Konzert des Vielharmonischen Chors Roetgen und der Öcher Quinten

Vielharmonischer Chor Roetgen und Öcher Quinten : „Gabiellas sang“ Höhepunkt eines überraschenden Konzerts

Spontaner Zwischenapplaus, Standing Ovations und minutenlanges Klatschen: Der Vielharmonische Chor Roetgen unter Leitung von Rolf Schmitz und die Öcher Quinten unter Leitung von Florian Zintzen begeisterten in St. Hubertus. 400 Zuhörer verfolgten das kurzweilige Sommerkonzert.

Die Lieder aus verschiedenen Jahrhunderten waren melancholischer, geistlicher und überraschender Art. Sie waren leise und laut, sie waren kirchenfüllend und sie waren zaghaft. Mal auf deutsch, mal auf schwedisch, mal auf lateinisch und englisch. 18 Stücke waren so kurzweilig, das die Zuhörer nach rund eineinhalb Stunden eigentlich gar nicht gehen wollten.

Zu diesem besonderen Konzert war es gekommen, weil die beiden Chorleiter befreundet sind. „Wenn du auf einmal anstatt 50 Sängerinnen und Sänger 100 dirigierst, dann fühlt sich das an, als würdest du einen Düsenjet fliegen. Dann stehst du als Chorleiter vor diesen Menschen und fühlst eine ungeheure Energie, die Spaß macht“, sagte Rolf Schmitz nach dem Konzert. Von überall hörte er: „Wie toll.“ und „Das war so schön.“

Die Chöre nahmen bei dem schwedischen Volkslied „Vem kam segla“ den gesamten Altarbereich ein und konnten so den Klang des Liedes in jede Ecke der Kirche schicken. Bei „Northern Lights“ von Ola Gjeilo bewiesen sie eine große Tonbreite und bei „Eatnemen vuelie“ von Frode Fjellheim und Emily Crocker Experimentierfreudigkeit. „Das ist ein ‚Yoik’. Ein Gesang, bei dem die Musik wichtiger ist als Worte“, erklärte Rolf Schmitz, der sodann im Mittelgang der Kirche stand, um seine 52 aktiven Chormitglieder in den Mittelschiffen zu dirigieren.

Den Höhepunkt lieferte der Vielharmonische Chor mit „Gabriellas sang.“ Da ließen alle Sängerinnen und Sänger die Solistin Karin Soumagne als Solistin strahlen. Dieses Lied, das aus dem schwedischen Kinofilm „Wie im Himmel“ stammt, berührte in St. Hubertus die Menschen. Die Roetgenerin sang vom Leben und vom Himmel. Sie ordnete sich ein in den Chor oder stach kraftvoll hervor. Und erntete einen aufrichtigen Applaus, der gar nicht die Leistung der anderen schmälern sollte. Karin Soumagne hatte Gabrielas Song zu ihrem gemacht und dem Sommerkonzert einen wunderbaren Augenblick geschenkt.

(ny)
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