UTF-Ausschuss: Roetgener Grüne stellen Anträge zum Thema Biodiversität

Zustand der Natur verschlechtert sich weltweit : Roetgener Grüne stellen Anträge zum Thema Biodiversität

Der Zustand der Natur verschlechtert sich weltweit dramatisch. Der Artenverlust schreitet mit ungeahnter Geschwindigkeit voran. Das ist die Botschaft eines Berichts des Weltbiodiversitätsrates der Vereinten Nationen. Deswegen fordert das Roetgener Bündnis 90/Die Grünen auch ihre Gemeinde zu schnellem Handeln auf.

Die UN-Organisation hatte jetzt in Paris ihren Globalen Bericht zum Zustand der Natur vorgestellt. Bis zu eine Million Arten sind demnach vom Aussterben bedroht, viele davon bereits in den nächsten Jahrzehnten.

Die Roetgener Grünen wollen nun, dass die Gemeinde aktiv wird und Maßnahmen gegen den Artenschwund ergreift. Deswegen hat die Fraktion für die kommende Sitzung des Umwelt-, Tourismus- und Forstausschusses (UTF-Ausschuss) am 21. Mai zwei Anträge eingereicht.

Zum einen soll die Gemeinde die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ unterschreiben und dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beitreten. Die Deklaration ist eine freiwillige Selbstverpflichtung und soll Kommunen motivieren, den Erhalt der biologischen Vielfalt als Grundlage einer nachhaltigen Ortsentwicklung zu berücksichtigen und in kommunale Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ unterstützt Kommunen bei den Herausforderungen. Eine Mitgliedschaft der Gemeinde Roetgen verspreche damit zusätzliche Impulse und wertvolle Unterstützungsleistungen für die Naturschutzarbeit vor Ort, heißt es in dem Antrag der Grünen an den UTF-Ausschuss. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist die Unterzeichnung der besagten Deklaration sowie die Zahlung eines jährlichen Mitgliedsbeitrags in Höhe von aktuell 165 Euro für Kommunen bis 50.000 Einwohner.

„Eine Kommune hat viele Möglichkeiten, Maßnahmen für den Erhalt der Biodiversität zu ergreifen“, sagt Christa Heners, Vertreterin der grünen Fraktion im Umweltausschuss. „Der Wald zum Beispiel hat viel Potenzial. Aber auch kommunale Grünflächen können umgestaltet werden.“

Fraktionsvorsitzender Gerd Pagnia fordert aber auch, dass das Thema Biodiversität in das Planungsrecht der Gemeinde eingeht: „Bäume und Hecken erhalten, Grünflächen einplanen, und sensible Flächen gar nicht erst bebauen wollen – die Gemeinde kann hier viel Einfluss nehmen auf den Raum, den wir der Natur geben wollen.“

Die zweite Maßnahme zum Schutz der Biodiversität ist die Pflege der Vennbahntrasse. „Die Seitenstreifen müssen gemäht und die Gräben gepflegt werden. Aber es kommt ganz entscheidend auf das ‚Wie‘ an“, erklärt Heners den entsprechenden Antrag der Grünen, der bereits Anfang dieses Jahres schon mal auf der Tagesordnung des Bauausschusses gestanden hatte.

Demnach soll bei der Grünpflege des Vennbahnweges nicht mehr gemulcht werden, sondern gemäht und das Mahdgut abgeräumt werden. Damit die Insekten nicht auf einen Schlag alle Nahrungspflanzen verlieren, sollte zudem nicht alles auf einmal gemäht werden, sondern abschnittsweise mit einem Abstand von ein paar Wochen.

„Die Vennbahntrasse ist ein Paradebeispiel für die innerörtliche Biotopvernetzung. Dieses Band zieht sich durch den ganzen Ort und ermöglicht vielen Tier- und Pflanzenarten das Wandern“, sagt Heners. Der Fraktion ist durchaus bewusst, dass diese Art von Pflege möglicherweise Mehrarbeit und Umorganisation bedeutet, und unter Umständen auch die Anschaffung eines neuen Mähgerätes erforderlich ist, heißt es in dem Antrag. Aber die richtigen Pflegemaßnahmen seien wichtig, um die Blütenvielfalt zu erhalten. „Mit ein bisschen Rücksicht auf die Biologie der Tiere können wir viel bewirken“, wünschen sich die Grünen die Zustimmung der anderen Fraktionen zu ihrem Vorschlag.

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