Schmidt: Schmidts Filetstück: „Hoffen, dass der Investor keinen findet”

Schmidt: Schmidts Filetstück: „Hoffen, dass der Investor keinen findet”

Einen Discounter am Ortsrand von Schmidt, den wollen die Grünen nicht. Sie halten ihn für überflüssig. Das haben sie schon mehrfach deutlich gemacht und bekräftigten ihre Meinung jetzt noch einmal.

Bündnis 90/Die Grünen der Stadt Nideggen hatten zu einem Ortstermin eingeladen; auf der grünen Wiese am Ortsausgang von Schmidt Richtung Monschau trafen sich Klaus Droste, sachkundiger Bürger aus Schmidt, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag Düren, Gudrun Zentis, und die Bundestagsabgeordnete, Bettina Herlitzius. Spontan meinte Gudrun Zentis: „Dieses Grundstück ist viel zu schade für einen Verbrauchermarkt. Wenn man hier etwas Gewerbliches anbietet, sollte es dem Tourismus dienen.”

Wegen der Kälte wurde das Gespräch im benachbarten Hotel „Haus Seeblick” fortgesetzt. Zunächst beleuchtete Klaus Droste die aktuelle Situation in Schmidt: Das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten sei umfassend, es gebe zwei Supermärkte, zwei Bäckereien, eine Metzgerei, zwei Autohäuser, eine Tankstelle, zwei Elektronik-Geschäfte, Schreinerei und Zimmerei, Dachdecker, Installateur und andere Handwerksbetriebe und schließlich eine Arzt- und eine Zahnarztpraxis, und das alles im Ort - eine für ländliche Verhältnisse florierende Infrastruktur also.

Die Grünen meinen, dass man diese gewachsene, traditionelle Struktur nicht zerstören dürfe und verweisen auf andere Beispiele, wo die Ansiedlung von Märkten auf der grünen Wiese zum Ausbluten der innerdörflichen Geschäfte geführt habe.

Notwendigkeit nachweisen

Bettina Herlitzius verfügt als Architektin und frühere Leiterin des Kreisbauamtes Aachen über viel Erfahrung in dieser Thematik; sie ist zurzeit Sprecherin für Stadtentwicklung und Obfrau im Bundestagsausschuss für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung. Sie wies auf den demographischen Wandel hin, der auch die Orte in der Nordeifel erreicht habe.

„Es stehen schon etliche Häuser in den Orten leer; man muss für Familien lebenswerte Bedingungen schaffen und der Abwanderung in die Städte vorbeugen. Die innerörtlichen Strukturen müssen geschützt werden”, ist sie überzeugt.

Wer eigentlich einen großen Verbrauchermarkt da draußen befürwortet, ob die Schmidter den wirklich haben wollen, das möchten die Grünen gerne wissen. Bettina Herlitzius regte einen runden Tisch an, um über die Notwendigkeit, die umfangreichen Erdarbeiten, die eventuell erforderlich würden, und eine Beeinträchtigung der Nachbarn und der anderen Geschäfte in Schmidt zu sprechen. „Man kann nur hoffen, dass der Investor keinen findet, der hier Gewerbe ansiedeln will”, das wünscht sich Gudrun Zentis.

Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer stellt im Gespräch mit dieser Zeitung klar: „Als ich hierher gekommen bin, habe ich folgendes vorgefunden: Nach einem Ratsbeschluss gibt es einen Vorvertrag mit einem Investor. Er hat die Option, 4000 Quadratmeter zu erwerben. Die Frist, um mit dem Bau eines größeren Projektes zu beginnen, ist verlängert worden. Mir sind die gegensätzlichen Meinungen in Schmidt bekannt.”

Die einen sagten, das, was vorhanden sei, reiche zur Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs. Die anderen meinten, eine Möglichkeit, um beispielsweise eine größere Auswahl an Kinderkleidung zu bekommen, wäre zu begrüßen.

Vom Vertrag zurücktreten

Sie habe mit den Betreibern der beiden Supermärkte in Schmidt gesprochen: „Die möchten ihre Geschäfte noch lange weiterführen.” Das Gerücht, dass einer von ihnen schließen wolle, entbehre jeder Grundlage.„ Wenn der Investor feststellen sollte, dass sich sein geplantes Projekt nicht realisieren lässt, kann er von dem Vorvertrag zurücktreten.”

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