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Kommentar zu Friedhöfen: Roetgen in der Zwickmühle

Kommentar zu Friedhöfen : Roetgen in der Zwickmühle

Erst einmal haben die Roetgener im kommenden Jahr eine Verschnaufpause gewonnen. Die Friedhofsgebühren steigen um nur maximal zehn statt 22 Prozent. Aber die Empfehlung des Hauptausschusses für das kommende ist nur eine trügerische Erholungsphase.

Das Aufschieben von Kosten bringt sie nicht aus der Welt. Die Verwaltung hatte bereits sehr optimistisch die Fallzahlen von Bestattungen und Nutzungen hoch eingestuft, um die Kosten auf mehr Fallzahlen so umlegen zu können, dass sie niedriger ausfallen. Die Rechnung wird zwar erst mit den tatsächlichen Zahlen der Betriebsabrechnung aufgemacht, aber der ist eine steigende Unterdeckung zu prophezeien. Wie lange Städteregionsrat Tim Grüttemeier und Regierungspräsidentin Gisela Walsken der Gemeinde mit einem Waldanteil von 70 Prozent und nur 222 Einwohner pro Quadratmeter abnehmen werden, dass die vier Friedhöfe mit 30 Prozent Grünanteil zur Erholung einkalkuliert werden dürfen, dürfte angesichts des vorhandenen Haushaltssicherungskonzeptes nur eine Frage der kürzeren Zeit sein.

Dass eine Kooperation mit anderen Bauhöfen bei der Friedhofspflege zu positiven Effekten führen kann, mag sein, aber die werden für eine Trendwende nicht ausreichen. Dass Blumenhändler und Steinmetze Trauerhallen als Gewerbestandorte nutzen, ist eine tolle Idee, aber angesichts der Erfahrungen im Umfeld eine wenig Erfolg versprechende. Will Roetgen aus seinem Dilemma kommen, bleiben nur zwei Alternativen. Entweder wird die Anzahl der Friedhöfe drastisch reduziert oder die Gemeinde steckt jede Menge Geld aus dem allgemeinen Haushalt in das eigentlich kostenrechend zu betreibende Friedhofswesen. Roetgen steckt in der Zwickmühle. Eine Schließung wird sich die Gemeinde aus ethischen Gründen nicht leisten wollen, eine ausufernde Subventionierung wird sie sich aus finanziellen Gründen nicht leisten können. Roetgen steckt in der Zwickmühle.