Nordeifel: Seltene Haubenmeise am Vogelfutterplatz beobachtet

Nordeifel: Seltene Haubenmeise am Vogelfutterplatz beobachtet

Im Winter 2016/17 wurden in der ganzen Region und auch in weiteren Gebieten Deutschlands weitaus weniger Vögel beobachtet als in den Jahren vorher. Das scheint sich in diesem Winter wieder zu verbessern.

In Dedenborn sind zum Beispiel täglich bis zu elf Amseln, viele Kohl-, Blau- und Sumpfmeisen, Kleiber, Heckenbraunellen, Buchfinken, Zaunkönige, Rotkehlchen, Gimpel, Elstern und Eichelhäher zu beobachten. In den vergangenen Wochen erschien auch die eigentlich ziemlich seltene Haubenmeise am Futterplatz.

Diese Meisenart ist kleiner als Kohlmeisen. Ihre Scheitelfedern sind zu einem langen, spitzen Schopf verlängert, wodurch sie von allen anderen Vögeln unserer Heimat eindeutig zu unterscheiden ist. Ihr Lebensraum während der Brutzeit sind Nadelwälder, wobei in solchen Wäldern auch Totholz vorhanden sein muss, um Bruthöhlen zu zimmern. Fichtenwälder werden bevorzugt, aber sie brütet auch in Kiefern- und Lärchenwäldern. In Mischwäldern kann sie auch brüten, wenn ausreichend Koniferen zur Verfügung stehen.

Fichten zogen den Vogel an

Ausschlaggebend für den Lebensraum scheint ganzjährige Deckung zu sein. Bevor die Preußen Besitz von unserem Land nahmen, gab es deshalb hier in unserer Region keine Haubenmeisen. Erst durch das Anlegen von großen Fichtenwäldern durch den Menschen verbreitete sich die Haubenmeise in unserer Heimat. Im Sommer gehören Insekten und deren Larven sowie Spinnen zu ihrer Nahrung, im Winter und Herbst Sämereien, vor allem Samen von Nadelhölzern.

Dadurch, dass alle Nadelhölzer außer Lärchen ihre Nadeln im Winter behalten, ist es nicht einfach, Haubenmeisen zu beobachten, wenn sie im dichten Nadelwald unterwegs auf Nahrungssuche sind. Aber ihr Lockruf verrät sie, der sich ganz anders anhört als die Rufe anderer Meisen. Es ist ein schnurrend und rollender Laut, der sich wie ein mehrfach wiederholtes „Gürr-gürr“ anhört.

Haubenmeisen suchen ihre Nahrung vor allem in der Kronenregion der Nadelhölzer, in Mischwäldern auch auf Laubbäumen. Wenn es im Frühjahr langsam warm wird, suchen sie auch den Boden nach Spinnen ab. Im Herbst verstecken sie Samenkörner in der Regel zwischen Flechten und Zweigen. Das Nest befindet sich meistens in selbst gehackten Höhlen in morschem oder totem Holz, aber auch in Spechthöhlen und natürlichen Fäulnishöhlen.

Im Durchschnitt werden sechs Eier gelegt, die vom Weibchen ausgebrütet werden. Das Männchen füttert während dieser Zeit seine Partnerin. Nach gut zwei Wochen Brutzeit schlüpfen die Jungen, die noch gut drei weitere Wochen von beiden Eltern gefüttert werden, dann ausfliegen und sich bald in der näheren Umgebung eigene Reviere suchen.

Tipps zur Vogelfütterung

Kurz noch einige Hinweise für die Vogelfütterung im Winter: Das Futter sollte eine gute Mischung aus Sonnenblumenkernen, Haferflocken und kleinen Sämereien sein. Meisenknödel sollte man an dünnen Ästen von Bäumen oder Gestrüpp aufhängen, auf denen die Elstern, Marder und Waschbären nicht landen können. Das Vogelfutter kann man auch auf den Rasen streuen, denn es gibt Vogelarten, die nicht gerne in die Vogelhäuser einfliegen.

Für die Vögel ist das weitaus hygienischer, als im verschmutzten Vogelhaus Nahrung zu suchen. Wer draußen einen beleuchteten Weihnachtsbaum stehen hat, kann morgens auch einiges an Futter einfach in den Baum werfen. Vieles von diesen Haferflocken oder anderen Sämereien bleibt auf den Nadeln liegen und wird von Vögeln dort aufgesammelt. Haubenmeisen wird man am Futterhaus nur dann beobachten können, wenn Nadelgehölze in der Nähe sind.

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