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Monschau: Service für Bürger sichert einen Arbeitsplatz

Monschau : Service für Bürger sichert einen Arbeitsplatz

„Das ist Service für die Bürger und sichert zudem noch einen Arbeitsplatz”, freut sich Monschaus Bürgermeister Theo Steinröx, wenn er von der Entsorgung der Grünabfälle spricht.

Von April bis Ende November können die Bürger der Stadt Monschau Rasenschnitt, Gartenabfälle und auch Heckenschnitt „kostenlos” über die Container entsorgen, die einmal in der Woche reihum in den einzelnen Stadtteilen aufgestellt werden.

610 Tonnen Grünabfall

Wie sehr das Angebot der Stadt angenommen wird, zeigt die Bilanz des vergangenen Jahres, die der Bürgermeister bei einem „Ortstermin” am Container in Höfen vorlegte: Im Jahr 2003 wurden 610 Tonnen Grünabfall entsorgt. Im Jahr zuvor waren es 727 Tonnen.

Die Differenz von fast 120 Tonnen ist eine Folge des Super-Sommers 2003, da fiel unter anderem deutlich weniger Rasenschnitt an. In Höfen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 110 Tonnen angeliefert.

Pflege der Dörfer

Die Kosten für die „kostenfreie” Entsorgung werden von den Bürgern über die Müllgebühr aufgebracht. Beschwerden darüber hat es eigentlich nicht gegeben, sagt der Bürgermeister, der deutlich macht: Der Service ist auch ein Beitrag der Stadt Monschau zur Pflege der Dörfer. Bürgermeister Steinröx: Das Ortsbild wird vielfach von den gepflegten Hecken geprägt.

Da gehöre es gleichsam zur Aufgabe der Stadt, den Bürgern bei der Entsorgung der riesigen Mengen an Heckenschnitt zu helfen.

Betreut werden die Container von einem Mitarbeiter des Sozialwerkes Eifel Christen: von Uwe Grüber (40) aus Konzen. Die Stadt zahlt dem Sozialwerk dafür einen Beitrag von 2135 Euro im Jahr. Bürgermeister Steinröx: „Mit der Arbeit an den Container-Plätzen sind wir sehr zufrieden.”

Es sei wichtig, auch „einfache Arbeitsplätze” einzurichten, denn es kann „nicht jeder Ingenieur und Techniker werden”. Bürgermeister Steinröx ist darum bemüht, mehr „einfache Arbeitsplätze” zu schaffen. „Wir haben eine Menge Arbeit”, etwa bei der Pflege der Orte.

Nur noch 19 Arbeiter

Früher, daran erinnert der Bürgermeister, hatte die Stadt 45 Arbeiter beschäftigt, heute sind es noch 19. Die Folge: Die Stadt ist nicht mehr in der Lage, alles zu tun, was eigentlich notwendig sei, zumal die Orte im Vergleich zu früher größer und aufwendiger geworden sind. Es gibt genug Arbeit: Wie aber sollen die Arbeitsplätze finanziert werden?

Das Sozialwerk Eifeler Christen ist froh, einen zuverlässigen Auftraggeber wie die Stadt zu haben. „Feste Aufträge sind für uns ein wichtiges Standbein”, sagte Gabrielle Attemeier, Leiterin des Sozialwerkes, das in Imgenbroich (Himo) den „Second-Laden” unterhält und dort gebrauchte Möbel und Kleidung günstig anbietet.

Für 35.000 Euro nach Würselen

Die Grünabfälle werden zur Kompostieranlage nach Würselen gebracht, das Entgelt dafür kostete im vergangenen Jahr fast 35.000 Euro, dazu kommen noch knapp 30.000 Euro Container-Kosten. Die Ausgaben will die Stadt künftig sparen, der Heckenschnitt soll als „Brennstoff” für die energetische Heizung im künftigen Nationalparktor am Haus Seebend genutzt werden.

Der Bürgermeister sicherte zu: In die Arbeit wird das Sozialwerk eingebunden. Das Problem derzeit: Es fehlt noch die Technik, den Brennstoff (der Heckenschnitt kann zu „Brikett” verarbeitet werden) automatisch der Heizung zuzuführen wie etwa bei einer Pellets-Heizung.

Sicher ist, dass auf dem neuen Parkplatz am Sportplatz in Höfen ein Sammelplatz für Heckenschnitt eingerichtet wird. Bürgermeister Theo Steinröx hält es für möglich, dass dorthin auch Heckenschnitt aus der Gemeinde Simmerath entsorgt werden kann. „Wir sind offen für andere Kommunen.”