„Fuchsjagd“ in Eicherscheid: Im Galopp auf der Jagd nach dem Fuchsschwanz

„Fuchsjagd“ in Eicherscheid : Im Galopp auf der Jagd nach dem Fuchsschwanz

Für die Herbstjagd des Reit- und Fahrvereins Eicherscheid gab es am Sonntag den passenden Rahmen: trockenes, kühles Herbstwetter und bunt gefärbte Wälder. Seit fast 50 Jahren wird die Tradition der „Jagd“ hier großgeschrieben.

Gejagt wird eigentlich nicht, man unternimmt einen zünftigen gemeinsamen Ritt durch die herbstliche Landschaft; das erste Feld setzt in schnittigem Galopp über die Wiesen. Wenn Sprünge zu absolvieren sind, bieten sich den Zuschauern begeisternde Bilder. Und zum Schluss wird der Fuchs gesucht, das heißt, man muss versteckte Fuchsschwänze aufspüren.

Auch diesmal hatten die Helfer des Vereins alles bestens vorbereitet: 14 Sprünge waren auf verschiedenen Wiesen aufgebaut worden, und für Verpflegung war gesorgt. Da in Steckenborn in diesem Jahr keine Herbstjagd stattfand und auch sonst im Umkreis kaum noch eine veranstaltet wird, hatten die Organisatoren mit recht vielen Teilnehmern gerechnet.

Es kamen ein Dutzend Reiter zu Pferd und sechs Kutschen, und sie wurden freundlich begrüßt. Was auffiel: Ein einziger Reiter hatte sich zu den elf Amazonen getraut. Alle sammelten sich auf dem Reitplatz, Peter Conrads sprach ein Gebet, er fand die passenden Worte, um Reiter und Pferde und alle Beteiligten zu segnen. Er wünschte „Gemeinschaft und gute Freunde, die alle Wege deines Lebens begleiten“.

Als Erste zogen die Springer und Nichtspringer los, angeführt von den Mastern Sonja Wiechert und Heinz Dieter Küpper. Masterin des Einsteigerfelds war Jutta Breuer. Das Kutschenfeld wurde von Hans-Willi Schophoven geführt. Das Bläserkorps, das zum Aufbruch blies, setzte sich diesmal aus Mützenichern und Roetgener Jagdhornbläsern zusammen. Es begleitete die Jagd und erfreute Teilnehmer und Zuschauer mit den gekonnt vorgetragenen traditionellen Signalen, die der Herbstjagd besondere Stimmung verliehen. An der Rurbrücke in Dedenborn wurde eine Pause eingelegt, man konnte sich mit Brötchen und Kuchen stärken. Dann ging es an den Aufstieg aus dem Rurtal auf die Eicherscheider Höhen; hier wurde auf der „langen Trift“ der Fuchs gesucht.

Aus dem Kutschenfeld war Rachel Visé erfolgreich, sie war aus Kettenis im benachbarten Belgien gekommen und hatte „Kitana“ angespannt. Im Feld der Großpferde spürte Lena Telöken aus Imgenbroich den Fuchs auf, sie hatte „Schatzi“ gesattelt. Bei den Ponyreitern war es Silke Tüpper aus Steckenborn, die sich den Fuchsschwanz griff; ihr Pony „Moon“ hatte sie zum Erfolg getragen. „Es war meine erste Fuchsjagd“, sagte sie strahlend, „und bestimmt komme ich im nächsten Jahr wieder.“ Nicht nur ihr, auch den übrigen Teilnehmern hatte die schöne Strecke gefallen, die durch den malerischen Herbstwald ins Tal und wieder hoch führte. „Und wir sind nicht nass geworden“, sagte eine zufriedene Reiterin.

Jutta Braun, die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Eicherscheid, bedankte sich bei allen Helfern, beim DRK für seine Bereitschaft und bei den Jagdreitern und Fahrern für ihre faire und umsichtige Reit- bzw. Fahrweise. Im gemütlichen Casino klang die Jagd bei einem deftigen Essen, kühlen Getränken und angeregten Gesprächen aus.

(ale)