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Einruhrer „Rentnerband“ bringt Flur- und Brückennamen in Erinnerung

Schilder angebracht und andere Arbeiten verrichtet : Einruhrer „Rentnerband“ bringt Flur- und Brückennamen in Erinnerung

Auf „seinen“ Rentner-Arbeitstrupp ist Siegbert Heup, Vorsitzender des Eifelvereins Einruhr/Erkensruhr, mächtig stolz. „Das ist quasi unsere Rentnerband“, hält Heup schmunzelnd zu der zwölfköpfigen Truppe fest, bei der auch Ortsvorsteher Christoph Poschen immer mit Hand anlegt, wenn im Dorf am See etwas in Angriff genommen wird, was der Verschönerung des Ortes und der Förderung des Tourismus dient.

Nun hat man mit viel Man-Power zahlreiche Flur- und Brückennamen in Erinnerung gerufen, wozu 15 Namensschilder aufgestellt wurden.

Zum Abschluss der Maßnahme war die seit über einem Jahr halbseitig gesperrte Brücke über die Rur zwischen Pleushütte und Einruhr (B266) an der Reihe, die jetzt mit dem Namensschild „Friedrich-Wilhelm-Brücke“ versehen wurde. Die in den 1830er-Jahren erbaute Gewässerüberquerung war ursprünglich eine massive Bruchsteinbrücke mit mehreren Rundbögen zu deren Realisierung Kronprinz Friedrich Wilhelm eine ansehnliche Summe beigetragen hatte. In den 1950er-Jahren musste das alte Bauwerk wegen Aufstockung der Rurtalsperre durch eine neue Brücke ersetzt werden, wie sich Heup erinnert.

Mit der Anbringung des Namensschildes wurde an die Geschichte der Brücke erinnert. Darüber hinaus hat die Rentnerband, die aus Mitgliedern des Eifelvereins und des Fördervereins für Kultur- und Heimatpflege Einruhr-Erkensruhr besteht, in diesem Jahr auch die Nikolausbrücke über die Erkensruhr und die Brücken am Sauerbach, Mühlenwehr, Möckebach, Am Gierberg, Raußenauel und Jierley beschildert. Ferner wurden Schilder für die Flurbezeichnungen Am Wooch, Mömmepötzje, Häckelchen, Stöövelsteen und Heede Pättche aufgestellt. Lediglich das Schild für das markante Wegekreuz „Wolfshügel“ am Eifelsteig Richtung Dedenborn fehlt noch.

Darüber hinaus war man laut Siegbert Heup aber auch noch anderweitig aktiv. Man stelle mehrere neue Bänke auf, wobei die rundgeschwungene „Greta-Garbo-Bank“ am Heilsteinhaus besonders heraussticht. „Ein Stück Arbeit war auch die Freilegung des Wanderpfades vom Obersee Richtung Wolfshügel, der vom Windbruch total mit Holzstämmen und Reisig versperrt war“, so Heup.

Dazu wurden in diesem Jahr insgesamt 170 Meter Buchenhecken geschnitten. Wie Siegbert Heup sich erinnert, wäre die alte Brückezum Ende des Zweiten Weltkrieges fast gesprengt worden. „Die Wehrmacht war hier in Einruhr mit Panzern stationiert, um sich von hier aus an den Kämpfen um Kesternich zu beteiligen. Im Vorblick darauf, dass die Amerikaner eventuell vorstoßend von Kesternich kommen, hatte man die Brücke zur Sprengung vorbereitet.“ Dazu sei es dann aber nicht gekommen, da die US-Armee zur Überraschung der Wehrmacht von Vogelsang aus nach Einruhr vordrang.

Die „Rentnerband“ besteht aus folgenden Mitgliedern: Peter Berners, Gregor Breuer, Albin Cerovsek, Helmut und Klaus Heup, Rolf und Christoph Hüpgen, Manfred Karbig, Gottfried Kirch-Steffen, Helmut Logen, Michael Seidel, Karl-Heinz Thiede und Ortsvorsteher Christoph Poschen.

(ho)