Roetgen: Roetgens neugestalteter Protestantenfriedhof lädt zum Erinnern ein

Roetgen : Roetgens neugestalteter Protestantenfriedhof lädt zum Erinnern ein

Am Dienstag, dem 17. Juli, wurde eine neue Bank von Mitgliedern des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Monschauer Land auf der Gedenkstätte in der Roetgener Faulenbruchstraße eingeweiht. Das Grundstück des längst stillgelegten Friedhofs, auf dem die neue Bank und ein Stein mit einer Gedenktafel stehen, erinnert an die schwierige Geschichte der evangelischen Christen in der katholisch geprägten Eifel.

Der Friedhof war ein zentraler Wendepunkt in der evangelischen Gemeindegründung im 18. Jahrhundert. So gab es bis zum Jahr 1755 keinen offiziellen Platz, auf dem die Roetgener Protestanten ihre Verstorbenen beerdigen durften. Der nächste evangelische Friedhof namens Walgenau lag im Hohen Venn in der Nähe Konzens. Der Weg dorthin dauerte jedoch zu damaliger Zeit drei Stunden und war in den Wintermonaten bei Eis und Schnee gar nicht zu erreichen. Das Begräbnis auf dem katholischen Kirchhof wurde den Protestanten nicht gestattet, sodass die Leichen oft auf dem eigenen Acker oder im Garten begraben werden mussten. Im Jahre 1746 richteten die Roetgener Reformierten dann ein Gesuch an den zuständigen Kurfürsten von der Pfalz, um das „Recht der Beerdigung“ entweder auf dem katholischen Friedhof in Roetgen oder aber einen eigenen Ort zu bekommen. Dies wurde 1755 endlich gestattet und der Friedhof im Faulenbruch entstand und diente bis in das Jahr 1792 als Ort der Bestattung der evangelischen Christen. Am 15. September 1778 erhielt die Reformierte Gemeinde außerdem die Urkunde zur freien Religionsausübung.

Blühende Pflege nach Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Teil des Friedhofs verkauft und die Gedenktafel angebracht. Nach und nach verwilderte das Grundstück mangels Interesse und Pflege. In den letzten Jahren hat sich die Evangelische Kirchengemeinde des ehemaligen Friedhofs wieder angenommen. Zwei Lebensbäume, die die kleine Gedenkstätte lange dominierten, wurden gefällt und das Grundstück freigeräumt. Blumenspenden zur Bepflanzung sowie Helfer zur Pflege des kleinen Grundstücks sind daher willkommen. Die nun neu errichtete Bank soll einladen, sich auszuruhen und sich die Geschichte der evangelischen Gemeindegründung ins Gedächtnis zu rufen. Damit ist die kleine Gedenkstätte auch für Touristen attraktiver geworden.