Rund 80 Teilnehmer: „Roetgen kocht... Ghanaische Küche“ im Pfarrheim

Rund 80 Teilnehmer : „Roetgen kocht... Ghanaische Küche“ im Pfarrheim

„Roetgen kocht... Ghanaische Küche“ hieß es am vergangenen Sonntag im Pfarrheim an der Hauptstraße. Bereits zum zweiten Mal fand die kulinarische Veranstaltungsreihe des Flüchtlingsrats Roetgen statt.

Nachdem man im April mit rund 80 Teilnehmer mit der syrischen Bauingenieurin und Chefköchin Armani arabische Speisen zubereitet hatte, folgten diesmal alle den Anweisungen der Chefköchin — das stand auch auf ihrer Schürze — Cynthia Fobi, die seit vier Jahren in Roetgen lebt, nachdem sie über Italien aus Ghana geflohen war.

In Aachen eingekauft

Ingrid Karst-Feilen vom Flüchtlingsrat freute sich, dass „Roetgen kocht ...“ bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate stattfinden konnte: „Fast alle Flüchtlinge aus Roetgen haben sich zum gemeinsamen schnippeln, kochen und essen angemeldet. Wir sind 65 Erwachsene und 20 Kinder. Cynthia und ich waren gemeinsam in Aachen im afrikanischen und arabischen Supermarkt. Aachen ist da wirklich sehr gut aufgestellt.“

Die Teilnehmer, die alle schwarze Schürzen mit der Aufschrift „Roetgen kocht“ trugen, schnippelten ab 15 Uhr gemeinsam die zum Teil außergewöhnlichen Lebensmittel, die Chefköchin Fobi für den lukullischen Nachmittag ausgesucht hatte. So musste die Yamwurzel geschält und in Scheiben geschnitten werden, die Schwarzaugenbohnen gekocht werden und mehrere Bananen zu einem Püree zerstampft werden.

Hähnchenschenkel, Reis und Tomaten benötigte die zweifache Mutter für das traditionelle Gericht „Jollof Rice“, die Schwarzaugenbohnen, Paprika und Kochbananen für das Reisgericht „Waakye“ und Zwiebeln, Paprika und Hähnchenmägen für die „Gizzard“-Spieße.

Der Flüchtlingsrat und Cynthia Fobi hatten alles genau durchdacht. Das Fleisch, das an diesem Nachmittag zubereitet wurde, stammte vom arabischen Metzger und war „halal“, was bedeutet, dass das Tier dem muslimischen Glauben entsprechend geschlachtet wurde.

Harald Fenske, der seit fünf Jahren in Roetgen lebt, war gerne zum Gemüseschnippeln ins Pfarrheim gekommen: „Ich weiß nichts über die Gerichte aus Ghana, das ist für mich heute vor allem eine Horizonterweiterung. Ich lerne hier auch die neuen Bürger Roetgens kennen; das ist wichtig. Wenn ich an die Ereignisse in Chemnitz denke, wird mir bewusst, wie wichtig das Thema Flüchtlinge ist. Ich finde es schade, dass eine Minderheit — ich hoffe, dass es eine Minderheit ist — so viel Einfluss hat.“

Kleiner Chor und Trommeln

Um die Zeit zwischen schnippeln, kochen und essen zu überbrücken, sangen Freunde der Chefköchin, die sich zu einem kleinen afrikanischen Chor zusammengefunden hatten. Ein gemeinsamer Trommelworkshop rundete den ghanaischen Nachmittag gebührend ab. Für den Roetgener Flüchtlingsrat steht bereits fest: „Im nächsten Jahr wird es wieder ‚Roetgen kocht‘ geben“, so Karst-Feilen.

(kfr)