Roetgen/Monschau: Rotary Club Monschau-Nordeifel spendet 10.000 Euro

Roetgen/Monschau: Rotary Club Monschau-Nordeifel spendet 10.000 Euro

Stolze 10.000 Euro fuhren die 36 Mitglieder des Rotary Club Monschau-Nordeifel im vergangenen September bei ihren 4. Rotary Oldtimer Days Monschau (RODM) zusammen, die entgegen der sonstigen Clubprinzipien nicht in der Region blieben, sondern ins afrikanische Tansania überwiesen wurden.

Vorher wurden sie allerdings Anfang Dezember symbolisch dem 2008 von Martin Krings aus Monschau gegründeten Förderverein „Bruder Theo Call, Weißer Vater der Afrika Missionare“ übergeben.

Der über 400 Mitglieder starke Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht , Theo Call in seiner Arbeit als Missionar zu unterstützen und ihm auch zu zeigen, dass er in seiner Heimat nicht vergessen ist. Da Theo Call, der vor 46 Jahren von Konzen ins ostafrikanische Tansania am Indischen Ozean auswanderte, sich derzeit auf Heimaturlaub befindet, nutzten die Mitglieder des Rotary Club die Gelegenheit, sich am Montagabend im Restaurant „Fringshaus“ von ihm und dem Förderverein in Person von Martin Krings und Dieter Johnen über die Missionstätigkeit und die umfangreiche Aufbauarbeit des Missionars informieren zu lassen.

Rotary-Präsident Manfred Peters würdigte die Arbeit des Fördervereins in seiner Begrüßung und stellte in Richtung dessen Vorsitzendem, Martin Krings, fest: „Einen so selbstlosen Verein wie ihren Förderverein findet man selten“.

Der Fördervereinsvorsitzende Martin Krings bedanke sich zunächst noch einmal für die großzügige Spende, durch die Theo Call seine Arbeit vor Ort weiter voranbringen konnte. „Zu Ende mit seiner Arbeit wird Theo aber wohl nie kommen“, stellte Krings schmunzelnd zum umfangreichen Schaffen des rüstigen und vitalen 74-jährigen fest.

Krings erinnerte noch einmal daran, dass er 2011 das Projekt von Bruder Call bei den Rotariern zwecks Unterstützung ins Gespräch gebracht hatte, nachdem er und seine Frau sich 2008 selbst ein Bild über die Aufbauarbeiten in der Missionsstation der „Weißen Väter“ in Kabanga gemacht hatte.

Dieter Johnen vom Förderverein erläuterte danach Wirken und Schaffen des 1868 gegründeten Ordens und zeigte einen kurzen Film über die Missionsstation, so dass die Mitglieder des Rotary Club Monschau auch einmal sehen konnten, wohin ihre Spendengelder geflossen sind.

Unter Anleitung von Theo Call, der in seinem ersten Beruf Schlosser und Schmied war, wurden dort unter anderem ein Sägewerk, ein Krankenhaus und eine Blindenschule errichtet. Ferner legte man einen Stausee an, der auch über eine unverwüstliche Turbine die Stromversorgung sicherstellt. Teilweise werden rund um die Missionsstation über hundert Arbeiter beschäftigt, von denen aus Metall Getreidespeicher und Wassertanks hergestellt werden.

Eine Menge Fragen hatte Hauptgast Theo Call, dessen Neffe Michael Förster aus Konzen gleichfalls anwesend war, danach zu beantworten. Die Rotarier brachten ihr Wissen zum Orden, der Missionsstation, den verschiedenen Projekten und den durchgeführten Arbeiten auf den neuesten Stand.

Angesprochen wurden von Theo Call auch die besorgniserregenden Landaufkäufe durch internationale Industrieunternehmen und die Verschleppung von Menschen zu Sklavenarbeit und Prostitution in Nachbarstaaten, die auch heute noch immer wieder vorkommen. Von der Verfolgung der dort lebenden Albinos berichtete Bruder Call über erschütternde Einzelheiten.

Dieter Johnen gab zum Schluss mit einem kurzen Film noch einen Einblick über die Verkehrs- und Straßenverhältnisse in Tansania. Hierbei wurde den Zuschauern klar, dass der Eifeler „Highway to hell“ im Vergleich zu der gezeigten afrikanischen Piste eine Premiumstrecke ist.

Der Meinungsaustausch zwischen den Rotariern, dem Förderverein und Bruder Theo Call wurde anschließend noch bei einem gemeinsamen Essen in gemütlicher Runde fortgesetzt.

(ho)