Roetgen: Roetgener Schützen feiern zur Pfingstkirmes die Majestäten

Roetgen: Roetgener Schützen feiern zur Pfingstkirmes die Majestäten

An Christ Himmelfahrt hieß es in Roetgen wieder: „Wer wird neuer Schützenkönig oder — in Roetgen seit einigen Jahren — Schützenkönigin?“

Bevor aber diese Frage geklärt wurde, marschierten die Schützen zusammen mit dem Spielmannszug, der Musikvereinigung und den königlichen Freischützen aus Petergensfeld zum Haus der amtierenden Majestät Uschi Ruth und ihrer Tochter, der Schülerprinzessin Alexandra Ruth und geleiteten beide Majestäten nach einem kurzen Umtrunk zur Festwiese am Schützenheim Hauptstraße.

Dort begann man zügig mit der Ermittlung der neuen Schülermajestät, und nach einem harten Zweikampf konnte die amtierende Schülerprinzessin Alexandra Ruth den Vogel mit dem 38. Schuss wieder von der Stange holen.

Bei den Jungschützen legte Carina Birkigt ihr ganzes Können in die Waagschale und holte schon mit dem 22. Schuss den Vogel von der Stange. „Ich habe ja auch schon viel Übung“ meinte sie anschließend, war sie doch zuletzt 2012 Schülerprinzessin gewesen und ist zudem momentan amtierende Prinzessin der königlichen Freischützen in Petergensfeld.

Um auch die Bevölkerung zum Schießen zu motivieren, wurde zum zweiten Mal ein Preisvogelschießen veranstaltet. Während die Schaulustigen sich an Grill und Bierstand stärkten und ihre Favoriten unterstützten, versuchten fast 40 Gäste, den Preisvogel zu erlegen. Die ausgelobten Geldpreise für Kopf, Flügel und Rumpf waren ein zusätzlicher Anreiz, sich einmal an der Waffe zu versuchen.

Erst spät konnte die Bruderschaft zum mit Spannung erwarteten Königsvogelschießen übergehen. In der ersten Runde wurden traditionell alle schießberechtigten Mitglieder vorgelesen, und Ehrenbrudermeister Günter Huppertz ließ sich, unterstützt von Enkel und Schülerschützen Lukas Melcher dabei nicht aus der Ruhe bringen. Ab der 2. Runde traten dann nur noch die Schützen an, die auch wirklich die Königswürde im Sinn hatten.

Marcus Kördel treffsicher

Bei den Roetgener Schützen wird traditionell auf einen „Holzvogel“ geschossen, der aus einem Stück gewachsenem Fichtenholz von 20 cm Durchmesser besteht. Diesen mit der sogenannten „Böller“, einer großkalibrigen historischen Waffe, von der Stange zu holen, und zwar restlos, hatten sich in der entscheidenden 5. Runde noch acht Schützen vorgenommen. Einige Zeit hing der Vogel in Schräglage noch im Kasten. Mit dem 55. Schuss gelang es dann dem 2. Schießmeister Marcus Kördel, den Vogel endlich aus der Höhe auf den Boden zu befördern. Unter großem Jubel von Schützen und Zuschauern stürmten die Gratulanten auf Marcus Kördel ein, war er doch 2010 schon einmal Schützenkönig geworden, damals der jüngste König, den die Bruderschaft je zu verzeichnen hatte.

Vollkommen zufrieden mit dem Verlauf zeigte sich Brudermeister Karl-Heinz Linzenich. „So viele Bewerber für die Königswürde sind ein gutes Zeichen für die Bruderschaft“, meinte er nach dem Wettbewerb. Gut gelaunt ließen es sich dann alle Kaffee und Kuchen schmecken oder versuchten ihr Glück bei der Tombola, während die Kinder auf der Hüpfburg toben konnten oder beim Lasergewehrschießen den großen Schützen nacheifern konnten.

Nun beginnen Vorbereitungen zur Pfingstkirmes, am Freitag, 6. Juni, wird an der Residenz des neuen Königs geschmückt, am Samstag dann zieht der Festzug um 18 Uhr von der Schießhalle los, um die neuen Majestäten dann gemeinsam mit den noch amtierenden zurück zur Schießhalle zu begleiten. Gegen 20.30 Uhr dann müssen die scheidenden Majestäten ihre Amtsketten abgeben, die dann den neuen König und „seine“ Prinzessinnen für ein Jahr schmücken werden. Am Montag dann trifft man sich nach dem Gottesdienst gegen 11 Uhr wieder zum Frühschoppen und Ausklang der Festivitäten. Bei allen Terminen wird das „Duo Vulkan“ die Gäste unterhalten.