Rückblick auf die 17. Ausgabe vom Tollrock-Festival in Schmidt

Rückblick auf die 17. Ausgabe : Tollrock-Festival steckt viel Herzblut und Leidenschaft

Müde, aber zufriedene Helfer haben zusammen mit dem Organisationsteam auf das 17. Tollrock-Festival zurückgeblickt: Es ist wieder einmal gelungen, an zwei Tagen weit mehr als 6.000 Rockfans Freude zu machen.

Man muss sicher ein bisschen verrückt sein, um dieses Festival ehrenamtlich auf die Beine zu stellen. 23 Männer aus Schmidt und Strauch zählt der harte Kern, denn am meisten ist Manpower gefragt. Dieses Team plant das Festival, lädt Bands ein, stellt das Programm zusammen. Man nimmt sich selbstverständlich Urlaub, um das Festivalgelände vorzubereiten. Die „Schöne Aussicht“ ist in mancherlei Hinsicht der optimale Platz, hoch über dem Rursee passen auf einen Parkplatz die große Bühne und mehrere Verpflegungsstände und -zelte.

Ein Rückblick auf die Aufbauten zeigt, wie viel Vorbereitung so ein Festival mit sich bringt. Es wurde Split verteilt, damit der Boden bei Regen nicht zu matschig wird; der Aufbau einer professionellen Bühne erforderte Geschick und Erfahrung, Zäune wurden errichtet, Kassenhäuschen aufgebaut, 35 Toiletten hergerichtet und Parkplätze ausgewiesen. „Green Camping“ hat sich auch beim Tollrock im Nu durchgesetzt, diesmal stand die doppelte Fläche wie im Vorjahr zur Verfügung – und sie war ausgebucht.

Bei der vielen Arbeit wuchs die Vorfreude stetig; eigentlich will das ganze Dorf dabei sein, jedenfalls sind die Schmidter Ortsvereine mit mehreren Abteilungen vor Ort, sie packen an und unterstützen „ihr“ Festival nach Kräften.

Die Besucher wundern sich und erklären: „Hier wird man immer lächelnd begrüßt.“ Die Tollrocker beschreiben die einmalige freundschaftliche Atmosphäre so: „Es ist immer friedlich, es macht immer eine Menge Spaß, es gibt immer allerbeste Stimmung.“ Die Helferteams, die aus dem TuS, dem Trommlerkorps, der Karnevalsgesellschaft, der IG Jugend, von den „Mokka-Riders“ und der Rotkreuzgruppe sowie dem ABK-Hilfswerk kommen, sind stolz, bei „Klein Wacken“ (so nannte Ralf Raspe das Festival einmal in der „Lokalzeit“) dabei zu sein. Sie leisteten gewissenhaft ihren ehrenamtlichen Dienst und waren auch am Sonntag beim Aufräumen zur Stelle.

Zu den Campern von nah und fern kamen Schmidter Feierbiester hinzu. Foto: Anneliese Lauscher

Wie begeistert die Rockfans von Nah und Fern sind, zeigte sich wieder im Kartenvorverkauf: Der lief so gut, dass die Kassenmannschaft am Samstagnachmittag meldete: „Restlos ausverkauft.“ Wer noch reinwollte, musste warten, ob vielleicht das eine oder andere Ticket zurückgegeben wurde – und rannte, wenn er Glück hatte, freudestrahlend in Richtung Bühne.

Richtig schön voll war es am Freitag- und am Samstagabend. Die Fans waren glücklich und so auch die Bands. Auf einer solch professionellen Bühne mit toller Beleuchtung, mit optimal abgemischtem Sound für so enthusiastische Leute zu spielen, das genossen sie in vollen Zügen. „Wenn ihr uns nochmal anruft – wir sagen jeden Termin ab, um in Schmidt beim Tollrock-Festival zu spielen“, sagte ein Bandleader begeistert.

Hier konnten Besucher gucken, ob ihre Tasche, die sie mitrein nehmen wollten, die richtige Größe hat. Foto: Anneliese Lauscher

Ein Rockfan aus Düren feierte beim Festival seinen 61. Geburtstag, dafür hatte er schon Anfang des Jahres 20 Tickets gekauft. Er besucht das rockige Wochenende schon seit Jahren und fand, dass es den rechten Rahmen für seine Geburtstagsfeier abgab.

Aber der Kasten wurde nicht (nur) zum Abmessen der Taschen benutzt. Foto: Anneliese Lauscher/Anneleise Lauscher

Viele Veranstalter klagen am Aufräumtag über die mangelnde Hilfsbereitschaft, nicht so das Tollrock-Team. Es waren mindestens 80 Frauen, Männer und sogar fleißige Kinder, die am Sonntagmorgen erschienen und loslegten. Tausende Becher wurden wieder gespült und abgetrocknet, dabei hörte man einen regen Meinungsaustausch über die Musik der letzten beiden Tage. Die Stände wurden abgebaut, Leitungskabel aus den Bäumen geholt, Müll eingesammelt.

Beim gemeinsamen Essen ließ man so manche Situation Revue passieren. Der Tollrock Verein ist sich bewusst, dass dieses Schmidter Musikevent nur funktioniert, weil sich ihm so viele verbunden fühlen. Die Verantwortlichen werden wie jedes Jahr nach der großen Abrechnung den Gewinn an die Vereine aufteilen. Sie werden wieder mit der freundlich gesonnenen, toleranten Nachbarschaft ein Familienfest feiern. Und sie werden sich herzlich bei den Landwirten bedanken, die die Wiesen für die Camper zur Verfügung stellen.

Antreten zum Becherspülen! Da machten viele Hände flott ein Ende. Foto: Anneliese Lauscher

Und nach einer kreativen Atempause werden sie sich Gedanken machen, wer denn nächstes Jahr beim Tollrock-Festival auftreten darf. Auf die Frage von vielen Besuchern, ob man denn das Ganze nicht noch größer machen könne, antworten die Tollrocker: „Nein. Besser klein und Kult.“