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Busse wenden, Straßen gesperrt: Schneefall in der Eifel führt zu Chaos auf den Straßen

Busse wenden, Straßen gesperrt : Schneefall in der Eifel führt zu Chaos auf den Straßen

Frischer Schnee bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hat in der Eifel punktuell für ein Verkehrschaos gesorgt. Eine Übersicht.

„Beim ersten Mal tut‘s noch weh“, sang einst Hans Albers. Dabei hatte der „blonde Hans“ kaum die Autofahrer im Sinn, die sich selbst noch Anfang Dezember auf Sommerreifen in die Eifel wagen. Reihenweise konnte am sie am Freitag auf der Hahner Straße stehen sehen – meist ratlos, im besten Falle mit Warnblinkanlage am Straßenrand.

Darunter sonst flotte Flitzer, aber auch etliche Handwerkerfahrzeuge der „Bulli-Klasse“. Dahinter mehr oder meist weniger geduldige Autofahrer, augenscheinlich eifelerfahren und ausgestattet mit Pneus, die den Grip behielten. Darunter bergauf eine festgefahrene Schneedecke, die glatt war. Nicht wenige der Ungeduldigen setzen an zum Überholen auf der weniger genutzten Gegenfahrbahn. Bergab nach Mulartshütte holt kurz nach 11 Uhr der Streuwagen des Landesbetriebs den Asphalt schon wieder zum Vorschein. Bergauf nach Lammersdorf taut das Eis noch nicht. Aber es geht durchaus zügig voran. Zumindest bis zum Roten Weg: Nur die letzte Meile zur Waldsiedlung verstopfen die Sommerrodler. Und dahinter in Richtung Junkers und Ortskern schwindet die weiße Pracht schon zusehends.

Dramatischer ist die Lage etwas weiter im Westen. Wer dort auf der B258 festhängt, dem bleibt nur der Fluchtversuch über die Hahner Straße oder der große Umweg über Eupen, um in Monschau zu landen.

An diesem Morgen wird auf der Höhe von Venwegen und Friesenrath aus Regen langsam fester Schnee. Spätestens ab Rott und Relais Königsberg gewinnt im nebligen Grau die weiße Pracht zunehmend die Oberhand. Die große Himmelsleiter bleibt passierbar wie die Ortslage von Roetgen. Aber weiter bergauf ist Stau auf der kleinen Himmelsleiter der B258. Zuerst ab Willemslägerweg, kurz danach ab Grüneplei-, Faulenbruch- und Hauptstraße. Rien ne va plus – nicht geht mehr in Richtung Monschau. Same procedure as every year – wie jedes Jahr, beim ersten Schnee hängen sie fest, die Lastwagen und Schlechtbereiften vor Fringshaus und auf der Hoscheiter Straße (B399). Sattelzug und Streifenwagen hüben, zwei Lastwagen und zwei Pkw drüben zählt dort Kathrin Goebels von der Polizei, eine Reihe hängengebliebener Fahrzeuge auf der L12 und noch eine Grabenlandung eines Autos bei Rotterdell füllen mittags die erste Bilanz der Polizeisprecherin aus Aachen: „Glücklicherweise alle ohne Verletzte“.

Das sagt auch ihr Kollege von der Dürener Leitstelle zur markantesten Meldung des Vormittags: Ein Bus, der bei Raffelsbrand im Graben gelandet ist. Zur Bergung muss nahe dem Knotenpunkt von L24 und B399 kurzzeitig die Straße gesperrt werden.

Als nichts mehr geht am Vormittag, ist gegen 11 Uhr auch für die Aseag die Welt zu Ende an „Roetgen Post“. Hier drehen die beiden Schnellbuslinien 63 und 64, um wieder ins wärmere und sicherere Aachen zu fahren. Nach Monschau und Simmerath traut sich erst einmal kein Bus mehr vor, nachdem Kollegen dort schon hängengeblieben waren. Aseag-Sprecher Paul Heesel bilanziert Ausfälle und Verspätungen von bis zu 30 Minuten. Gegen 12.45 Uhr läuft der Busverkehr wieder fahrplanmäßig, meldet zumindest die Leitstelle.

Und hinter Fringshaus weiter südlich gibt es ein paar Schneeflocken und diesigen Nebel, vor allem aber freie Straßen.

Dieser Artikel behandelt die Situation vom Freitag, 2. Dezember. Hier geht es zu einem aktuellen Artikel vom Montag, 5. Dezember: