Senkung des Ortstarifs für den Bus in Roetgen

Neuer Nachtbus geplant : Mit dem Bus günstiger durch die Gemeinde Roetgen

Das Busfahren soll innerhalb der Gemeinde Roetgen günstiger werden. Außerdem ist die Einrichtung eines Nachtbusses geplant. Das hat der Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig beschlossen.

Zurzeit kostet eine Einzelfahrt innerhalb der Gemeinde 2,70 Euro. Durch die Einführung eines Ortstarifs sollen die Kosten nun auf 1,80 Euro reduziert werden. Die Differenz von 0,90 Euro pro ausgegebenes Ortstarifticket muss die Gemeinde der Aseag ersetzen. Laut der Aseag wurden im Jahr 2017 rund 1000 Tickets der Preisstufe 1 im AVV-Tarif verkauft. Davon ausgehend, dass die Frequentierung des ÖPNV im Gemeindegebiet durch die Einführung des Ortstarifs um 100 Prozent steigt, rechnet die Verwaltung mit Mehrkosten in Höhe von 1800 Euro. Vertraglich festgelegt wird zudem eine Neuverhandlung bei Überschreiten eines noch zu definierenden Ausgleichsbetrags. Eingeführt werden soll der Ortstarif zum Fahrplanwechsel am 1. Juni 2019.

Schon lange besteht auch der Wunsch, die Anbindung der Gemeinde von Aachen aus in den Abend- und Nachtstunden zu verbessern. In einem ersten Schritt ist die Abfahrzeit der Spätfahrt auf der Linie 66/67, die in den Nächten vor Samstagen sowie vor Sonn- und Feiertagen verkehrt, ab Aachen Bushof von 0.30 Uhr auf 1.05 Uhr verlegt worden. Darüber hinaus ist vorgesehen, Roetgen nun auch an das bestehende Nachtbusnetz in Aachen anzubinden.

Zu diesem Zweck ist eine zusätzliche Nachtbusfahrt von Walheim aus in Richtung Roetgen geplant, die in Walheim um 3.03 Uhr im Anschluss an die bestehende Fahrt der Nachtbuslinie N1 verkehrt, die um 2.30 Uhr ab Elisenbrunnen beziehungsweise 2.32 Uhr ab Aachen Bushof abfährt. Der Weg entspricht der Linienführung der Linie 67 bis Roetgen Post. Die zusätzliche Nachtbusfahrt um 3.03 Uhr ab Walheim nach Roetgen soll analog zum bestehenden Nachtbusnetz jeweils in den Nächten vor Samstagen sowie vor Sonn- und Feiertagen angeboten werden.

Eventuelle Verlängerung nach Simmerath

Außerdem ist geplant, dass die derzeitige Spätfahrt um 1.05 Uhr ab Aachen Bushof mit einer planmäßigen Ankunft um 1.52 Uhr in Roetgen über den Weg der Linie SB 63 bis zum Bushof in Simmerath verlängert und von dort wieder zurück über Roetgen bis Walheim geführt wird, um dann rechtzeitig für den Einsatz als neue Nachtfahrt um 3.03 Uhr in Walheim zur Verfügung zu stehen. Die Umsetzung ist aber nur möglich, wenn auch die Gemeinde Simmerath dieser Maßnahme zustimmt. Die Mehrbelastung für die Gemeinde Roetgen wird nach einer Modellrechnung der AVV GmbH auf circa 3200 Euro pro Jahr geschätzt.

Gerd Pagnia (Grüne) begrüßte die beiden Vorhaben prinzipiell. Er hätte sich aber einen noch günstigeren Tarif gewünscht. Mit Blick auf die Anbindung von Rott und Mulartshütte sei diese Forderung aber nicht aufrechtzuerhalten.

Auch Wolfgang Schruff (PRB) sprach sich für einen noch günstigeren Tarif aus, da Roetgen nicht mit Aachen oder Stolberg vergleichbar sei und die Wege kürzer seien.

Der parteilose Günther Severain erklärte, er habe sich die Sache anders vorgestellt. Da der Ortsbus ohnehin verkehre, könne man die Fahrten auch kostenlos anbieten. Dann müsse die Gemeinde eben 3600 Euro bezahlen.

Klaus Onasch (SPD) sprach von einer sinnvollen Maßnahme für die Gemeinde. 1,80 Euro pro Fahrt sei außerdem deutlich attraktiver als 2,70 Euro wie bisher. Auch die Einrichtung eines Nachtbusses sei erfreulich.

Stephan Speitkamp (CDU) sagte, dass man für diesen Betrag den Bürgern einen erheblichen Mehrwert biete. Da die Gemeinde bei einer Überschreitung der geschätzten Ticketzahlen zur Kasse gebeten werde, müsse es konsequenterweise auch einen Ausgleich bei einer Unterschreitung geben.

Silvia Bourceau (UWG) hätte lieber ein „Roetgen-Ticket“ etwa in Form einer Monatskarte gesehen, dass man einfach bei Antritt der Fahrt vorzeigen könne. Auch sie begrüßte die Einrichtung eines Nachtbusses.

Bernhanrd Müller (Grüne) sprach von einem Schritt in die richtige Richtung. Dies sei aber ein ängstlicher Schritt. Ein Pilotprojekt in Form einer Monatskarte sei besser, um die Bürger an die Benutzung des ÖPNV zu gewöhnen.

Bürgermeister Jorma Klauss (SPD) erläuterte, dass über ein Monatsticket nicht mit der Aseag diskutiert worden sei. Weitere Schritte seien aber nicht ausgeschlossen.

(ag)
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