Roetgen: Roetgen will volle Stelle für Streetworkerin

Roetgen: Roetgen will volle Stelle für Streetworkerin

Im Roetgener Bildungs-, Jugend-, Sozial- und Sportausschuss berichteten Heidi El Hallani, mobile Jugendarbeiterin (Streetworkerin) für Monschau, Roetgen und Simmerath, sowie Angelika Kranz, beim Kreis Aachen u.a. zuständig für Jugendarbeit und Jugendhilfeplanung, über die Situation von Jugendlichen im Südkreis.

Heidi El Hallani sucht die Jugendlichen an ihren festen Treffs auf. In Roetgen sind dies die Angebote der Grenzlandjugend und der Pfarrgemeinde sowie des Jugendhauses Rott. Sie war aber auch ständig unterwegs, um an wechselnden Treffpunkten mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Das war in Roetgen im vergangenen Jahr schwerpunktmäßig der Pferdeweiher, aber auch der Rastplatz am Stockläger und die Skaterbahn. In den Hauptschulen in Monschau und Simmerath bietet sie feste Sprechstunden an.

Insgesamt konnte die Streetworkerin im vergangenen Jahr mit knapp 1000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen elf und 26 Jahren sprechen. Der Schwerpunkt lag bei den 15- bis 17-Jährigen mit 346 Kontakten, 274-mal kam Heidi El Hallani mit Zwölf- bis 14-Jährigen ins Gespräch und 230-mal mit 18- 21-Jährigen. Damit konnte sie ihr für 2008 gesetztes Ziel, sich verstärkt um über 18-Jährige zu kümmern, umsetzen.

„Verschiedene Sprachen”

Gerade die Problemgruppen in dieser Altersstufe fielen nach der Schulpflicht durch das Netz, so die Streetworkerin. Um dennoch einen Übergang in ein geregeltes Leben zu schaffen, sei hier verstärkt Einzelfallhilfe nötig. Unter anderem begleite sie die Jugendlichen zu Ämtern und Behörden wie der Arge, um dort vermittelnd tätig zu sein. „Die sprechen eine verschiedene Sprache”, charakterisiert El Hallani die Probleme im Umgang miteinander.

Außer im Einzelgespräch versucht die Streetworkerin, die Jugendlichen auch mit Projekten zu erreichen, wie zum Beispiel zur Suchtprävention oder in speziellen Mädchenprojekten. Heidi El Hallani arbeitet eng mit Schulen, anderen Institutionen der Jugendhilfe und Behörden wie Polizei und Ordnungsamt zusammen. Auch Eltern erbitten desöfteren ihren Rat, berichtete sie.

Vor dem Hintergrund der im vergangenen Jahr aufgetretenen massiven Probleme mit Jugendlichen und des Vandalismus´ am Pferdeweiher stand im weiteren Verlauf der Sitzung ein Antrag auf der Tagesordnung, dass beim Kreis Aachen eine Aufstockung der derzeit halben Stelle der Streetworkerin auf eine volle Stelle beantragt werden soll.

Als präventive Sofortmaßnahme solle kurzfristig für die Gemeinde Roetgen die Stundenzahl um fünf pro Woche erhöht werden. Dazu merkte Angelika Kranz an, dass der Südkreis im Zusammenhang gesehen werden müsste. Mal sei ein Einsatz schwerpunktmäßig eher in Roetgen, mal eher in einer anderen Gemeinde erforderlich. So rechnet Heidi El Hallani nicht damit, dass sich die Ereignisse am Pferdeweiher in diesem Jahr wiederholen werden. Einen „Brennpunkt” sehen die Jugendarbeiterinnen in Roetgen ebenfalls nicht.

„Gedämpft optimistisch”

Aus fachlicher Sicht sei es jedoch keine Frage, dass eine Erhöhung der Stundenzahl sinnvoll sei, erklärte Angelika Kranz, denn bei dem derzeit geringen Stundenumfang könnten nur Prioritäten gesetzt werden. So sei unter anderem auch eine größere hauptamtliche Unterstützung für das Jugendhaus in Rott, wo viele engagierte Eltern tätig sind, die aber an ihre Grenzen stoßen, bereits beim Jugendamt nachgefragt worden. Der Antrag auf eine Aufstockung werde im Jugendhilfeausschuss beraten und müsse dann in die Haushaltsberatungen 2010 einfließen, erläuterte sie das Prozedere. Bürgermeister Manfred Eis zeigte sich „gedämpft optimistisch”, dass dies erfolgreich sein wird.

In Kürze steht Heidi El Hallani ein „Jugendbus” zur Verfügung, mit dem sie die Jugendlichen an ihren Treffpunkten aufsuchen kann. Der mobile Jugendtreff bietet mit einer gemütlichen Inneneinrichtung bessere Bedingungen für eine Kontaktaufnahme als ein Gespräch unter freiem Himmel. Bei der Gemeinde Roetgen bedankte sich Angelika Kranz für die Unterstützung bei der Unterbringung des Busses. Für Heidi El Hallani gab es von allen Seiten große Anerkennung für ihren Einsatz.

Dem Antrag stimmten die Ausschussmitglieder später einstimmig zu, einigten sich aber darauf, die Formulierung „für Roetgen” durch „für den Südkreis” zu ersetzen.