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Ab 1. Mai in der GdG Simmerath: Gottesdienste unter strengen Regeln

Ab 1. Mai in der GdG Simmerath : Gottesdienste unter strengen Regeln

Auch in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Simmerath wird ab Freitag wieder die Feier von Gottesdiensten möglich sein. Trauerfeiern sind ebenfalls möglich. Doch die Einschränkungen und Auflagen sind vielfältig.

Dabei wird die Teilnehmerzahl in den zehn Kirchen der GdG jedoch begrenzt sein und müssen die Gläubigen und muss auch der Pfarrer einen umfangreichen Katalog strenger Regeln einhalten. Dies haben Pfarrer Michael Stoffels und das Pfarramt Simmerath am Dienstag mitgeteilt.

Ab dem 1. Mai ist grundsätzlich die Feier von öffentlichen Gottesdiensten wieder möglich. Die (Erz-)Bistümer Köln, Paderborn, Münster, Aachen und Essen haben dafür ein Konzept entwickelt, das sie der Landregierung NRW vorgelegt haben. „Über die Möglichkeit habe ich mich zunächst sehr gefreut und weiß, es geht vielen genauso. Doch müssen wir uns weiterhin an die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen halten“, kommentierte Pfarrer Stoffels die Wiederaufnahme von Gottesdiensten.

In den „Bestimmungen für die Kirchen und die Feier der Heiligen Messe“ ist unter anderem geregelt, dass die Weihwasserbecken auch weiterhin geleert bleiben, keine Gebetbücher ausliegen („Es soll während der hl. Messe auf Gemeindegesang verzichtet werden.“) und die Kollekte nicht rundgeht, sondern in die Körbchen am Ausgang der Kirche gesammelt wird. „Zur Teilnahme an Gottesdiensten ist der Mund- Nasenschutz nicht zwingend vorgeschrieben aber dringend erwünscht“, heißt es weiter. Besondere Vorsichtsmaßnahmen werden auch für den Empfang der Kommunion ergriffen. So empfangen die Gläubigen den Leib Christi nur in einer Reihe, im gebotenen Mindestabstand und ohne den Dialog „Der Leib Christi.“ – „Amen“, der zu Beginn der Kommunionsausteilung von allen gemeinsam gesprochen wird.

Personen, die zur Risikogruppe gehören, wird dringend geraten, nicht am öffentlichen Gottesdienst in der Kirche teilzunehmen. „Das muss jeder für sich selbst und in Verantwortung für die anderen entscheiden. Bitte schauen Sie sich die Gottesdienste im Fernseher und in anderen Medien an“, empfiehlt Michael Stoffels.

Er unterstreicht: „Wir müssen alles dafür tun, dass niemand in der Kirche mit dem Coronavirus angesteckt wird. Ich bitte alle, diese Bestimmungen ernst zu nehmen. Wir wollen als Kirche auch weiterhin unserer Verantwortung gerecht werden, die Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Die Lockerungen müssen daher sehr behutsam und verantwortungsvoll geschehen.“ Der GdG-Leiter ist überzeugt: „Die Einschränkungen werden uns eine lange Zeit begleiten und unseren Alltag bestimmen.“

Wichtigste Einschränkung in der GdG Simmerath ist die Begrenzung der Gottesdienstteilnehmer. Dabei richtet sich die Zahl der zugelassenen Gottesdienstteilnehmer nach der Größe des Raumes und den vorhandenen Möglichkeiten, den Mindestabstand zu wahren. In den Pfarrkirchen der GdG Simmerath gelten folgende Höchstteilnehmerzahlen: Dedenborn, Einruhr, Rurberg und Strauch je 30 Personen, Eicherscheid und Kesternich 28, Lammersdorf 32, Rollesbroich 25, Steckenborn 35 und Simmerath 75 Personen.

Auch Beerdigungen sind ab sofort in den Simmerather Pfarreien wieder mit einer größeren Trauergemeinde möglich. In den vergangenen Wochen mussten die Beisetzungen im kleinsten Kreis vorgenommen werden. Foto: MHA/Heiner Schepp

In den Kapellen Paustenbach, Huppenbroich, Erkensruhr und Woffelsbach sowie in der Pfarrkirche in Hammer und in der Kapelle des Krankenhauses finden während der Pandemie keine Gottesdienste statt, da es hier nicht möglich ist, den Mindestabstand einzuhalten.

Um möglichst vielen Gläubigen eine Teilnahme an der Sonntagsmesse zu geben, finden diese ausschließlich in Simmerath statt, da hier der größte Kirchenraum in der GdG ist.

„Wenn es zu Komplikationen kommt und die Abstandsregeln oder Hygienemaßnahmen nicht eingehalten werden oder wenn die Feier mit allen Einschränkungen unwürdig erscheint, werden die öffentlichen Gottesdienste sofort abgesetzt“, mahnt Pfarrer Stoffels

Ausführlich nimmt der Pfarrer für elf Kirchen- und vier Kapellengemeinden in der Veröffentlichung vom Dienstag auch Stellung zu besonderen Feiern in der Kirche. Exequien und Trauerfeiern sind in der GdG Simmerath ab sofort in den Kirchen unter Beachtung aller Vorschriften und der Höchsteilnehmerzahl möglich. Nach dem Trauergottesdienst ist keine gemeinsame Prozession zum Friedhof erlaubt. Man trifft sich unmittelbar nach dem Gottesdienst auf dem Friedhof - unter Beachtung des Mindestabstandes - am Grab.

Die Erstkommunionfeiern wurden bereits in den Herbst verlegt; auch Taufen und Hochzeiten müssen vorzugsweise auf 2021 verschoben werden, rät das Pfarramt Simmerath, da die Abstandregeln und die Höchstteilnehmerzahlen bei solchen Anlässen nur schwierig einzuhalten seien und auch die liturgische Handlung selbst mit Taufwasser, Handauflegung oder Salbung hohe Ansteckungsrisiken berge.

„Es tut mir sehr leid, wenn junge Familien in dieser Zeit die Taufe für ein Kind verschieben müssen; für die Kommunionkinder und ihre Familien, die vor große Herausforderungen gestellt sind oder die Brautleute, die sich auf die Hochzeit gefreut haben und diese nun, am besten um ein ganzes Jahr, verschieben müssen. Es schmerzt, die Verstorbenen nicht in der gewohnten Weise zu ihrer letzten Ruhe und Anteilnahme der Bevölkerung zu begleiten. Es tut weh, auf die vielen Gottesdienste zu verzichten und auf die vielen Gläubigen, die täglich in unseren Kirchen die Heilige Messe mitfeiern“, stellt Stoffels fest, betont aber auch: „Ich sehe darin aber nicht eine Einschränkung der Religionsfreiheit, wie es von politischer und kirchlicher Seite manchmal gedeutet wird, sondern vielmehr die Verantwortung, die wir füreinander tragen.“

(hes)