Simmerath: Simmbad vor über 80 Jahren: Erfrischung in der „Öntekall“

Simmerath: Simmbad vor über 80 Jahren: Erfrischung in der „Öntekall“

Schon in den 1930er Jahren gab es in Simmerath ein kleines „Freibad“, und zwar in der Kall, nicht weit von Bickerath entfernt, wie der Ur-Simmerather und Heimatkundler Willi Wilden nun berichtete. Das Freibad der Simmerather Jugend hieß „Öntekall“ (Entenkall).

An dieser Stelle hatte die Kall ihr Bachbett etwas breiter erodiert, so dass nach Errichten eines Dammes an der schmalsten Stelle, bestehend aus Grassoden, Steinen und Knüppeln, ein Wasserbecken von etwa fünf mal acht Metern entstand mit einer Tiefe von 80 bis 90 Zentimetern.

„Wir nannten es ‚Badekönkel‘“, erinnert sich Wilden. Hier tummelte sich im Sommer bei gutem Wetter nur die männliche Jugend — Mädchen ließen sich hier nicht blicken. Weil das stark bewegte Wasser den Lehm vom Boden und aus dem Beckenrand löste, war das Wasser zwar frisch, aber gelb vom Lehm. „So mussten wir uns, bevor wir uns abtrockneten und wieder anzogen, ein Stückchen weiter oberhalb des ‚Könkels‘ im klaren Wasser vom Lehm befreien“, so der Heimatkundler.

Das Foto von 1933 hat seine älteste Schwester Hilda Wilden, später Hilda Hermanns (Frau von Wilhelm Hermanns), mit einer sogenannten Agfabox gemacht, einem kleinen Fotoapparat, der damals vier Mark kostete.

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