Lammersdorf: „Repowering”: Windrad in Lammersdorf wird erneuert

Lammersdorf: „Repowering”: Windrad in Lammersdorf wird erneuert

Vor 13 Jahren wurde an der Jägerhausstraße bei Lammersdorf die erste Windkraftanlage größerer Dimension in der Nordeifel errichtet. Das Windrad nahe den landwirtschaftlichen Betrieben auf dem Domäne verfügte über eine zehnmal größere Leistung als der bereits existierende Prototyp in Huppenbroich.

Die Errichtung des Windrades 50 Meter neben der B399 sorgte im August 1995 für enormes öffentliches Interesse und war zugleich auch der Startschuss für den Windpark „Domäne” und weitere Konzentrations-Standorte in der Region.

Nun hat die 500 kw-Anlage, die für umgerechnet 270 Haushalte Strom liefert, ausgedient. Die für heutige Verhältnisse relativ kleine Anlage (Nabenhöhe 49 Meter) mit dem liebevollen Namen „Pusteblume” soll abgebaut und durch eine Anlage vom Typ Enercon E--53 mit einer Nabenhöhe von 73 Metern (Gesamthöhe 100 Meter) ersetzt werden. Damit würde die leistungsstärkere Anlage den Dimensionen der bereits vorhanden Anlagen im Windpark „Domäne” entsprechen.

Für Windkraft-Betreiber Frank Ewert sind Leistungseinbußen der alten Anlage und ein zu erwartender höherer Ertrag des neuen Typs die Gründe für Auswechslung seiner „Pusteblume”.

Schon Mitte der 90-er Jahre erlebte der Landwirt mit seinem Antrag auf Errichtung eines Windrades ein Wechselbad der Gefühle. Mit dem Antrag auf Austausch dieser Anlage steht ihm nun erneut ein langwieriger Behördengang bevor. Denn das „Repowering” (so wird der Austausch älterer Anlagen beschrieben) befindet sich in NRW erst im Anfangsstadium.

Zumindest erteilte der Landschaftsbeirat des Kreises Aachen diese Woche schon einmal eine Befreiung von den Vorgaben des Landschaftsplanes. Allerdings ist diese Befreiung mit einigen Auflagen verbunden.

Der Betreiber muss zum Ausgleich der Landschaftsbild-Beeinträchtigung entlang der Jägerhausstraße 24 Stieleichen pflanzen. Außerdem müssen auf einer Fläche von 600 Quadratmeter in der Nähe der neuen Anlage heimische Gehölze gepflanzt werden, und schließlich müssen auf der ehemaligen Kranstellfläche am alten Windrad-Standort gut 200 Quadratmeter Grasflur neu angelegt werden.

Der Eingriff in das Landschaftsbild wird deshalb so streng gesehen, weil der Standort der Anlage um 10 Meter weiter von der Straße nach Osten geschoben wird. Somit wird auch eine neue Kranstellfläche (700 Quadratmeter) geschaffen, die hier auch dauerhaft erhalten bleibt.

Für Frank Ewert ist der Antrag auf Austausch der Anlage der Einstieg in ein schwieriges Genehmigungsverfahren. „Es kann durchaus noch drei Jahre dauern bis die Baumaßnahme auch tatsächlich umgesetzt wird”, sagte er am Mittwoch auf Anfrage. Man wolle sich nur frühzeitig die Möglichkeit sichern, den Austausch vorzunehmen. Außerdem biete sich die Möglichkeit, die alte Anlage zu veräußern.

Der neue Typ E-53 bringt nicht nur die doppelte Leistung, sondern verfügt auch über eine verbesserte Technik (z. B. eine Flügelheizung, um Eiswurf vorzubeugen) sowie über ein besseres Flügelprofil.

Die kleine Anlage verzeichnet zunehmend Leistungseinbußen, weil der Fichtenwald auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit den Jahren immer höher gewachsen und damit zur Windbremse geworden ist. Daher muss auch die „Pusteblume” in die Höhe wachsen.

Frank Ewert zeigt sich auch überrascht über das aufwändige Genehmigungsverfahren, zumal die neue Anlage „de facto leiser” sei und so mancher wohl auch den Unterschied nach dem Austausch des Windrades im „längst etablierten Windpark Lammersdorf” überhaupt nicht bemerken würde.

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