Bildkalender des HeuGeVe Roetgen weckt Erinnerungen

Bildkalender des HeuGeVe : Historische Ansichten aus Roetgen wecken Erinnerungen

Heimatbezogene Fotomotive, auf zwölf Monatsblättern verteilt, enthält der neue Bildkalender 2020, den der Heimat- und Geschichtsverein (HeuGeVe) Roetgen in der Buchhandlung „Lesezeichen“ vorstellte.

Der Schwerpunkt bei den Bildern liegt bei Gebäuden, Menschen und Natur. Das heimatkundliche Werk wurde von Franz Schroeder, Ulrich Schuppener und Rolf Wilden zusammengestellt.

Schuppener machte die „Historischen Ansichten“, die nun zum fünften Male bereits aufgelegt wurden, schmackhaft und durchsichtig. Der Kalender erfreue sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit, Vorschusslorbeeren hätten deutlich gemacht, dass er noch in keinem Jahr zuvor „so schön geworden sei“. Das Titelbild bringt die „Oberförsterei“ in Erinnerung, eine Anlage aus dem 18. Jahrhundert, gebaut von Johann Mathias Kaufmann für seine Spedition. Später etablierte sich darin eine Tuchfabrik. 1864 wurde die Anlage an die Regierung verkauft, die darin ein „Oberförster-Etablissement“ einrichten ließ. „Natürlich hoffen wir, dass dieses tolle Titelfoto zum Kaufen anregen wird“, wünscht Ulrich Schuppener sich.

Überhaupt sei die Motivwahl für die zwölf Monatsblätter gelungen und abwechslungsreich ausgefallen. Im Wechsel fallen historische Gebäude, Menschen und die Natur besonders auf. Im Falle der alten und zerfallenen Weberei, so Schuppener, wolle man die Hoffnung nicht aufgeben, dass dieses für Roetgen einst bedeutende Gebäude saniert werden könne. Das Januarbild zeigt rodelnde Kinder im „Keuse-Bergelche“, im Februar kommt der strenge Winter 1932 zum Zuge mit dem „Belgische Bassengchen“. Das alte Haus am „Genagelten Stein“ belebt das Märzmotiv, während der April eine Augenweide mit der sehr alten Buche auf der Wiese von „Pittermännchens Ann“ die Blicke anzieht. Die Vennbahn 1964 belebt das Geschehen auf dem Maiblatt, eine Roetgener Ansichtskarte von 1906 mit Bahnhof und den beiden Kirchen ist im Juni der Blickfang.

Die Heuernte von 1915 kommt im Juli zur Geltung, 1961 beim Rakkeschfest, spielt eine Musikgruppe für die Besucher im Roetgener Wald (Augustblatt), der Grölisbach auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände lässt Herbstgefühle im September aufkommen. Monat Oktober: Die Gaststätte Schöppach war nach dem Zweiten Weltkrieg ein beliebter Treffpunkt. Die erste (heute zerfallene) Tuchfabrik in Roetgen erhellt das Novemberblatt, während es wieder winterlich wird. Im Dezember bildet das Haus von Mathias Offermann (1951) in der Schleebachstraße den Abschluss.

(der)
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