Schmidter Viergestirn übernimmt Tierpatenschaften

KG „Schmedter Grieläächer“ : Viergestirn übernimmt Tierpatenschaften

Einen außergewöhnlichen Termin hatte das Viergestirn der KG „Schmedter Grieläächer“ im Wildpark Schmidt: Es übernahm die Patenschaft für zwei Ziegen-Zwillingspärchen.

Eigentlich wollten Prinz Ronny I., Jungfrau Edwina I. und Bauer Günter I. mit ihrem Mundschenk Frank I., dem Elferrat und Gefolge aus der KG am Sonntag nur ein gemütliches Frühstück im Wildparkcafé einnehmen; da kam Axel Scheidtweiler, der Pächter des Wildparks, mit seinem Anliegen: Vier Ziegenbabys sind vor wenigen Wochen auf die Welt gekommen, zweimal Zwillinge, zwei Böckchen und zwei Geißlein. Und die suchten Paten.

Da kam das „Viergestirn“ gerade recht; es musste nicht lange überredet werden, behutsam nahmen die Männer die schönen Zicklein auf den Arm – eins niedlicher als das andere. Die Babys wurden nach den Tollitäten benannt und heißen fortan Ronny, Günter, Edwina und Franka. Prinz Ronny I. bedankte sich für diese Ehre und sagte zu Axel Scheidtweiler: „Wir sind sehr gerne Paten geworden. Wenn die Kleinen etwas brauchen, lass es uns wissen.“

Das „Viergestirn“ hat nun sicher ein Alleinstellungsmerkmal. Es ist ohnehin ein seltenes und bemerkenswertes Gespann. Sie gehören alle vier dem TuS an, spielen Fußball bei den Alten Herren, deren „Präsident“ der Prinz ist, engagieren sich bei vielen Aufgaben und Veranstaltungen. Außerdem sind sie begeisterte Tänzer und gehören zur Männertanzgruppe „Mamacitas“, die seit zehn Jahren im Schmidter Karneval für Begeisterungsstürme sorgt. Sie haben also Rhythmus im Blut und sind darüber hinaus ganz schön jeck.

Ausgerechnet der Jüngste, Ronny Weise (jetzt 37 Jahre alt), hatte „die Eingebung“, wie er sagt. „Vor zwei Jahren bin ich zu Günter gegangen und habe gesagt: Wir sind an der Reihe, wir machen das.“ Günter Virnich war sofort Feuer und Flamme, dann wurden die beiden Freunde, Ewald Wirtz und Frank Stollenwerk eingeweiht, die hätte am liebsten gleich losgelegt. „Wir waren entschlossen, in Schmidt das Viergestirn zu bilden, und wollten es auf jeden Fall werden, solange Kurt und Renate noch als Wirtsleute im Schützenhof tätig sind“, sagt Günter Virnich. So hatten die beiden „Prinzenfinder“ der Schmidter KG, Manuel Lennartz und Andreas Breuer, keine große Mühe, für 2019 ein Viergestirn zu finden.

Im vorigen Jahr hatten die „Mamacitas“ mehrere Auftritte, dazu wäre die Regentschaft kaum zu organisieren gewesen. Natürlich gehören zu den Vieren auch humorvolle Frauen, die waren spontan dafür und unterstützten das Vorhaben nach Kräften. „Echt schwierig zu erfüllen war das Gebot der Geheimhaltung“, berichtet Mundschenk Frank I. „Man durfte sich bei aller Begeisterung und Vorfreude nie verquatschen.“ So wurden die Kostüme beispielsweise bei Günter eingelagert, damit nur ja keines der Kinder in den anderen drei Familien sie finden konnte.

„Bei unseren Treffen gab es viel zu bereden und so manches Glas Weißwein zu trinken. Manchmal haben wir uns am nächsten Tag angerufen und gefragt: Wie war das noch, was haben wir eigentlich geplant?“, erzählt lachend Prinz Ronny I. Ihr Lied texteten sie gemeinsam und nahmen es im Rurtonstudio auf: „Für die Iwigkeit“. Die Melodie nahmen sie von „de Räuber“; die Stimmlage würde man so zwischen Tenor und Bariton ansetzen ...

Für immer unvergesslich wird ihnen der Empfang bei der Proklamation im Schützenhof bleiben; Lampenfieber und Vorfreude hielten sich die Waage. Frank, der Mundschenk, musste als Erster rein. Er tänzelte schwungvoll auf die Bühne, die Überraschung war vollkommen gelungen: Seine Tochter berichtet: „Ich hab geheult.“ Ewald, der als liebliche Jungfrau zur Bühne schritt, erinnert sich: „Ich ging wie durch einen Tunnel von Menschen, alle jubelten, ich weiß gar nicht mehr, wer mich alles umarmt hat.“

Nun genießen sie die Session mit vielen Auftritten, sie besuchen auch Seniorenheime und gehen zur Blutspende. Getreu dem Motto: „Et hät noch kenem jeschaad, ze fiere op kölsche Art“ werden sie mit Sicherheit viele Schmidter animieren, fröhlich und ausgelassen zu feiern. Und übrigens: Alle Erlöse aus Sticker- und CD-Verkauf wollen die vier fröhlichen Grieläächer am Ende der Session der Aktion „Running for Kids“ von Peter Borsdorff spenden.

(ale)
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