasse am Rathaus sind schon seit geraumer Zeit ausgebucht.

Gemeinde ist interessiert

Mit einer hohen Nachfrage rechnen die Macher auch in Simmerath. Hier stehen künftig auf fast 300 Quadratmetern zwischen 20 und 25 Arbeitsplätze zur Verfügung. Neben einzelnen Arbeitsplätzen im Großraumbüro ist hier auch Platz für mehrere Teambüros, in denen bis zu vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Platz finden. Eines davon wird voraussichtlich die Gemeinde selbst beziehen. Sie hat das Projekt maßgeblich mit angestoßen und auch finanziell unterstützt.

„Die Idee ist schon mehr als zwei Jahre alt“, berichtet Annette Wüst, Marketingleiterin des Simmerather Gewerbevereins. Der erhofft sich von dem Projekt eine weitere Stärkung des Standorts. „Wir wollen Start-ups und Gründer ebenso ansprechen wie Freiberufler oder auch etablierte Unternehmen“, erklärt Wüst. Die Bandbreite der möglichen Nutzung sei inzwischen auch aufgrund der enormen Verbreitung von Arbeit im Homeoffice groß.

„Viele Menschen haben mittlerweile das Bedürfnis, wieder in Gesellschaft zu arbeiten – ohne dass sie auf die Vorzüge des Homeoffice verzichten wollen“, sagt Wüst. Stichwort Pendler: Die fänden in Simmerath künftig moderne Büroarbeitsplätze und könnten so auf die Fahrt zum weit entfernten Arbeitsort womöglich weitgehend verzichten.

Großes Potenzial in Simmerath

Für die moderne Arbeitswelt sei Flexibilität in Zukunft entscheidend, meint Bürgermeister Goffart. Ein Coworking Space biete vor diesem Hintergrund enorme organisatorische und auch finanzielle Vorteile. Das kann Nikos Kanonis bestätigen: Der Projektmanager der cowork AG hat bereits die Filiale in Roetgen zum Erfolg geführt. In Simmerath sieht er noch ein weitaus größeres Potenzial: „Wirtschaft und Handel florieren, gleichzeitig ist die Entfernung zum Oberzentrum Aachen bereits so groß, dass es sehr attraktiv sein kann, wertvolle Zeit nicht im Auto zu vergeuden, sondern im nahe gelegenen Büro zu arbeiten.“

Worqs biete für alle Bedürfnisse flexible Lösungen, erklärt Kanonis. „Der eine braucht nur einen Arbeitsplatz, der andere vielleicht einen eigenen Schreibtisch, der nächste ein ganzes Büro – wir sind da für alles offen.“ Interessenten müssten sich lediglich für einen Zeitraum von sechs Monaten binden. Nach dieser Frist könnten die Plätze im Coworking Space bereits wieder gekündigt werden. Sie kosten in Simmerath – je nach Ausstattung – laut der im Netz verfügbaren Preisliste zwischen 89 und 199 Euro für einen Arbeitsplatz inklusive aller Nebenkosten pro Monat.

Die Nutzer erhalten dafür modern und stylish eingerichtete Büroräume mit einem Meetingbereich nebst Kaffeeversorgung, die über das Smartphone rund um die Uhr geöffnet werden können. Wer mag, kann also schon um 5 Uhr morgens arbeiten – oder genauso gut abends um 22 Uhr. Das Mutterhaus von Worqs in Aachen bietet 2500 Quadratmeter, die inzwischen meist ausgebucht sind. „Jeder denkt bei solchen Orten an Webdesigner und andere Kreative. Tatsächlich arbeiten bei uns inzwischen auch mittelständische Bestattungsunternehmer oder Gartenbauer, die die Büroarbeit nicht mehr zu Hause erledigen wollen“, sagt Nikos Kanonis. Der Markt boomt nicht erst seit Corona: Die Zahl derartiger Coworking Spaces ist in Deutschland bereits vor der Pandemie von 300 auf knapp 1500 gestiegen.

Mehr Informationen unter www.worqs.de