Schnee sorgte am Montag für Verkehrsbehinderungen in der Nordeifel

Verkehrschaos in der Eifel : „Der ganz normale Schneewahnsinn“

Glatte Straßen und heftiger Schneefall haben am Montag die Nerven vieler Verkehrsteilnehmer in der Nordeifel strapaziert. „Es war der ganz normale Schneewahnsinn“, sagt dazu Andreas Müller, Pressesprecher der Aachener Polizei.

Auf der Bundesstraße 258 in Richtung Eifel verursachten am Morgen Lastkraftwagen, die quer standen, einen kilometerlangen Stau im Berufsverkehr. Wie genau es zu dem Unfall, an dem zwei Lkw beteiligt waren, gekommen sei, konnte die Polizei bislang nicht sagen. Lediglich dass sich der Unfall auf Höhe der BFT-Tankstelle ereignete und unzählige Autos dahinter warten mussten, stand fest. Polizeisprecher Paul Kemen sprach von einer „geschlossenen Schneedecke“, die auf der Himmelsleiter weitere Verkehrsverzögerungen verursache.

Auch in Monschau und Simmerath kam es zu Staus. „Auf Ausfallstraßen wurden uns Schneeverwehungen gemeldet“, berichtet Kemen. Auf der Jägerhausstraße zwischen Lammersdorf und Raffelsbrand war außerdem ein Baum auf die Straße gefallen. Zwischen Eicherscheid und Hammer beseitigte die Feuerwehr ebenfalls einen umgekippten Baum.

Die Kölner Straße zwischen Simmerath und Strauch war wegen eines feststeckenden Lkw gesperrt. Eine Spur war zuvor bereits aufgrund von Schneeverwehungen nicht mehr befahrbar. Auf der anderen, freien Spur hatte sich am Vormittag ein Laster festgefahren. Auch in beide Richtungen gesperrt war am Mittag die B266 zwischen Einruhr und Vogelsang.

Doch nicht nur Lkw hatten mit der Witterung zu kämpfen. Die DB Rheinlandbus meldete, dass es schon vormittags zu Verspätungen der Busse von bis zu 90 Minuten sowie Fahrtausfällen gekommen sei.

Um die Straßen von den Massen an Schnee zu befreien, war die Straßenmeisterei aus Rollesbroich mit voller Besetzung unterwegs. „Gestern Abend haben wir schon gestreut“, sagt der Leiter, Bruno Alzer, und ergänzt: „Heute Morgen haben wir dann um 2.30 Uhr wieder angefangen. Wir arbeiten mit allem, was die Fahrzeuge hergeben.“ Alle neun seien auf der gesamten 320-Kilometer-Strecke, die von der Straßenmeisterei betreut wird, von Aachen bis Düren, in der Nordeifel und in Richtung Nideggen unterwegs. Zwei weitere Fahrzeuge räumen die Rad- und Gehwege frei.

Entspannter wird die Lage für Alzers Mitarbeiter in den kommenden Tagen vermutlich kaum. Denn es soll laut Bodo Friedrich von Eifelwetter winterlich bleiben. Dienstag gebe es zwar voraussichtlich eine Schneepause, aber am Mittwoch würde Neuschnee von bis zu sechs Zentimetern erwartet. Am Freitag ginge die Temperatur minimal in den Plusbereich – auch in den Hochlagen der Eifel. Der Schnee taue dann leicht an, bleibe aber liegen, sagt er. „Es reicht auf jeden Fall, um am Wochenende eine Rodeltour zu machen, Schneemänner zu bauen oder Skilanglaufen zu gehen.“ Man müsse auch damit rechnen, dass am Wochenende viele Besucher von außerhalb in die Nordeifel kämen, um im Schnee aktiv zu sein.

Wichtig sei, dass die Straßen gut geräumt seien und die Autofahrer vorsichtig führen, merkt Friedrich an. Andreas Müller weist darauf hin, dass man geduldig sein sollte bei diesem Wetter. „Da ist nun mal alles etwas verzögerter“, sagt er. Vor dem Fahrtantritt sollte man darüber hinaus das Auto so gut es geht vom Schnee befreien – auch das Kennzeichen, das Dach und die Scheinwerfer.

Für das Nichtbefolgen von Regeln hat die Polizei auf den Verwarngeldkatalog hingewiesen. „Für das unnötige Warmlaufenlassen des Motors“ werden demnach zehn Euro fällig. Für das Fahren mit Guckloch statt freier Scheibe stehen ebenfalls zehn Euro an. Hat man das Auto nicht vom Schnee befreit und fliegt dieser den anderen Verkehrsteilnehmern um die Ohren, kann das 25 Euro kosten.

Für ein eingeschneites, nicht lesbares Kennzeichen werden bis zu fünf Euro fällig. Teurer wird das Bußgeld bei „nicht angepassten Reifen bei dieser Witterung“. Behindert man Verkehrsteilnehmer damit, kostet das 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Gefährdet man sie sogar, macht das schon 100 Euro plus einen Punkt. Und bei einem Unfall muss der Fahrer 120 Euro zahlen, ebenfalls plus Punkt.