Ricarda Gombert aus Roetgen ist für den Kurzkrimipreis nominiert

Roetgenerin für Kurzkrimi-Preis nominiert : Wenn die Eifel zum Tatort wird

Ricarda Gombert aus Roetgen ist für den Deutschen Kurzkrimi-Preis 2019 nominiert. Ihre Geschichte ist damit unter den sechs besten von 300 Einsendungen. Aber um den Preis, der am 21. September verliehen wird, geht es ihr gar nicht so sehr. Gewonnen hat sie bereits.

Ein rätselhafter Mann will zurück in die Eifel ziehen, aber seine zukünftigen Nachbarn wollen nicht, dass er in ihrer Nähe wohnt. Sie haben Angst vor ihm und befürchten, dass er etwas Böses im Schilde führt.

Ob die Eifeler mit ihrem schlechten Bauchgefühl Recht haben, davon kann sich jeder selbst überzeugen, denn dieses Szenario ist der Anfang eines Kurzkrimis mit dem Titel „Die Heimkehr“, geschrieben von Ricarda Gombert aus Roetgen. Mit ihrer Geschichte ist die 34-Jährige für den Deutschen Kurzkrimi-Preis 2019 nominiert – und ist somit von 300 Bewerbern eine der besten sechs im Wettbewerb. Am Samstag, 21. September, wird der beste Krimi ausgezeichnet. Dann nämlich findet die Preisverleihung in Daun im Rahmen des Krimifestivals „Tatort Eifel“ in der Vulkaneifel statt. „Ich freue mich sehr, dass ich nominiert bin“, sagt Gombert und ergänzt: „Ich fahre aber ganz ohne Erwartungen hin und gucke, was passiert. Dass die nominierten Geschichten bereits in einem Buch veröffentlicht wurden, ist schon ein großer Erfolg für mich.“

Es ist das erste Mal nach einer langen Pause, dass Gombert wieder mit dem Schreiben angefangen hat. „Ich habe schon in der Schule gerne Aufsätze geschrieben. Mit 17 Jahren wurde eine meiner Kurzgeschichten in einer Zeitschrift veröffentlicht.“ Dann aber kam das Medizinstudium und die Arbeit als Anästhesistin im Marienhospital in Aachen. Mittlerweile ist Gombert Mutter von drei kleinen Kindern und in Elternzeit. Viel Luft blieb da bisher nicht zum Schreiben.

Im Frühjahr habe sie in der Zeitung von der Ausschreibung für den Kurzkrimi-Preis gelesen. „Ich hatte dann einfach Lust, es zu probieren.“ Vorgabe war, dass die eingereichten Geschichten einen Bezug zur Eifel haben und das Thema Heimat aufgreifen. Eine Idee für die Geschichte zu finden, stellte sich am Anfang als Hürde heraus, aber Gombert nahm diese gekonnt. „Die meisten Einfälle hatte ich beim Laufen. Ich habe zu der Zeit für einen Halbmarathon trainiert und bin viel durch die Natur gelaufen. Dabei kamen mir die besten Ideen.“ Geschrieben habe sie dann abends, wenn sich das Alltagschaos gelegt hatte. Nach rund zwei Wochen war die Kurzgeschichte fertig.

Einen Tag vor der Preisverleihung werden die Werke dem Publikum vorgestellt und von professionellen Sprechern vorgelesen. „Darauf freue ich mich besonders. Ich bin schon ganz gespannt, wie mein Text klingt und interpretiert wird, wenn er von jemand anderem gelesen wird.“

Gombert hat es als einzige Vertreterin aus der Nordeifel geschafft, in die engere Auswahl zu kommen. Aber um den Preis geht es ihr nicht so sehr, gewonnen hat sie bereits – an Motivation: „Schreiben ist für mich ein Ausgleich, der Kopf beschäftigt sich dann mit anderen Themen als sonst. Ich bin jetzt auf jeden Fall wieder angefixt und will das Schreiben weiter verfolgen“, sagt Gombert.

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