Nordeifel: Reiter nehmen neues Landesnaturschutzgesetz dankend an

Nordeifel: Reiter nehmen neues Landesnaturschutzgesetz dankend an

In Nordrhein-Westfalen sollen ab dem 1. Januar 2018 alle dafür geeigneten Wege im Wald für Reiter freigegeben werden, nicht nur gekennzeichnete Reitwege. Das regelt das neue Landesnaturschutzgesetz NRW, das bereits im Frühjahr 2016 beschlossen wurde und nun zum 1. Januar mit Verzögerung in Kraft tritt.

Anlass hierfür war die Unzufriedenheit der Reiterverbände mit der seit den 1980er Jahren geltenden Reitregelung: Diese wurde als zu streng kritisiert.

In der Eifel gab es bislang aber keine nennenswerten Probleme. Hier galt im Prinzip schon länger die neue Regelung. „In den Waldgebieten der Gemeinden Roetgen und Simmerath sowie der Stadt Monschau wurde auf die Kennzeichnung von Reitwegen verzichtet, da hier durch das große Angebot an Wegen und das geringe Reitaufkommen die Festlegung eines begrenzten Reitwegenetzes nicht erforderlich ist“, ist auf der Internetseite der Städteregion nachzulesen.

Auch mit der neuen Regelung können sich die Reiter, Förster und Kommunen in der Eifel anfreunden.

Die Stadt Monschau will die Möglichkeiten des Gesetzes in enger Abstimmung mit dem Nationalparkforstamt und dem Forstamt Hürtgenwald weitgehend ausnutzen. Für Reiter soll es „höchstens marginale Einschränkungen“ geben, sagt Kämmerer Franz-Karl Boden.

„Wir sind eine wald- und pferdefreundliche Gemeinde. Nur das Reiten auf dem Eifelsteig sehe ich kritisch“, sagt Roetgens Bürgermeister, Jorma Klauss.

Mehr Wege für mehr Reiter

„Die neue Regelung ist klar, eindeutig und gut. Sie holt Reiter, Jäger, Wanderer, Forstbedienstete, Touristen und alle, die Interesse am Wald haben, mit ins Boot“, sagt Simmeraths Gemeindeförster, Dietmar Wunderlich. Das Gesetz sei so formuliert, dass es zu keinen Missverständnissen komme und auf eine Kennzeichnung der Reitwege weiterhin verzichtet werden könne.

Er freue sich über die Reiter im Wald, von einem niedrigen Reitaufkommen könne seiner Meinung nach in der Eifel inzwischen aber nicht mehr die Rede sein. Die Zahl der Reiter im Wald habe aus seiner Sicht jedenfalls zugenommen.

Er begrüße, dass das neue Gesetz die Freiheit der Reiter mit Blick auf mögliche Unfallgefahren auch einschränke. Im Gesetz heißt es dazu, dass Reitverbote für bestimmte Wege festgelegt werden können, wenn „die Gefahr erheblicher Beeinträchtigungen anderer Erholungssuchender oder erheblicher Schäden besteht“. „Es ist keine große Einschränkung, wenn der ein oder andere Pfad nicht beritten werden kann. Im Gegenteil, man tut der Natur auch etwas Gutes, wenn man manche sensiblen Bereiche unangetastet lässt“, sagt Wunderlich.

„Das neue Gesetz liest sich gut. Wir erwarten keine nennenswerten Verbesserungen, aber auch keine Nachteile“, sagt der Vorsitzende des Reitervereins St. Georg Mützenich, Ingo Scheffen. Auch in der Vergangenheit habe es kaum Einschränkungen gegeben. „Wir haben vielleicht mal diskutiert, warum ein bestimmter Weg gesperrt wurde. Wir haben aber immer einvernehmliche Lösungen mit allen Beteiligten gefunden.“

Man suche immer ein vernünftiges Ergebnis, arbeite gut mit den Behörden zusammen und stehe im Austausch mit den Förstern, sagt Scheffen. Er weiß aber auch, „dass es in anderen Regionen völlig anders aussieht“.

Große Änderungen durch das neue Gesetz kann auch Konrad Hecker, Leiter des Forstamtes Rureifel-Jülicher Börde, nicht erkennen. Da wo es in der Vergangenheit eine Regulierung gab, müsse eventuell nachgearbeitet werden. Grundsätzlich sei das Verhältnis zwischen Förstern und Reitern in Ordnung und es gebe kaum Konflikte. „Die gibt es eigentlich nur, wenn quer durch die Bestände geritten wird“, sagt Hecker.

(ag)
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