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Monschau/Nordeifel: Rettungsanker für Arbeitslose

Monschau/Nordeifel : Rettungsanker für Arbeitslose

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich bundesweit wie auch regional in den vergangenen Jahren steil nach oben entwickelt. Kein Wunder, dass sich der Zulauf für das Arbeitslosenzentrum im Monschauer Bischof-Vogt-Haus zeitgleich deutlich erhöht hat.

Zwei Einrichtungen für Menschen ohne Arbeit arbeiten hier unter Federführung von Wolfgang Tambornino: die Kontakt- und Beratungsstelle für Jugendliche und die Beratungsstelle für Arbeitslose über 25 Jahre.

Erhöhte Nachfrage

Seit einigen Wochen wird der erhöhten Nachfrage auch mit der räumlichen Situation Rechnung getragen: Nachdem die Hausmeisterwohnung geräumt wurde, findet die Beratung im 2. Obergeschoss des Gebäudes an der Bergstraße nun in großzügig erweiterten, hellen Räumen, hoch über der schmucken Altstadt statt.

Da Wolfgang Tambornino häufig unterwegs ist - zu den Schulen, zum Arbeitsamt, zu Stellenanbietern oder auch auf „Hausbesuch” -, ist es günstig, dass die Beratungsstelle an jedem Werktag von 8.15 bis 13 Uhr und außer freitags auch täglich von 15 bis 17 Uhr besetzt ist.

Zurzeit arbeitet hier noch Andrea Schrader, deren auf ein Jahr begrenzte Stelle aber Ende des Monats ausläuft. Ihre Nachfolgerin wird derzeit eingearbeitet.

Unterstützund ist sicher

Finanziert wird das Arbeitslosenzentrum auf mehreren Wegen - und nahezu alle Quellen haben zumindest mittelfristig auch ihre weitere Unterstützung zugesagt. In diesen sparsamen Zeiten keine Selbstverständlichkeit.

Den „Bärenanteil” der Gelder für Angestellte und Betriebskosten dieser kirchlichen Einrichtung stellt ein Bistumsansatz, der, so hat das Generalvikariat bestätigt, auch bis auf weiteres sicher ist.

Weiter zugesagt hat seine Mittel auch der Kreis Aachen, der sich vor allem finanziell in die Beratung für Jugendliche und junge Erwachsene beim Übergang von der Schule in den Beruf einbringt. Derzeit noch in der Geldgeberliste steht auch das Land in Zusammenarbeit mit dem Euoropäischen Sozialfonds, doch die Förderung über 15.000 Euro läuft Mitte 2004 aus.

Kreis springt ein

Der Kreis hat bereits zugesagt, für diese ausfallenden Mittel einzuspringen, erläutert Wolfgang Tambornino. Außerdem fließen weitere Gelder aus der jährlichen Solidaritätskollekte für Arbeitslose und „kleine, aber feine Zuschüsse der Kommunen”, so Tambornino in die Finanzierung der Projekte.

„Der Arbeitsmarkt wird immer kleiner und differenzierter und somit für viele verschlossen”, sieht Wolfgang Tambornino den Hauptgrund für die steigende Zahl der Menschen ohne Broterwerb. Und der Leiter des Arbeitslosenzentrums befürchtet, dass sich das problem durch die neue Gesetzgebung noch verschärft: „Die Politik ist vom Reformgeist beseelt; aber ich fürchte, Grundsicherung und Hartz-Gesetze und somit die faktische Abschaffung der Sozialhilfe werden noch Heulen- und Zähneknirschen verursachen”, so Tambornino.

Ohne Schwellenangst

Umso mehr möchte seine Einrichtung auch in Zukunft „Ansprechpartner und Anker für Leute in schwierigen Situation sein”, ohne Schwellenangst, in einer Umgebung, die anders, lockerer ist als in einer Behörde”, erläutert Andrea Schrader. Das Arbeitslosenzentrum arbeitet bei seiner Hilfe mit anderen Einrichtungen zusammen, schaltet bei Bedarf die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle, das Jugendamt, die Erziehungsberatungsstelle, den Krankenhaus-Sozialdienst oder die Tagesklinik ein. 50 bis 100 Arbeitslose, so Wolfgang Tambornino, sind in ständiger Verbindung mit der Beratungsstelle im BVH.

Vor allem durch Mundpropaganda, aber auch auf Empfehlung der Sozialämter oder der Arbeitsverwaltung geraten sie an die Monschauer Einrichtung.