Woffelsbach: Schnelle Hilfe rund um den Rursee

Woffelsbach: Schnelle Hilfe rund um den Rursee

Wer am Samstagnachmittag am Seeufer in Woffelsbach unterwegs war, staunte nicht schlecht: Einsatzkräfte der DLRG, der Feuerwehr und des THW rückten in Scharen und einsatzmäßig zu Wasser wie auch zu Land aus. Doch anders als vor einigen Monaten, als hier ein gekentertes Boot einen Großeinsatz auslöste, war es diesmal nur die Probe für den Ernstfall.

So realitätsnah wie möglich lautete das Einsatzstichwort: „Nach Verpuffung am Rurseeufer mehrere Personen verletzt — genauer Ort unbekannt.“ Sicher kein seltener Fall, aber mit einigen zu bewältigenden Schwierigkeiten. Die Brandgröße, der genaue Ort und die exakte Personenanzahl sind den Einheiten bei der Ausfahrt oft völlig unbekannt, aber auf die verschiedensten Szenarien müssen sie stets vorbereitet sein.

Unfallort zunächst unbekannt

Diesmal rief um etwa 16 Uhr die Feuerwehr, bei der die Einsatzleitung bei einem Notfall liegt, den Alarm mit dem Einsatzstichwort über Funk an alle Einheiten aus. Danach muss alles ganz schnell gehen. Nach nur wenigen Minuten haben bereits zwei Boote der DLRG den genauen „Unfallort“ ausfindig machen können. Jeder hat nun seine eigene Aufgabe: Die einen kümmern sich umgehend um die Verletzten, die anderen geben die neu gewonnen Informationen an die anderen Einheiten per Funk weiter. Wenig später treffen auch zwei Löschfahrzeuge und ein Boot der Gemeindefeuerwehr Simmerath ein, und sie beginnen sofort damit, den „Brand“ zu löschen. Auch ein Boot des THW ist vor Ort, um zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten. Mit Tragetüchern werden die Verletzten vorsichtig in die Boote gelegt und zum gegenüberliegenden Ufer gefahren. Dabei ist besonders wichtig, dass jedes Boot nur einen Verletzten aufnimmt. Am anderen Ufer angekommen, können die Opfer nun weiter versorgt werden.

Kommunikation wichtig

Die Übung verlief weitestgehend reibungslos und erfolgreich. Im Ernstfall und je nach Situation werden zusätzlich noch das DRK, der Notarzt, ein Hubschrauber, die Polizei und Taucher involviert.

„Ob ein Boot kentert, plötzlich eine Ölspur auftaucht oder wie im geprobten Fall ein Grill am Ufer explodiert — die Organisation und Koordination zwischen und innerhalb der Einheiten muss stimmen“, so Sander Lutterbach, der Sprecher der Einsatzleitung. „Es ist vor allem eine Koordinationsübung, bei der es auf die gute Zusammenarbeit und die richtige Kommunikation ankommt“, erklärt Lutterbach. Einen Lageplan, der das Einsatzgebiet genau nach Koordinaten einteilt, liegt allen Einheiten vor und vereinfacht die Suche erheblich.

Alljährlich findet eine Übung wie diese statt, bei der das Team an Routine und Sicherheit gewinnen soll, um auf die fünf bis 15 Einsätze im Jahr vorbereitet zu sein. Unter der Woche sorgen die Feuerwehr und das THW für die Sicherheit auf dem Rursee; in den Ferien und am Wochenende hält die DLRG wachsam die Augen auf, während Besucher und Anwohner Bade-, Segel- und Grillspaß genießen können. Dank ihnen wurden schon einige Menschen aus einer Notlage befreit und das eigene Sicherheitsgefühl gefestigt.

(ik)
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