Monschau: Säuberungsaktion an der Stadtstraße in Monschau

Monschau: Säuberungsaktion an der Stadtstraße in Monschau

Mindestens 15 Jahre wurde im Bereich Burgau am Flussufer der Rur nichts gemacht. Ahorn, verschiedene Weidenarten, Birken und Gestrüpp drohten das Mauerwerk, welches nur auf der Gehwegseite inzwischen neu eingefasst und verfugt wurde, zu zerstören, so hoch war die Böschung geworden, die Büsche schon längst zu Bäumen gewachsen.

Mit der Säuberungsaktion am vergangenen Donnerstagmorgen, die bis zum späten Mittag andauerte, wurde dieser Teil in kurzer Zeit freigeschnitten. Dem öffentlichen Aufruf von Ortsvorsteher Georg Kaulen waren der Vorsitzende des Ortskartells, Heinz Mertens und vier Mitglieder der Gruppe Monschau des Eifelvereins (der 1. Vorsitzende Klaus Hilgers, Wegewart Benno Weber sowie die langjährigen Mitglieder Birgit und Hans Röseler) gefolgt.

Mit Motorsägen und Astscheren rückten die tatkräftigen Helfer dem ausufernden Bewuchs zu Leibe, der zum Teil schon an der Uferseite aus dem Mauerwerk wuchs und die Steine durch einfließendes Wasser und Gefrieren im Winter zerstörte.

„Mit regelmäßigem Beihalten alle zwei Jahre“, so Kaulen, sei das Problem aus der Welt geschaffen und der Blick auf den Park und die Antonius-Kapelle wieder freigelegt. Sowohl Anwohner, Touristen oder auch Fahrgäste des Bimmelbähnchens profitieren von dem Weitblick, der vorher nicht mehr gegeben war. Und in Zukunft seien „nur noch Astscheren nötig“, um die Begrenzungsmauern freizuschneiden.

Zum Entfernen des Riesenbärenklaus, auch Herkulesstaude, Herkuleskraut oder Heraklesstaude genannt, der zu der Familie der Doldenblütler gehört und die sich inzwischen auch hier breitgemacht hat, wäre allerdings ein Fachmann nötig. Hier heißt es, mit Körperschutzanzug und Gesichtsschutz gut gerüstet in den Kampf zu gehen. Diese Pflanze müsse „mit allem Drum und Dran herausgeholt werden“, erklärte der Ortsvorsteher.

Die einst im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführte imposante Pflanze, die zunächst in botanischen und privaten Gärten angepflanzt wurde, hat sich inzwischen derartig vermehrt, dass sie für das Ökosystem schwerwiegende Einflüsse nimmt und die lokale Artenvielfalt verdrängt. Außerdem kann die Berührung der Pflanze zu schweren Hautverbrennungen führen. Die wirkungsvollste Methode dieser Pflanze beizukommen ist das Ausgraben. Die Wurzeln werden dann verbrannt.

Bis zum Mittag wurden von den Helfern ansehnliche Haufen Stämme, Zweige und Gestrüpp klein geschnitten und gestapelt und anschließend von Mitarbeitern des Bauhofes abgefahren. Die alte Trockenmauer an der Antonius-Kapelle hatte der Forstbetrieb schon vor einigen Wochen freigelegt. Nächstes Jahr soll es Stück für Stück in der Altstadt weitergehen mit dem Freischneiden und Säubern der Rur.

(mon)
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