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Vorträge beim Eifelverein: Über Wegekreuze und Zwangsarbeit

Vorträge beim Eifelverein : Über Wegekreuze und Zwangsarbeit

Der Heimat- und Eifelverein Rott lädt zu zwei Vorträgen für den 12. Januar und den 6. Februar ein.

Zu Beginn des neuen Jahres wartet der Heimat- und Eifelverein Rott mit zwei Veranstaltungen auf.

In einem Lichtbildervortrag, der am Sonntag, 12. Januar, ab 19.30 Uhr im Jugendhaus in Rott auf dem Programm steht, geht es um „Wegekreuze im Monschauer Land – Schicksale in unser Landschaft“. Wegekreuze sind bekanntlich Orte der Trauer und des Gedenkens.

Sie berichten aber auch vom Leben der Menschen draußen in der Landschaft, von ihrer Tätigkeit als Förster, Bauer, Waldarbeiter, Schmuggler, Reisender, Pilger oder Soldat. Wegekreuze geben zudem Auskunft über das Alter des Betroffenen, über seine Familie, über seine Herkunft, über das Ziel des Weges, über die Art des unerwarteten Todes. Das können Mord, Raub, Herzschlag sein, aber auch Sturm, Schnee, Gewitter, die ein plötzliches Ende hervorgerufen haben.

Die Endlichkeit aufzeigen

Und diese Kreuze dienen auch dazu, Mitleiden der Vorübergehenden zu erregen, um ihnen so die eigene Endlichkeit aufzuweisen. Ein spontanes Gebet sollte als Fürsprache für den plötzlich Verstorbenen dienen. Anmeldung und weitere Informationen bitte bei Rainer Hülsheger, Tel. 02471/2511, einholen.

Dr. Dieter Lenzen macht in seinem Vortrag „Zwangsarbeit im Monschauer Land“ auf die Geschehnisse der damaligen Zeit aufmerksam. Treffpunkt ist am Donnerstag, 6. Februar, 20 Uhr, im Jugendhaus Rott.

Der Komplex der Zwangsarbeit im damaligen Kreis Monschau ist von Dieter Lenzen in einem vom Geschichtsverein des Monschauer Landes herausgegebenen Buch mit Bildern und Tabellen im Jahre 2018 dokumentiert worden. In den Jahren 1939 bis 1945 haben rund 2000 Frauen, Männer und Kinder aus dem nationalsozialistischen Deutschland besetzten Territorien, insbesondere aus Polen und Russland, Ukraine, Weißrussland, in den Dörfern des Kreises Monschau geschuftet, in Barackenlagern oder bei Privatleuten (so bei Landwirten).

Viele von ihnen sind an Erschöpfung, Hunger, Krankheit und auch den Drangsalen des Zwangsarbeiterlagers gestorben. Genannt werden Namen und Fotos, die Leidensgeschichten wiedergeben. Aber auch Deutsche als in das Zwangsarbeitssystem Verstrickte werden genannt.

Da dieser Vortrag von großem Interesse sein dürfte, wird wegen der Raumverhältnisse eine Anmeldeliste angelegt. Rainer Hülsheger freut sich auf Anmeldungen und steht für Informationen zur Verfügung: Telefon 02471/2511 oder per E-Mail: r.huelsheger @gmx.de.

(der)