Rott: Rott: „Im Gehaaks” ist jede Menge Druck im Kessel

Rott: Rott: „Im Gehaaks” ist jede Menge Druck im Kessel

Die Anwohner im Rotter Neubaugebiet „Im Gehaaks” sind restlos sauer. Jahrelang haben sie auf den Ausbau ihrer Straße warten müssen Jetzt sind endlich die Baumaschinen angerollt, aber was sich da in den letzten Wochen getan hat, lässt die Wogen des Unmuts hoch schlagen.

Vor Ort informierte sich am Mittwochabend Bauausschuss-Vorsitzender Michael Seidel (CDU) über den Stand der Dinge. Bauamtsleiter Hubert Pauls hatte sich für den kurzfristig anberaumten Termin wegen einer dringenden anderweitigen Verpflichtung entschuldigt. Er stehe jedoch in engem Kontakt mit der Verwaltung, versicherte Seidel. Der Erschließungsträger Quadflieg und das beauftragte Ingenieurbüro Dolfen waren nicht zu einer Stellungnahme bereit und schickten auch keinen Vertreter zu den erzürnten Anwohnern.

Stein des Anstoßes ist der Ausbau der Straße nach drei unterschiedlichen Kriterien. Während im oberen Teil von der Lammersdorfer Straße aus der Ausbau so erfolgt, wie man sich eine Wohnstraße gemeinhin vorstellt, mit einer durch Randsteine von den Grundstücken abgegrenzten Teerdecke, werden für den unteren Teil in Richtung Bergstraße andere Planungen zugrunde gelegt, die, wie Michael Seidel erklärte, bereits aus dem Jahre 2001 stammen.

In diesem Bereich verbleibt als Abgrenzung neben der Teerdecke lediglich eine zirka 30 Zentimeter breite Rinne, die mit Mutterboden aufgefüllt werden soll. Im Bereich der Einfahrten, die die Anwohner bereits provisorisch angelegt haben, soll Schotter eingebracht werden.

„Bürger zweiter Klasse”

In anderen Bereichen stehen die verdutzten Hauseigentümer sogar vor einem so genannten „Wegeseitengraben” anstelle des vom Erschließungsträger beim Kauf des Grundstücks versprochenen Bürgersteigs. Die von diesen Ausbauvarianten betroffenen Anlieger fühlen sich nun als „Bürger zweiter Klasse”. Neben der unbefriedigenden Optik führen sie auch handfeste praktische Gründe an, die dagegen sprechen.

Unter anderem befürchten sie, dass durch die Park- und Wendemanöver, die der Kindergarten beim Bringen und Abholen der Kinder wegen der dort fehlenden Stellplätze mit sich bringt, die unstabilen Straßenränder schnell völlig ausgefahren werden. „Da haben selbst die Bauarbeiter mit dem Kopf geschüttelt”, berichten die Anlieger, so etwas hätten sie noch nicht gesehen. Wahrscheinlich seien es finanzielle Gründe, die den Erschließungsträger zu dieser Sparvariante bewogen haben.

Die Anwohner fordern nun einen Baustopp, um die Pläne noch einmal zu überdenken. Noch sei es möglich, Änderungen vorzunehmen. Denn wenn die Arbeiten erst einmal fertiggestellt seien, würden sie auf der unzureichenden Erschließung, die sie schon vor Jahren beim Kauf der Grundstücke teuer bezahlt hätten, sitzen bleiben, befürchten sie. Allein von den Zinsen könne der Erschließungsträger jetzt die Nachbesserungen bezahlen, ärgerte sich ein Anwohner.

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