Roetgen: Roetgen: Kita-Projekt läuft noch nicht rund

Roetgen : Roetgen: Kita-Projekt läuft noch nicht rund

Es knistert im Gebälk: CDU, UWG und Grüne haben es am Donnerstagabend mit Mehrheit im Gemeinderat abgelehnt, die formellen Planungsbeschlüsse für den neuen Kindergarten auf dem Gelände des alten Bauhofs zu fassen, auch wenn die Ausgangslage für Schwarz-Grün und die Unabhängigen unterschiedlich war.

Mit dem Standort im Zentrum des Ortes und der zugesagten umfassenden Sanierung des kontaminierten Bodens haben sich Union und Grüne arrangiert. Allerdings wollte die CDU mit dem Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan noch keine Fakten schaffen, so Fraktionschef Michael Seidel, bevor nicht geklärt sei, was das Grundstück der Gemeinde an Erbpacht einbringe und wer die Kosten der in Rede stehenden rund 80.000 Euro teuren Sanierung trage. Überdies, so Seidel, wolle die CDU das Grundstück der Städteregion „lieber verkaufen als verpachten”.

Lieber im Roetgener Süden

Die wirtschaftliche Seite stehe für die UWG in der Prioritätenliste nicht an erster Stelle, betonte Fraktionsvorsitzende Silvia Bourceau. Angesichts der hohen Kosten für die erforderliche Bodensanierung solle man nach einem anderen Grundstück Ausschau halten. In Roetgen gebe es hinreichend freie und unproblematischere Parzellen für diesen Zweck, und es müsse letztlich auch kein Grundstück der Gemeinde sein, auf dem der neue integrative Kindergarten der AWO entstehe. Außerdem gebe es viele Bürger, denen ein Kindergarten im Süden des Ortes lieber wäre. Bourceau: „Man sollte deshalb diese Flickschusterei lassen.”

Bürgermeister Manfred Eis sah im Falle einer Vertagung Probleme am Firmament heraufziehen. Bis zum Sommer 2011 müsse der neue Kindergarten bezugsfertig sein, weil die AWO dann ihr bisheriges Domizil räumen müsse. Der Städteregion als Bauherrin sitze also die Zeit im Nacken.

Das mochten Silvia Bourceau und Michael Seidel nicht gelten lassen. Kurz vor der Kommunalwahl hätten der Bürgermeister und der damalige Kandidat und jetzige Städteregionsrat Helmut Etschenberg quasi Arm in Arm den neuen Standort des Kindergartens präsentiert, danach habe man bis zum Sommer nichts mehr von dem Thema gehört. Im Juni sei die Roetgener Gemeinde-Entwicklungs-Gesellschaft (RGEG) erstmals mit der Standortfrage konfrontiert worden. Bourceau: „Die Verwaltung hat sich viel Zeit gelassen. Eine Vertagung bis Jahresende verschlägt sicher nichts.”

Im Jugendhilfeausschuss der Städteregion, so CDU-Abgeordneter Ronald Borning, sei suggeriert worden, in Sachen Kita sei mit der Gemeinde Roetgen alles in trockenen Tüchern. Borning: „Dem ist nicht so!”

Trotz aller Appelle des Bürgermeisters und der SPD, eine Verzögerung schade letztlich den Kindern, vertagten CDU, UWG und Grüne das Thema bis zum Jahresende.