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Simmerath: Rurseefest-Schläger: Polizei ermittelt im rechten Umfeld

Simmerath : Rurseefest-Schläger: Polizei ermittelt im rechten Umfeld

Die Polizei ermittelt weiter „auf Hochtouren” wegen einer Gewalttat, bei der ein Neonazi während des Rurseefestes in Rurberg einen 49-Jährigen mit einer Flasche ohnmächtig geschlagen haben soll.

Das Opfer musste zur stationären Behandlung ins Simmerather Krankenhaus eingeliefert werden. Nach Recherchen unserer Zeitung handelt es sich dabei um einen Polizeibeamten, der das Rurseefest privat besucht hatte.

Polizeisprecher Karl Völker bestätigte, dass Hinweise vorliegen, dass der Täter in dem Opfer einen Polizeibeamten erkannt haben könnte und diesen vor dem Niederschlag sogar als „Scheiß Bulle” beleidigt hatte.

Unterdessen seien in dem Fall Zeugen gehört worden. Details könne man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen, sagte Völker.

Einzelne Mitglieder einer mehrköpfigen Gruppe, aus der heraus die Tat begangen wurde, sollen auch der Neonazi-Gruppe „Kameradschaft Aachener Land” (KAL) angehört haben.

Schon gegen Samstagabend hatten sich Neonazis auf dem Rurseefest provokativ in Szene gesetzt. Am frühen Morgen des 20. Juli hatten sich Besucher des Festes dann daran gestört, dass eine etwa zehnköpfige Gruppe in Rurberg rechte und ausländerfeindliche Parolen und Lieder angestimmt hatte.

Der 49-jährige Mann, der seinen Polizeidienst im Kreis Euskirchen versieht und im Raum Simmerath lebt, hatte deswegen mit seinem Mobiltelefon über Notruf die Polizei informiert.

Zeitgleich kam es zu Wortgefechten und Beleidigungen. In deren Verlauf soll ein Neonazi sogar versucht haben, die Lebensgefährtin des Mannes zu attackieren. Nachdem der 49-Jährige ihr zur Hilfe eilen wollte, schlug der Täter diesen ohne Vorwarnung am Sonntagmorgen gegen 2.40 Uhr zu Boden. Die Frau blieb unverletzt.

Laut Polizei wird in dem Fall wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der Täter und die Gruppe konnten in der Nacht unerkannt entkommen.

Indes wurde in einem anonym verfassten und im Internet publizierten Bericht namentlich auf ein bereits strafrechtlich aufgefallenes Mitglied der Kameradschaft verwiesen, das zudem NPD-Funktionär ist.

Jenes KAL-Mitglied war im Laufe des Abends schon im Umfeld des Rurseefestes gemeinsam mit weiteren KAL-Leuten aufgefallen.