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Nordeifel: Schulen und Schüler auf dem Prüfstand

Nordeifel : Schulen und Schüler auf dem Prüfstand

Pisa macht´s nötig: Das Bildungssystem soll reformiert werden, die Lerneffektivität der Schulen muss gesteigert werden. Wie das in der Praxis aussieht, erfahren ab Dienstag Hunderttausende Schüler in Nordrhein-Westfalen.

Auch an den weiterführenden Schulen in der Nordeifel macht ein holpriger Begriff schon seit Wochen die Runden: Lernstandserhebungen.

Übersicht gewinnen

Am Dienstag geht es los. Sinn der Übung ist es, landesweit eine Übersicht darüber zu gewinnen, welche Lernergebnisse die Schüler erreichen, inwieweit sie die Anforderungen der Lehrpläne erfüllen und welche Stärken und Schwächen zu Tage treten.

Die Grundschulen haben diesen Großtest schon hinter sich, jetzt sind die Schüler aller neunten Klassen der weiterführenden Schulen an der Reihe. Start ist heute mit einem, zweistündigen Mathematiktest, Deutsch folgt am 17. November und mit Englisch wird die Testreihe am 25. November abgeschlossen.

Etwa zwei bis drei Schulstunden dauert die Erhebung. An allen Schulen in NRW werden die Schüler zeitgleich mit exakt den gleichen Aufgabenstellungen konfrontiert. Die Lehrer sind bereits im Besitz der Testaufgaben, haben sie aber streng unter Verschluss gehalten.

Keine Vorbereitung

Eine Vorbereitung auf die Test-Thematik, wie sonst bei Klassenarbeiten üblich, hat es nicht gegeben, ansonsten würde ja auch das Ziel, eine Standortbestimmung für Schulen und Schüler zu erhalten, verfehlt.

Dennoch sorgen die drei November-Tests, die für alle verpflichtend sind, für viele Diskussion, wobei die Lehrer immer wieder betonen müssen, dass die Lernstandserhebung nicht in die Benotung einfließen darf.

Die Auswertung der Arbeiten erfolgt in der jeweiligen Schule, die ihre Ergebnisse an das Land weitergibt. Die Schüler werden über die Ergebnisse informiert.

Wertvolle Hinweise

„Aus dieser Erhebung wird vor allem das Land lernen und seine Schlüsse ziehen”, ist Franz-Peter Müsch, Leiter der Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau überzeugt. Sehr gelassen sieht er den Tests entgegen, die letztlich der Schule und Schülern wertvolle Hinweise über die Umsetzung von Lehrplänen und den individuellen Wissenstand geben könnten.

Auch werde ein Ergebnis der Erhebung sein, dass Lehrer gleicher Fächern, insbesondere an großen Schulen, sich besser über die Lehrinhalte verständigen müssten.

Müsch würde sich wünschen, dass die Aktion auch dazu führen würden, „dass wir wieder zu den Lernmethoden von früher zurückkehren.” Sinn der Schulbildung sei es schließlich auch, Wissen zu vermitteln, dass im späteren Leben auch angewendet werden könne.

In positiver Erwartung sieht auch Uwe Hennicke, Leiter der Hauptschule Simmerath, den Lernstandserhebungen entgegen. „Es für uns wichtig zu erfahren, wo wir stehen.” Er sehe in der Testreihe auch eine Vorbereitung auf demnächst stattfindende einheitliche Prüfungen an den Schulen, ebenso wie auf neue Kernlehrpläne für die Schulen.

Was im Falle der Simmerather Hauptschule allerdings nicht gut gelaufen ist, ist die Tatsache, dass die drei Termine für die Lernstandserhebungen allesamt in die Zeit des Betriebspraktikums für die neunten Klassen fallen, und somit der erste umfassende Einblick in die Berufswelt dreimal von schulischen Pflichten unterbrochen wird.