Monschau: Rund 100 Euro Mehrkosten für Vier-Personen-Haushalt

Monschau: Rund 100 Euro Mehrkosten für Vier-Personen-Haushalt

Die Bürger der Stadt Monschau müssen künftig wohl auch bei den Abwasser-, Abfall und Straßenreinigungsgebühren tiefer in die Tasche greifen. Die Kalkulation der Verwaltung sieht bei der Schmutzwassergebühr eine Erhöhung von bisher 5,30 Euro pro Kubikmeter pro Jahr auf 5,74 Euro vor.

Eine vierköpfige Familie mit einem Verbrauch von rund 150 Kubikmetern müsste dann pro Jahr 66 Euro mehr bezahlen. Die Niederschlagsgebühr soll von 1,28 Euro pro Quadratmeter pro Jahr auf 1,35 Euro steigen. Bei einem Grundstück mit einer Fläche von 600 Quadratmetern würde das eine Mehrbelastung von 42 Euro im Jahr bedeuten.

Gründe für den Anstieg sind unter anderem höhere Kosten bei der Unterhaltung der Abwasseranlagen, eine höhere Umlage an den Wasserverband Eifel-Rur (WVER) und nicht gedeckte Kosten aus den Vorjahren.

Die Gebühr für eine 60-Liter-Mülltonne soll um 7,80 Euro auf jährlich 83,40 Euro steigen, die Gebühr für eine 240-Liter-Tonne um 31,80 Euro auf 285 Euro. Je Kilo Restabfall würde nach der Kalkulation der Verwaltung künftig ein Cent mehr anfallen. Gründe für die Erhöhung sind unter anderem der gesunkene Preis für Altpapier und höhere Grünabfallmengen.

Bei der Straßenreinigung ist nur im Bereich der Altstadt mit einer Erhöhung für die tägliche Reinigung zu rechnen. Hier soll die Gebühr um 11 Cent von 2,59 Euro auf 2,70 Euro steigen. Die Gebühr für die Winterwartung der Gehwege würde unverändert bleiben. Die Winterwartung der Fahrbahn würde aber um 25 Cent teurer und von 1,09 Euro auf 1,34 Euro steigen.

Auf der Suche nach Einsparmaßnahmen fragte Micha Kreitz (CDU), ob es möglich sei, bei den Abwassergebühren den kalkulatorischen Zinssatz weiter abzusenken. Die Verwaltung rechnet mit einem Satz von fünf Prozent, statt bislang sechs Prozent und damit mit einer Verbesserung von 114.554 Euro. Aufgrund langer Abschreibungszeiten von bis zu 80 Jahren, sei es sinnvoll, „ein vertretbares Mittel zu wählen“, erklärte Kämmerer Franz-Karl Boden und erinnerte an Hochzinsphasen zum Beispiel in den 80er-Jahren.

Auch Gregor Mathar (SPD) sprach sich dafür aus, mit einem niedrigeren Zinssatz zu kalkulieren. Es sei nicht damit zu rechnen, dass die Zinsen sprunghaft ansteigen. Wenn Gebühren steigen würden, versuche der Bürger zu sparen, wodurch dann oft höhere Kosten für die Allgemeinheit entstünden. Deshalb sei es taktisch manchmal sinnvoll, insbesondere vor Wahlen, Gebühren nicht zu erhöhen, sagte Mathar.

Kurt Victor (FDP) wollte wissen, warum die Umlage an den Wasserverband Eifel-Rur (WVER) um 54.750 Euro steigen werde. Dies begründete Bürgermeisterin Margareta Ritter unter anderem damit, dass Klärschlamm nicht mehr auf Ackerflächen aufgetragen, sondern verbrannt werden müsse.

Bernd Neuss (CDU) erinnerte daran, dass weitere Belastungen insbesondere für Familien und alte Menschen schwer zu tragen seien. „Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Bürger werden uns ins Gesicht springen“, sagte Neuss und forderte „noch mal alles zu überprüfen“.

Mit Blick auf die Abfallgebühren schlug Micha Kreitz (CDU) vor, auf eine geplante Aufstellung von Sammelbehältern für Elektroschrott in den einzelnen Ortschaften zu verzichten und die Sammlung von vier- auf zweimal pro Jahr zu reduzieren. Beim Thema Grünabfall fragte er nach einer Perspektive für eine eigene Biogasanlage, um lange Wege zu vermeiden. Auch Gregor Mathar (SPD) würde die Transportkosten gerne durch eine Biogasanlage senken und erinnerte an einen entsprechenden Antrag der SPD. Sammelbehälter für Elektroschrott hält auch die SPD nicht für angebracht.

Roland Krökel (SPD) regte an, die Bürger stärker dafür zu sensibilisieren, Altmetall zum Wertstoffhof nach Imgenbroich zu bringen und dies nicht aus Bequemlichkeit fahrenden Händlern zu überlassen. Brigitte Olschewski (SPD) wollte wissen, inwieweit die Abfallberatung von den Bürgern in Anspruch genommen wird, schließlich müsse die Kommune auch dafür aufkommen. Diese werde in Anspruch genommen, in welchem Maße sei aber nicht bekannt, erklärte die Verwaltung.

Mit Blick auf eine mögliche eigene Biogasanlage sagte Bürgermeisterin Margareta Ritter, dass die gesamte Menge an Grünabfall aus dem Südkreis nicht ausreichen würde, um eine solche Anlage zu betreiben. Vielleicht sei es sinnvoll, eine bereits vorhandene Anlage zu ertüchtigen und mit dem Betreiber einen längerfristigen Vertrag abzuschließen. Dies müsse geprüft werden.

Überrascht zeigte sich Ritter von der Forderung, keine Sammelbehälter für Elektroschrott aufzustellen. Sie habe dies als Service für die Bürger gesehen, der sich mit 2600 Euro pro Jahr kaum auf die Kalkulation auswirke. Die Reduzierung der Sammlung auf zwei Termine werde auf Wunsch kalkuliert. Auch eine Senkung des kalkulatorischen Zinssatzes bei den Abwassergebühren auf 4 beziehungsweise 4,5 werde überprüft.

Beschlüsse wollten die Politiker in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses noch keine fassen, da ihnen zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Haushaltssatzung und die Fortschreibung des Haushaltssanierungsplans für das kommende Jahr bekannt waren. Die stellte der Kämmerer im Anschluss vor.

(ag)
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