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Simmerath: Rurseefest-Besucher mit einer Flasche niedergeschlagen

Simmerath : Rurseefest-Besucher mit einer Flasche niedergeschlagen

Am Rande des Rurseefestes ist es am vergangenen Wochenende in Rurberg offenbar zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen.

Wie die Polizei am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, wurde dabei ein 49-jähriger Mann aus Simmerath durch einen Schlag ins Gesicht so schwer verletzt, dass er kurzzeitig das Bewusstsein verlor. Der oder die Täter gehören vermutlich dem Umfeld der rechtsextremen Kameradschaft Aachener Land (KAL) an, wie Polizeisprecher Karl Völker bestätigte.

Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben um 2.39 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Bereits im Laufe des Abends soll eine etwa zehnköpfige Gruppe junger Männer mehreren Besuchern des Rurseefestes in Rurberg durch lautstarkes Rufen und Singen offenkundig ausländerfeindlicher Parolen und mit Pöbeleien unangenehm aufgefallen sein.

Zur Tatzeit, so berichten Zeugen, begegnete die grölende Gruppe dann dem 49-Jährigen und seiner Lebensgefährtin, die sich durch die Parolen offenbar derart belästigt fühlten, dass der Mann mit seinem Handy die Polizei informierte.

Daraufhin, so berichten unterschiedliche Zeugen und bestätigt auch die Polizei, soll ein Mitglied der Gruppe auf den 49-Jährigen zugegangen und für das Opfer überraschend von der Seite mit einer Flasche auf dessen Kopf eingeschlagen haben.

Kopf- und Gesichtsverletzungen

„Der Schlag war sehr heftig”, berichtet Karl Völker. Der Simmerather trug durch den Angriff eine große Platzwunde, eine Gehirnerschütterung und einen Nasenbeinbruch davon und musste später mit einem Rettungswagen ins Simmerather Krankenhaus gebracht werden, wo er bis Donnerstag behandelt wurde.

Die alarmierte Polizei traf kurz nach dem Vorfall am Ort des Geschehens ein, traf die Gruppe jedoch nicht mehr an, wie die Polizei im Einsatzbericht vermerkt: „Eine sofort eingeleitete Fahndung nach den oder dem Tatverdächtigen verlief negativ.” Noch in der Nacht wurde jedoch ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Bis Donnerstag konnte aufgrund der Verletzungen des Opfers keine Vernehmung stattfinden, diese sollen jedoch noch in dieser Woche erfolgen; auch die Begleiterin des 49-Jährigen wird dabei eine wichtige Zeugin sein. „Erst dann können wir gezielt nach Verdächtigen fahnden”, so Polizeisprecher Völker.

Die Polizei bestätigte am Donnerstag, dass im Zusammenhang mit dem Vorfall mehrere Personen beobachtet wurden, die ein T-Shirt des rechtsextremen Kameradschaft Aachener Land trugen. Auch in diese Richtung werde man daher ermitteln, so Völker.