Roetgen: Roetgener ist seit 80 Jahren Alemannia-Fan und jetzt Ehrenmitglied

Roetgen : Roetgener ist seit 80 Jahren Alemannia-Fan und jetzt Ehrenmitglied

Für Dr. Edgar Cremer aus Roetgen dreht sich alles rund Alemannia Aachen — und das jetzt schon seit 80 Jahren. Seit 1938, als er das erste Mal auf den Schultern seines Vaters ein Spiel der Alemannia verfolgte, hat ihn die Begeisterung für diesen Verein nicht mehr los gelassen.

Natürlich weiß der 87-Jährige auch noch, was für ein Tag das war. Es war ein Tag im Januar, und die Alemannia spielte gegen Sülz 07, den heutigen 1. FC Köln, um die Tabellenführung. Ob Spielergebnisse oder Tabellenplätze — Cremer hat nahezu alle Daten im Kopf. Wenn es um Fußball und um seine Alemannia geht, macht ihm niemand so leicht etwas vor.

Für seine Treue zur Alemannia wurde er jetzt im Seniorenheim der Itertalklinik an der Jennepeterstraße in Roetgen, wo er seit vier Jahren lebt, besonders geehrt. Der Präsident der Alemannia, Dr. Martin Fröhlich, war gekommen und hatte gleich zwei Urkunden für Edgar Cremer im Gepäck.

Auch der Beirat der Heimbewohner, die Leitung des Hauses und einige andere Gäste waren gekommen, um an der kleinen Feier teilzunehmen. Nicht fehlen durfte auch Wilhelm Lantin aus Aachen, mit dem Cremer schon viele Spiele gemeinsam auf dem Tivoli verfolgt hat. Auch heute besucht er ihn noch öfter, und dann schwelgen sie gemeinsam in Erinnerungen.

„Sie haben eine beeindruckende Zeit mit Höhen und Tiefen erlebt, die wir nur vom Hörensagen kennen“, sagte Fröhlich, bevor er die Urkunden überreichte. Eine erhielt Cremer für seine 75-jährige Mitgliedschaft im Verein, und da er nicht nur passives Mitglied ist, sondern ein hohes Engagement insbesondere für die Zweite Mannschaft des Vereins zeigte, wurde er mit der anderen Urkunde in den erlesenen Kreis der Ehrenmitglieder des Vereins aufgenommen. „Da muss man schon wirklich was für den Verein geleistet haben“, verdeutlichte Fröhlich den Stellenwert dieser Auszeichnung.

Auch heute noch besucht Cremer regelmäßig die Heimspiele der Alemannia, wenn auch nicht mehr ganz so häufig wie früher. Zuletzt war er beim Pokalspiel der Alemannia gegen den SV Rott dabei.

Mehr als 1200 Spiele hat er live gesehen. Seine besondere Sympathie galt dabei der Zweiten Mannschaft. Er besitzt zahlreiche Bilder, die ihn mit dem Team zeigen. Nach seiner frühen Pensionierung als Lehrer am Gymnasium in Jülich, holte Dieter Kettenhoven ihn als Betreuer zur Zweiten Mannschaft.

Cremer hatte Trainerscheine absolviert, war 1955 Deutscher Hochschulmeister mit der Uni Köln geworden und hatte 20 Jahre lang die Schulmannschaft des Gymnasiums in Zülpich trainiert. Gerne erinnert er sich noch an das DFB-Pokalfinale 2004 gegen Werder Bremen, an die Spiele gegen den FC Bayern München und andere Höhepunkte der Vereinsgeschichte. Auch im Rahmen der Ehrung wurde in Erinnerungen an bessere Zeiten des Vereins geschwelgt.

Eines steht für Edgar Cremer fest: „Einmal Alemanne — immer Alemanne“. Ein anderer Verein wäre für ihn nie in Frage gekommen.

(ag)